Kenedy NewcastleGetty Images

Kenedy: Wer ist der mögliche Kandidat des FC Bayern München?


Kenedy im Porträt 


Und plötzlich war ein ganzes Land gegen Kenedy. Der Youngster des FC Chelsea, an dem der FC Bayern München dran sein soll, hatte mit einer einzigen Aktion nicht nur die chinesische Bevölkerung verärgert, sondern auch die Regierung auf den Plan gerufen. 

Was war passiert: Der damals 21-Jährige hatte auf Instagram ein Bild von einem schlafenden chinesischen Wachmann gepostet und dazu den wenig geistreichen Satz "Wach auf, China, Idiot!" geschrieben. Ganz zu Beginn seiner Karriere schlug Kenedy, damals im Juli 2017, bereits der volle Gegenwind eines durch ein Posting ausgelösten Shitstorms entgegen. 

Kenedy wird bei Fluminense groß

Doch wer ist Kenedy? Was sind seine Stärken, die nicht nur den FC Bayern, sondern auch PSG auf den Plan rufen, was seine Schwächen? Goal stellt den mittlerweile 22-jährigen Linksaußen, der derzeit an Newcastle United ausgeliehen ist, vor. 

Geboren wurde er am 8. Februar 1996 in Santa Rita do Sapucai im Süden Brasiliens. Weltmeister Roque Junior, unter anderem aus seiner Zeit bei Bayer Leverkusen bekannt, kommt ebenfalls von dort. 2009 schloss sich Kenedy dem Top-Klub Fluminense an. Dort spielten bereits Größen wie Romario, Jorginho oder später auch kurz Ronaldinho. 

Kenedy, eines der größten Talente des Vereins, avancierte in der U17 der Selecao zum Leistungsträger. Damals spielte Kenedy auch ab und an im Zentrum, bei der U17-WM 2013 sogar bei zwei Partien als Zehner. Sonst agierte er als linker Außenbahnspieler, als flinker Techniker, dem ab und an zwar die Torgefahr abging, der aber trotzdem zu den größten Talenten des Landes gehörte. 

Kenedy

Gemeinsam mit Kumpel Nathan zu Chelsea

In 13 Spielen für die U17 erzielte er sechs Tore, am 28. Juli 2013 feierte er für die Profis von Fluminense sein Debüt. In der Saison 2013/14 spielter er dann regelmäßiger und erzielte auch seine ersten beiden Treffer als Profi.

Im Sommer 2015 folgte dann der Wechsel in die Premier League. Der FC Chelsea hatte Kenedy in Brasilien entdeckt - auch ein Projekt des ausgeweiteten Scoutings. Im gleichen Jahr kam auch U17-Kollege Nathan, der an der Seite Kenedys in der brasilianischen U17 an der WM teilgenommen hatte. 

Nathan hat es bisher in der Premier League nicht gepackt, aktuell ist er an den portugiesischen Erstligisten Belenenses ausgeliehen. Ganz anders Kenedy, der nun Stammspieler im englischen Oberhaus ist, dort in den letzten drei Spielen drei Scorerpunkte auflegte. Die tollen Leistungen der letzten Wochen zeigte er allerdings nicht im Trikot der Blues, sondern in dem von Newcastle United. 

Durchbruch für Kenedy bei Newcastle

Zwar debütierte er in der Saison 2015/16 gegen Crystal Palace und lief auch sonst 14-mal in der Premier League auf, durchsetzen konnte er sich im Premium-Kader der Londoner aber nicht. Zu stark war die Konkurrenz, zu ungeduldig die traditionell ehrgeizige Führungsetage der Blues. 

Kenedy ChelseaGetty Images

Nach einer unglücklichen Saison 2016/17 inklusive eines langen Ausfalls wegen einer Knieverletzung, in der Kenedy gerade einmal zwei Spiele absolvieren konnte, obwohl er an den FC Watford ausgeliehen war, folgte die aktuelle Spielzeit. Bei Chelsea war er völlig außen vor, meist nicht einmal im Kader. Es folgte der logische Schritt eines Wechsels. Den Zuschlag bekam Rafa Benitez, Trainer von Newcastle United. 

Kenedy zum FC Bayern München?

Und der Deal ging voll auf. Gleich nach dem Transfer machte der Spanier seinen brasilianischen Neuzugang zum Stammspieler. Kenedy spielte bis heute immer von Beginn an, krönte ansprechende Leistungen mit einem Doppelpack beim 3:0 gegen den FC Southampton. 

Niko Kovac im Porträt

Wie es im Sommer weitergeht? Unklar. Denn Newcastle weiß genau, dass ein Verbleib Kenedys bei starken Leistungen von Anfang an unwahrscheinlich war. Der FC Bayern jedenfalls, dessen neuer Trainer Niko Kovac wird, will sich verjüngen. Da würde Kenedy ins Bild passen. Denn die eine unbedachte Aktion in China hat ihm nicht geschadet: Kenedy ist bereit für die große Bühne. 

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