GFX Andre Villas-Boas Diego MaradonaGetty/Goal

Diego Maradona ist tot: Alle Informationen und Entwicklungen im News-Blog

Argentiniens Idol Diego Maradona ist tot. Der Weltmeister von 1986starb am Mittwoch keine vier Wochen nach seinem 60. Geburtstag an einem Herzinfarkt. Das bestätigte sein Sprecher Sebastian Sanchi der AFP.

Hier in diesem News-Blog findet Ihr alle Neuigkeiten und Entwicklungen rund um den Tod von Diego Maradona.


Kein Spieler sollte nach Maradonas Tod mehr die Nummer 10 tragen

Trainer Andre Villas-Boas von Olympique Marseille hat nach dem Tod der argentinischen Fußballlegende Diego Maradona den Vorschlag gebracht, dass in Zukunft kein Spieler mehr mit der Trikotnummer zehn auflaufen sollte.

"Maradonas Tod ist eine sehr traurige Nachricht. Ich fände es gut, wenn die FIFA veranlasst, dass die Nummer zehn in allen Wettbewerben und bei allen Klubs nicht mehr vergeben wird", sagte der Portugiese nach dem Champions-League-Spiel gegen den FC Porto (0:2).

GFX Andre Villas-Boas Diego MaradonaGetty/GoalQuelle: Goal

Neapel trauert: Mahnwachen trotz Ausgangssperre

Nach dem Tod von Diego Maradona haben Fans in seiner alten sportlichen Heimat Neapel der Fußball-Legende gedacht. Dutzende Menschen pilgerten zu einem Wohnblock im Zentrum der Vesuvstadt, an dessen Fassade ein Gemälde des ehemaligen Stars des SSC Neapel zu sehen ist. Viele Tifosi hielten Kerzen in der Hand.

Trotz des Ausgangsverbots ab 22 Uhr wegen der Corona-Pandemie versammelten sich vor dem Stadio San Paolo spontan hunderte Fans und legten Kerzen und Blumen nieder. Kinder klebten Zeichnungen an den Stadioneingang. Einige Fans drangen ins Stadion ein und rollten ein Bild Maradonas mit der Schrift "The King" aus. Dabei zündeten sie Rauchbomben.


Maradonas vermeintlich letzte Worte: "Me siento mal!"

"Me siento mal" ("Ich fühle mich schlecht") waren laut argentinischen Medien Diego Maradonas letzte Worte. Das einzige Familienmitglied, das bei seinem Tod in seiner Villa in San Andres war, war sein Neffe Johnny Esposito, Sohn von Maradonas Schwester Maria. Die Rettung wurde von einer Krankenschwester gerufen.


Aufbahrung von Maradonas Leichnam im Präsidentenpalast

Diego Maradonas Leichnam wird ab Donnerstag für drei Tage im argentinischen Präsidentenpalast aufgebahrt. Dies bestätigte Pressesprecher Mario Huck am Mittwochabend der Nachrichtenagentur AFP. 

"Es wird in der Casa Rosada stattfinden, von Donnerstag bis Samstag", sagte Huck. Das "Rosa Haus" steht in Buenos Aires im Stadtteil Montserrat an der zentralen Plaza de Mayo. 

Die Regierung hatte zuvor bereits eine dreitägige Staatstrauer angeordnet und erklärt, Maradona werde ein Staatsbegräbnis erhalten. Das argentinische Fußball-Idol war am Mittwoch im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben.


Infantino zu Maradona-Tod: "Wir lieben dich"

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat emotional auf den Tod von Diego Maradona reagiert. "Heute ist ein unglaublich trauriger Tag", sagte der Schweizer: "Unser Diego hat uns verlassen. Unsere Herzen - von uns allen, die wir ihn dafür geliebt haben, wie er war und wofür er stand - haben für einen Moment aufgehört zu schlagen. Wir lieben dich."

Maradona war laut Auskunft seines Sprechers Sebastian Sanchi keine vier Wochen nach seinem 60. Geburtstag in Buenos Aires einem Herzinfarkt erlegen. Am 3. November war er wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn operiert worden.



Buchwald über Maradona: "Eine ganz große Persönlichkeit"

Auch Diegos Maradonas einstiger "Sonderbewacher" Guido Buchwald trauert um das verstorbene argentinische Idol. "Er war einer der ganz großen Fußballer. Der Fußball hat eine ganz große Persönlichkeit verloren", sagte der Weltmeister von 1990 im SID-Interview: "Jeder hat seinen Lebensweg verfolgt, ich auch. Er war auf dem Platz eine absolute Größe - außerhalb des Feldes hat er das Leben leider nicht im Griff gehabt."

Guido Buchwald (59) hatte Diego Maradona im Griff. Im WM-Finale löste er die große Aufgabe, den besten Fußballer der Welt aus dem Spiel zu nehmen, derart brillant, dass er fortan selbst "Diego" gerufen wurde.

"Bei jedem verlorenen Zweikampf sah er immer verzweifelter aus, das habe ich gespürt. Er war aber auch fast auf sich alleine gestellt", sagte Buchwald über das Finale von Rom (1:0). "Nach dem Spiel haben wir uns die Hand geschüttelt, dann haben wir uns im Dopingraum gesehen, wir waren beide ausgelost. Er war ein Häuflein Elend."

Buchwalds Strategie damals war eine Mischung aus absoluter Aufmerksamkeit, Konsequenz und Antizipation. "Es war klar: Ich muss die Passwege zumachen, er darf nur wenig Ballkontakte haben. Man muss ihn selbst dort hinschieben, wo er sich freilaufen sollte, dort nämlich, wo ich es wollte: an der Seitenlinie, mit dem Rücken zu mir." 

2002, bei der WM in Japan und Südkorea, hat Buchwald Diego Maradona noch einmal wiedergesehen. "Wir haben kurz geredet, es war sehr respektvoll", berichtete Buchwald: "Wir haben uns ausgetauscht, aber nicht direkt über das Spiel damals. Es ging um das bevorstehende Finale."


Maradonas Tod trifft die Welt ins Herz: "Diego ist unsterblich"

Diego Maradonas Tod versetzte die Fußball-Welt und besonders Argentinien in Schockstarre. Die "Hand Gottes" wird unvergessen bleiben.

Buenos Aires/Köln (SID) Diego Maradona war ein gottgleich angehimmeltes Genie, eine Legende, ein Idol an der gefährlichen Grenze zur Tragik - sein Tod trifft die Fußball-Welt ins Herz. Der Weltmeister von 1986 starb am Mittwoch 26 Tage nach seinem 60. Geburtstag und drei Wochen nach einer Hirn-Notoperation an einem Herzinfarkt. 

Für Millionen Fans und Experten in aller Welt galt der exzentrische Ballvirtuose als der womöglich beste Fußballer aller Zeiten. Rund um den Globus wird die "Hand Gottes" unvergessen bleiben. 

"Ich habe einen großen Freund verloren, die Welt eine Legende", schrieb Brasiliens nicht minder verehrtes Idol Pele: "Eines Tages spielen wir hoffentlich gemeinsam Fußball im Himmel." Lionel Messi, Maradonas Nachfolger als Weltstar des argentinischen Fußballs, sagte: "Er geht, aber er verlässt uns nicht ganz, denn Diego ist unsterblich. Ruhe in Frieden."

Maradonas Karriere war außer von großen Erfolgen immer wieder auch von Skandalen und Exzessen geprägt. Ob Steuerprozesse, Alkoholräusche, Kokainsucht, Mafia-Kontakte, Schüsse auf Journalisten oder Dopingvergehen, Lebensgefahr: "El pibe d'oro - der Goldjunge" wandelte stets auf einem schmalen Grat. 

"Der Ball und er kamen zusammen auf die Welt, wie beim Tango. Diego existiert in fast keiner anderen Welt als auf einem Fußballplatz", beschrieb Argentiniens Fußball-Übervater Cesar Luis Menotti mehrfach Genie und Wahnsinn des vielleicht größten Sohnes des südamerikanischen Landes.

Maradona, der nicht so viele Tore wie Pele geschossen und auch nicht die Anzahl von Trophäen seines kaum weniger genialen Landsmannes Messi gesammelt hat, avancierte denn auch nicht von ungefähr bereits als Profi zur lebenden Legende. Bei den Tifosi seines Ex-Klubs SSC Neapel, den Maradona nach seinem Abschied vom FC Barcelona 1987 und 1990 zu den frenetisch gefeierten ersten Meistertiteln geführt hatte, wird "Dieguito" wie bei den Fans in Argentinien geradezu als "Heiliger" vergöttert. 2000 kürte der Weltverband FIFA Maradona, der nach Argentiniens Niederlage im WM-Finale 1990 in Rom gegen Deutschland so bitterlich weinte, zum "Fußballer des Jahrhunderts".

Seine Laufbahn verlief früh auf der Überholspur - und führte sogar nach Meppen: Nach seinem Rekordwechsel für 7,3 Millionen Dollar von den heimischen Boca Juniors zum spanischen Nobelklub FC Barcelona feierte "D10" bei einem Testspiel der Katalanen unter ihrem deutschen Erfolgscoach Udo Lattek seine "Barca"-Premiere. 

Die ganz großen Titel aber gewann Maradona mit Barcelona nicht, erst in Neapel schien alles zu passen. Außer die beiden "Scudettos" holte Maradona mit den Süditalienern auch den damaligen UEFA-Pokal an den Fuß des Vesuvs.

Bei der WM-Endrunde 1986 in Mexiko schuf Maradona Fußball-Momente für die Ewigkeit: Im Viertelfinale gegen England (2:1) stupste der kleine Genius in der Luft den Ball mit der "Hand Gottes" über den herauseilenden Schlussmann Peter Shilton. Sein späterer Sololauf aus der eigenen Hälfte um sechs Engländer herum wurde zum WM-Tor des Jahrhunderts gewählt. Im Endspiel gegen Deutschland (3:2) spielte "Dios (Gott)" nach einer zunächst erfolgreichen Aufholjagd der Mannschaft von Teamchef Franz Beckenbauer den "tödlichen Pass" zu Jorge Burruchagas 3:2-Siegtreffer für die "Gauchos".

Auf der WM-Bühne erlebte Maradona 1994 in den USA auch seinen bittersten Augenblick: Nach dem 2:1-Vorrundenerfolg gegen Nigeria wird in Maradonas Dopingprobe das stimulierende Ephedrin nachgewiesen. Seine vierte und letzte WM endete in der Rolle eines Aussätzigen.

Von dem Schlag erholte sich Maradona nie mehr - sein Niedergang war spätestens damit eingeläutet. Zwar versuchte der begnadete Ballzauberer noch das eine oder andere Comeback und bemühte sich durch Entziehungskuren etwa mit Unterstützung von Kubas Ex-Diktator Fidel Castro auf der Zuckerinsel um eine Ende seiner Drogensucht - sein größter Kampf sollte gleichwohl ein Begleiter für den Rest seines Lebens bleiben. Seine zweijährige Tätigkeit als Nationaltrainer seines Heimatlandes lebte hauptsächlich von seiner Aura, bei der WM 2010 in Südafrika spielte Deutschland im Viertelfinale durch ein demütigendes 4:0 gegen die "Albiceleste" wieder einmal Schicksal für Maradona.

Der Fußball hat Maradona auf dem Platz viel gegeben, und abseits des Rasens noch mehr genommen - auch familiär. Mit seiner Ex-Frau Claudia und drei weiteren Müttern seiner offiziell fünf Kinder, gar mit dem Nachwuchs selbst lag der Superstar häufig im Clinch.

Sein dramatisches Leben während und nach der schillernden und unvergleichlichen Profi-Karriere war Menottis Ansicht nach der überdimensionierten Heldenverehrung für das Idol geschuldet: "Er hielt sich für unverwundbar, wie ein Gott", meinte "El Flaco" im Herbst in einem Sport-Bild-Interview: "Dafür musste er bezahlen - mit seiner Gesundheit."  


Neapel will Arena San Paolo in "Maradona-Stadion" umbenennen

Die Stadt Neapel will das Stadion San Paolo in "Maradona-Stadion" umbenennen. Dies erklärte Neapels Bürgermeister Luigi de Magistris, der zudem einen Trauertag wegen des Todes der argentinischen Fußball-Legende ausrief. In mehreren Stadtvierteln Neapels waren am Mittwochabend die blauen Fahnen der SSC Neapel als Zeichen der Trauer für Maradonas Tod zu sehen. Einige Fans zeigten sich auf der Straße mit dem Trikot mit der Nummer 10, das Maradona während seiner Zeit beim SSC Neapel trug. 

Corrado Ferlaino, Klubeigentümer der SSC Neapel und Arbeitgeber Maradonas Ende der 80er Jahre, bezeichnete Maradona als "Genie. "Man kann von Genies nicht verlangen, wie normale Menschen zu leben", kommentierte Ferlaino. Auch Juventus-Coach Andrea Pirlo reagierte bestürzt auf Maradonas Tod. "Der Gott des Fußballs ist gegangen. Danke Diego!", twitterte Pirlo. 


Pele trauert um Maradona: "Hoffentlich spielen wir gemeinsam Fußball im Himmel"

Brasiliens Fußball-Idol Pele hat mit Bestürzung auf den Tod von Diego Maradona reagiert. "Welch eine traurige Nachricht. Ich habe einen großartigen Freund verloren, die Welt eine Legende. Eines Tages spielen wir hoffentlich gemeinsam Fußball im Himmel", teilte Pele bei Twitter mit. 

Maradona war laut Auskunft seines Sprechers Sebastian Sanchi keine vier Wochen nach seinem 60. Geburtstag in Buenos Aires einem Herzinfarkt erlegen. Am 3. November war er wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn operiert worden. 


"Ruhe in Frieden, Legende": Die Reaktionen zum Tod von Diego Maradona

"Ewige Dankbarkeit. Ewiger Diego!", schrieben die Boca Juniors aus Buenos Aires, für die Maradona 1981/82 und zum Ende seiner Karriere 1995-97 gespielt hatte. Der FC Barcelona, Maradonas Klub von 1982-84, dankte dem einst weltbesten Spieler: "Barca drückt seine tiefe Trauer über den Tod einer Ikone des Weltfußballs aus."  In einem separaten Artikel auf unserer Seite findet Ihr alle Reaktionen zum Tod von Diego Maradona.


Die Welt weint um Diego Maradona: "Für immer in unseren Herzen"

Die Fußball-Welt weint um Diego Maradona. Frühere Vereine und Weggefährten reagierten am Mittwoch mit Bestürzung und tiefer Trauer auf die erschütternde Nachricht vom Tod des argentinischen Idols und Nationalhelden. "Für immer in unseren Herzen. Ciao Diego", twitterte der SSC Neapel, der dank Maradona Weltruhm erlangt und 1986/87 seine erste Meisterschaft gewonnen hatte.

"Ewige Dankbarkeit. Ewiger Diego!", schrieben die Boca Juniors aus Buenos Aires, für die Maradona 1981/82 und zum Ende seiner Karriere 1995-97 gespielt hatte. Der FC Barcelona, Maradonas Klub von 1982-84, dankte dem einst weltbesten Spieler: "Barca drückt seine tiefe Trauer über den Tod einer Ikone des Weltfußballs aus."

Auch der große Rivale Real Madrid kondolierte: "Real spricht der Familie, den Freunden, seinen Vereinen und allen Fußball-Fans sein Mitgefühl aus, besonders den Argentiniern." Die Argentinos Juniors, bei denen Maradonas große Karriere begonnen hatte, twitterten: "Diego bis in alle Ewigkeit."

Der Weltmeister von 1986 war am Mittwoch in Buenos Aires nach einem Herzinfarkt gestorben, keine vier Wochen nach seinem 60. Geburtstag. Die englische Fußball-Ikone Gary Lineker, Gegner in Maradonas wohl größtem Spiel im Viertelfinale der WM 1986, schrieb: "Mit einigem Abstand der beste Spieler meiner Generation. Nach einem segensreichen, aber auch schwierigen Leben ruht er hoffentlich sanft in Gottes Händen."


Nach Tod von Diego Maradona: Argentinien ruft dreitägige Staatstrauer aus, Staatsbegräbnis geplant

25.11., 18.02 Uhr: Argentinien hat nach dem Tod seines Fußball-Idols Diego Maradona eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Das teilte die Regierung am Mittwoch unmittelbar nach der Nachricht vom Tod des Weltmeisterkapitäns von 1986 mit. Maradona soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge ein Staatsbegräbnis erhalten.

Maradona war laut Auskunft seines Sprechers Sebastian Sanchi keine vier Wochen nach seinem 60. Geburtstag in Buenos Aires einem Herzinfarkt erlegen. Am 3. November war er wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn operiert worden.


Diego Maradona: Seine Karriere im Zeitraffer

  • 30. Oktober 1960: Diego Armando Maradona Franco kommt als fünftes von acht Kindern einer einfachen Arbeiterfamilie zur Welt, verbringt seine Kindheit in Villa Fiorito, einem der vielen armen Vororte von Buenos Aires.
  • 20. Oktober 1976: Bereits als 15-Jähriger bestreitet er sein erstes Profispiel, für die Argentinos Juniors. Schnell geht es weiter zu den Boca Juniors, dann rüber nach Europa zum FC Barcelona, SSC Neapel und FC Sevilla, ehe sich der Kreis in der Heimat bei den Newell's Old Boys und am 25. Oktober 1997 endgültig bei Boca Juniors schließt.
  • 22. Juni 1986: Mit zwei Treffern im WM-Viertelfinale gegen England (2:1) macht Maradona sich zur Legende. Beim ersten Tor schubst er den Ball mit der "Hand Gottes" über den herauseilenden Schlussmann Peter Shilton. Sein Sololauf aus der eigenen Hälfte um sechs Engländer herum wurde später zum WM-Tor des Jahrhunderts gewählt. Der 22. Juni ist heute Tag des Fußballs in Argentinien.
  • 25. Juni 1994: Nach dem 2:1-Vorrundenerfolg gegen Nigeria wird in Maradonas Dopingprobe das stimulierende Ephedrin nachgewiesen. Nach Rot 1982 in Spanien im Zweitrundenspiel gegen Brasilien, dem Titeltriumph 1986 gegen Deutschland in Mexiko, der verlorenen Finalrevanche vier Jahre später in Italien, endet seine vierte und letzte WM mit dem sofortigen Turnierausschluss. Es ist sein letztes von 91 Länderspielen (34 Tore).
  • 18. April 2004: Nicht zum ersten Mal bringt seine Kokainsucht ihn in akute Lebensgefahr. Sein Blutdruck schnellt hoch, sein Herz saust. Von der Intensivstation geht es direkt in die Entzugskur. Fotos eines weit über 100 Kilo schweren Maradonas mit aufgedunsenem Gesicht schocken die Welt.
  • 5. September 2019: Maradona übernimmt den argentinischen Tabellenletzten Club de Gimnasia y Esgrima La Plata. Als Seleccion-Coach war er immerhin 2010 auf einer WM-Bühne, von der ihn Deutschland mit einem 4:0 im Viertelfinale unsanft stubste. Die übrigen Stationen sind nicht der Rede wert, auch nicht seine letzte. Im Juni hatte Maradona bei Gimnasia noch bis Ende 2021 verlängert.
Diego Armando MaradonaGetty ImagesQuelle:Getty Images

Diego Maradona ist tot

Erstmeldung, 25.11., 17.47 Uhr: Argentiniens Fußball-Idol Diego Maradona ist tot. Der Weltmeister von 1986 starb am Mittwoch keine vier Wochen nach seinem 60. Geburtstag an einem Herzinfarkt. Das bestätigte sein Sprecher Sebastian Sanchi der AFP.

Maradona war am 3. November in einer Privatklinik in Buenos Aires wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn operiert worden. Einen Tag zuvor war Maradona in ein Krankenhaus in La Plata eingeliefert worden, weil er sich unwohl gefühlt hatte - und um ihn medikamentös besser einzustellen, da er seit langem Antidepressiva einnimmt. Bei einem Scan wurde das Gerinnsel entdeckt. Maradona wurde daraufhin in die Spezialklinik in der Hauptstadt verlegt.

Tigre KrankenwagenDaniel GabinQuelle:Daniel Gabin

Acht Tage später durfte er das Krankenhaus verlassen. Sein Leibarzt Leopoldo Luque nannte die Entwicklung seines Zustandes zu diesem Zeitpunkt "zufriedenstellend".

Maradona war am 30. Oktober 60 geworden. Seine Krankenakte war lang: Er erlitt mindestens zwei Herzinfarkte, erkrankte an Hepatitis und ließ sich wegen Übergewichts einen Magen-Bypass legen. Zudem war Maradona mehrfach wegen seiner Drogensucht in Behandlung.

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