Während der FC Barcelona aufgrund seiner massiven finanziellen Probleme auch sportlich die größte Krise seiner jüngeren Vereinsgeschichte erlebt, schwelgen nicht wenige in den Erinnerungen an erfolgreichere Zeiten. Ein Spieler, der wie kein anderer für die Hochzeit des katalanischen Fußballs steht, ist Xavi.
Insgesamt 24 Jahre verbrachte der Mittelfeldstratege bei Barca, legte dort die Musterlaufbahn von der Jugendschmiede zu den Profis hin und gewann so ziemlich alles, was man gewinnen kann. Vier Champions-League-Titel, acht Meisterschaften und eine Weltmeisterschaft sind nur ein kleiner Auszug aus seiner Trophäensammlung.
"Zweifellos seine beste Qualität": Scoutingbericht zeigt Xavis frühes Potenzial
Im Jahr 2015 verließ Xavi den Klub in Richtung Katar, wo er vier Jahre später seine aktive Karriere beendete und heute als Trainer bei Al Sadd tätig ist. In Barcelona ist er weiterhin eine lebende Legende und wird regelmäßig als Coach beim angeschlagenen Spitzenklub in Gespräch gebracht .
Xavi ist der Inbegriff der Guardiola-Ära und eines der größten Talente, die die Jugendakademie La Masia je hervorgebracht hat. Welch hohe Wertschätzung er bereits in seiner Anfangszeit bei den Blaugrana erfuhr, zeigt ein Scoutingbericht, der in Christian Martins Buch "La Masia: Developing people beyond sport" veröffentlicht wurde.
Darin attestierten Jugendtrainer dem damals 14-jährigen Xavi eine exzellente Ballkontrolle und machten das Positionsspiel als seine große Stärke aus: "Es ist zweifellos seine beste Qualität. Er ist immer da, wo er sein sollte und bietet immer Unterstützung und eine Option für Teamkollegen."
Xavis Scoutingbericht: In einem Aspekt glich er Pep Guardiola
In einem Aspekt glich Xavi sogar seinem späteren Trainer und Förderer Pep Guardiola. "Er sollte seinen Schuss verbessern, wenn er im Angriff mit nach vorne kommt, wie Guardiola", merkten seine damaligen Ausbilder an.
Wenig überraschend ist derweil die Einschätzung zu Xavis Tempo, das bereits damals nur als durchschnittlich und verbesserungswürdig angesehen wurde. "Er läuft auf den Fersen, seine Bewegungen sind langsam und er hat Schwierigkeiten, Geschwindigkeit aufzunehmen", heißt es in dem Bericht.
Auch Xavis Schnellkraft, Beweglichkeit, Balance und Aggressivität bewerteten die Trainer als ausbaufähig. Letztere sei jedoch aufgrund seines Spielstils oft schwer zu beurteilen gewesen. Die Koordination des heutigen Weltstars galt derweil als gut, wenngleich auch in diesem Aspekt die fehlende Schnelligkeit bemängelt wurde.
GettyTechnik nicht Xavis Stärke: So bewerteten Jugendtrainer den 14-jährigen Xavi
Die Bewertung zu Xavis Technik könnte hingegen einige Fans erstaunen. So sei diese zwar wie auch seine Flanken, Ausdauer oder Fitness gut, aber nicht seine Stärke gewesen. Dennoch bilanzierten die Beobachter: "Er hat die Ressourcen in seinem Spiel, um aus jeder Situation Vorteile zu ziehen."
In Bezug auf Xavis Dribbling heißt es im Bericht: "Ohne sein bestes Kapital zu sein, ist sein technisches Niveau beeindruckend." Verbesserungsbedarf habe er bezüglich seines linken Fußes bestanden, wobei das Passspiel des Strategen als "eine große Stärke auf dem Platz" bezeichnet wurde.
Weltkarrieren sind nahezu unmöglich vorherzusagen. Sie erfordern neben Talent vor allem harte Arbeit und auch eine kleine Portion Glück. Xavis Scoutingbericht zeigt jedoch, welches Potenzial bereits in einem 14-Jährigen schlummern kann und vielleicht wartet in La Masia bereits der nächste Xavi, der die Katalanen in naher Zukunft von ihrem Leiden erlöst.




