HINTERGRUND
So richtig glücklich wirkte Jürgen Klopp nicht. "Ein Punkt beim FC Arsenal ist immer ein gutes Resultat", meinte der Teammanager des FC Liverpool nach dem 1:1 (0:0) bei den Londonern um Ex-Nationalspieler Mesut Özil zwar. Gestik und Mimik des 51-Jährige verrieten jedoch, dass er aus dem temporeichen Spitzenspiel der englischen Premier League auch gerne noch etwas mehr mitgenommen hätte. "Wir haben es ihnen etwas zu leicht gemacht", bemerkte er deshalb dann doch noch leicht zerknirscht.
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Dabei waren Klopp und seine weiterhin in der Liga ungeschlagenen Reds letztlich noch gut bedient mit dem Unentschieden. Und das, obwohl Alexandre Lacazette (82.) die Gäste-Führung durch James Milner (61.) erst spät ausgeglichen hatte. Die formstarken Gunners, bei denen Özil zum dritten Mal in Folge als Kapitän auflief, waren allerdings über weite Strecken das bessere von zwei guten Teams gewesen - und sind nunmehr selbst seit 14 Pflichtspielen ungeschlagen.
Arsenal-Torwart Bernd Leno: "War klar, dass wir Zeit brauchen"
Nach dem holprigen Saisonstart findet sich Arsenal - auch am Samstag wieder mit gleich sechs ehemaligen Bundesliga-Spielern (neben Özil noch Bernd Leno, Sead Kolasinac, Granit Xhaka, Henrich Mchitarjan und Pierre-Emerick Aubameyang) sowie Nationalverteidiger Shkodran Mustafi in der Startelf - offenbar immer besser zurecht im System des neuen Teammanagers Unai Emery. "Es war klar, dass wir Zeit brauchen", sagte Torwart Leno: "Aber heute haben wir gegen einen großen Klub mit großen Spielern das Spiel kontrolliert. Das Selbstvertrauen wächst."
Das Arsenal der Post-Arsene-Wenger-Ära stößt damit zunehmend hinein in den Kreis der ohnehin bereits dicht gedrängten Spitzengruppe. Der Meisterschaftskampf verspricht in diesem Jahr Spannung wie schon länger nicht mehr.
Getty ImagesUnai Emery über Liverpool: "Sie können dieses Jahr Meister werden"
Das technisch wie taktisch hochwertige Duell zwischen Arsenal und Liverpool diente dabei einmal mehr als Beweis für die hohe Qualität und Ausgeglichenheit der Premier League. Eine Debatte über die Abwanderung von Top-Teams in Richtung einer europäischen Superliga scheint auf der Insel jedenfalls derzeit ganz weit weg.
Stattdessen rechnen sich mehr und mehr Teams ihre Chancen auf den Titel aus. Auch bei Arsenal offenbarten sie nach dem starken Auftritt am Samstag schließlich durchaus große Ambitionen.
"Der Punkt ist nicht schlecht, aber wir brauchen mehr", meinte etwa Coach Emery. Die Rolle eines Titelfavoriten schob der Spanier aber noch an den Gegner weiter. "Sie können dieses Jahr Meister werden", meinte er und lobte die Entwicklung, die Liverpool in den vergangenen drei Jahren unter Klopp genommen hat: "Sie sind damit ein gutes Vorbild für uns."


