Hamburger SV: Julian Pollersbeck weiter in der Warteschleife

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Der U21-Europameister ist wegen seiner Trainingseinstellung in die Kritik geraten. Eine echte Chance beim HSV hat er bislang noch nicht bekommen.

Gut möglich, dass sich die Regionalliga für Julian Pollersbeck ein klein wenig wie ein Abstieg anfühlt. Aber es ist im Moment die einzige Möglichkeit für ihn, Spielpraxis zu sammeln. Kaum fordernd, aber immerhin ein wenig Abwechslung. 6:0 hieß es gestern für die U21 der Rothosen gegen den VfB Oldenburg.

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35 Punkte und nur fünf Gegentore nach 13 Spieltagen sprechen für die Qualität dieses Teams und auch ein wenig gegen die Qualität der Liga. Pollersbeck, der zum zweiten Mal für die zweite Mannschaft des Hamburger SV zum Einsatz kam, erlebte einen weitestgehend ruhigen Nachmittag. Wirklich auszeichnen konnte er sich nicht. Das könnte sich allerdings bald ändern.

Pollersbeck zeigte sich einsichtig

Nach dem Patzer seines Konkurrenten Christian Mathenia vor einer Woche gegen den FSV Mainz brach beim HSV eine Torhüterdiskussion los, die Cheftrainer Markus Gisdol vorerst zu stoppen vermochte: "Mathenia ist unsere Nummer eins. Ich sehe momentan nichts anderes.“ Pollersbeck schien in seinen Überlegungen keine Rolle zu spielen. Die Gründe dafür waren nur wenig später in den Hamburger Zeitungen nachzulesen.

Er habe sich im Training nicht wirklich aufgedrängt und wirke ein wenig zu lässig, hieß es. Offiziell wollte das natürlich niemand bestätigen. Inoffiziell ist die Botschaft jedoch bei allen angekommen. Auch bei Pollersbeck selbst, der sich nach mehreren Gesprächen mit Sportchef Jens Todt und Torwart-Trainer Stefan Wächter einsichtig zeigte.

Mit zusätzlichen Einheiten versucht der 1,95 Meter große Schlussmann nun verstärkt körperliche Schwächen zu beseitigen, geht beispielsweise zwei Mal die Woche zum Boxen. Ein Trainingsweltmeister war er jedoch nie. Pollersbeck braucht den Wettkampf, um richtig hochfahren zu können. Erst unter Vollspannung ruft er sein volles Potenzial ab, sagen Beobachter. An seiner Trainingseinstellung allein dürfe man ihn nicht messen.

Er sei ein Typ, der den Druck während eines Spiels dank seiner mentalen Stärke sehr gut in Top-Leistung kanalisieren könne. Dazu muss er auf dem Platz stehen, im Stadion, vor Zuschauern. Bisher durfte er selbst nur zuschauen. Und das wurmt ihn gewaltig.

Mathenia auf dem vorletzten Platz

Zumal Mathenia in dieser Saison alles andere als eine gute Figur abgibt. Laut den Statistiken des Sportdatenanbieters Opta belegt der 25-Jährige im Bundesliga-Ranking aller eingesetzten Torhüter den vorletzten Platz. Nur Rene Adler vom FSV Mainz und Bayer Leverkusen Bernd Leno performen noch schlechter.

In Zahlen: Mathenia wehrt nur 63 Prozent der gegnerischen Schüsse ab. Angeführt wird die Liste von Werder Bremens Jiri Pavlenka mit einem Wert von 83 Prozent. Zudem ist Mathenia der einzige Bundesliga-Torhüter, der in dieser Saison schon zwei Gegentore durch individuelle Fehler verursacht hat. Viel spricht also nicht für die derzeitige Nummer eins des HSV.

Christian Mathenia 12172016

Sein fehlerfreier Auftritt gegen den FC Bayern hat ihm allerdings wieder ein wenig mehr Luft verschafft. Die Torhüter-Diskussion ist in Hamburg vorerst vom Tisch. Pollersbeck wird sich also weiter in Geduld üben und härter an sich arbeiten müssen, um endlich sein Debüt im HSV-Dress feiern zu können.

Dass die Verantwortlichen von seinen Qualitäten grundsätzlich überzeugt sind, haben die intensiven Bemühungen und das umfangreiche Scouting bewiesen. Insbesondere Sportchef Todt und Torwart-Trainer Wächter haben sich intern für seine Verpflichtung stark gemacht. Doch jetzt liegt es an ihm allein, für eine faire Chance zu kämpfen.

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