Macht Deutschland den Einzug ins Achtelfinale der WM 2018 in Russland am Mittwochnachmittag perfekt? Nach dem 2:1-Krimi gegen Schweden hat es die DFB-Elf in der eigenen Hand, wenn es im abschließenden Gruppenspiel (Mittwoch, 16 Uhr - hier gibt es alle Infos zu TV-Übertragung, LIVE-STREAM und Co.) gegen die noch punktlosen Südkoreaner geht.
Wer kommentiert das Duell im ZDF? Und welche Experten kommen bei der Berichterstattung rund um das Duell zwischen Deutschland und Südkorea am Mittwoch zum Einsatz? Goal gibt einen Überblick.
Deutschland gegen Südkorea: Wer ist Kommentator im ZDF?
Kommentator der Live-Übertragung des entscheidenden WM-Gruppenspiels zwischen Deutschland und Südkorea ist Bela Rethy.
Sobald die beiden Mannschaften gegen 15.50 Uhr im Spielertunnel bereitstehen und darauf warten, für das obligatorische Abspielen der Nationalhymnen den Rasen zu betreten, wird Rethy mit seiner markanten Stimme übernehmen und die 90 Minuten live aus Kasan kommentieren.
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Bela Rethy, Kommentator bei Deutschland gegen Südkorea: Infos zur Person
Der 63-jährige TV-Kommentator wurde als Sohn ungarischer Eltern in der österreichischen Hauptstadt Wien geboren. Aufgewachsen ist er allerdings in der brasilianischen Metropole Sao Paulo, bis er als Zwölfjähriger mit den Eltern nach Deutschland kam. Er spricht fließend Portugiesisch tut und sich mit der korrekten Aussprache etwa der Namen brasilianischer Spieler hervor. Pikant: Rethy kommentierte unter anderem den 7:1-Sieg der DFB-Elf gegen Brasilien im Halbfinale der WM 2014 live im ZDF.
GettySeit 1991 kommentiert Rethy Fußballspiele live, das erste große Highlight seiner Karriere war die EM 1996. Bei jenem Turnier war er beispielsweise Kommentator des Endspiels zwischen Deutschland und Tschechien, das Oliver Bierhoffs Treffer zum 2:1 (Golden Goal) in der Verlängerung zugunsten des DFB-Teams entschied. "Bierhoff, kann sich durchsetzen, Koubaaaa", kommentierte er seinerzeit, als der tschechische Nationalkeeper Petr Kouba den Schuss Bierhoffs durch seine Hände und über die Linie gleiten ließ.
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Weitere Höhepunkte in Rethys Laufbahn waren der Kommentar des WM-Endspiels 2002 zwischen Brasilien und Deutschland (2:0), auch bei der WM 2010 (Spanien gegen Holland, 1:0 n.V.) oder der EM 2012 (Spanien gegen Italien, 4:0) begleitete er jeweils die Finals.
Bekanntheit erlangte Rethy zudem bei der EM 2008, als er das Halbfinale zwischen Deutschland und der Türkei wegen eines längeren Bildausfalls teilweise im Radio-Stil kommentieren musste.
Deutschland gegen Südkorea live im ZDF: Moderator und Experten
Die Vorberichterstattung des ZDF vor dem Duell der DFB-Elf mit Südkorea beginnt am Mittwoch um 15.05 Uhr, also knapp eine Stunde vor Anpfiff. Moderator aus dem ZDF-Studio in Baden-Baden wird Oliver Welke sein. Der 52-Jährige ist seit Mitte der 1990er Jahre als Sportreporter tätig und begleitete bereits die EM 2016 als ZDF-Moderator.

An Welkes Seite werden der frühere Nationaltorwart Oliver Kahn und 2014er-Weltmeister Christoph Kramer das Geschehen vor, während und nach der Partie des DFB-Teams gegen Südkorea als ZDF-Experten begleiten. Kahn ist seit 2008 beim öffentlich-rechtlichen Sender tätig, Kramer konnte das ZDF für die WM in Russland als Experte gewinnen.
ZDF-Experte Oliver Kahn: Infos zur Person
Als legendärer Torwart des FC Bayern holte Oliver Kahn in seiner aktiven Karriere acht deutsche Meistertitel und sechsmal den DFB-Pokal. Zudem sicherte er sich mit den Münchnern im Jahr 2001 den Gewinn der UEFA Champions League, avancierte dabei im Elfmeterschießen des Endspiels gegen den FC Valencia mit sagenhaften Paraden zum Helden.
Kahn, dessen Motto "Weiter, immer weiter" durch den Last-Minute-Meistertitel 2001 Berühmtheit erlangte, absolvierte 85 Länderspiele für Deutschland und nahm insgesamt an sieben großen Turnieren teil. Bei der WM 1994, der WM 1998 sowie der EM 1996 war er jeweils "nur" Ersatzkeeper hinter Bodo Illgner (1994) beziehungsweise dem heutigen DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke (1996, 1998), darf sich aber dennoch Europameister 1996 nennen.
Oliver Kahns Bilanz als DFB-Keeper bei WM- und EM-Turnieren:
| WM 1994 | Einsätze: 0 | Viertelfinal-Aus |
| EM 1996 | Einsätze: 0 | Europameister |
| WM 1998 | Einsätze: 0 | Viertelfinal-Aus |
| EM 2000 | Einsätze: 3 | Vorrunden-Aus |
| WM 2002 | Einsätze: 7 | Vize-Weltmeister |
| EM 2004 | Einsätze: 3 | Vorrunden-Aus |
| WM 2006 | Einsätze: 1 | Dritter |
Bei der EM 2000 war er dann erstmals Deutschlands Nummer eins, bei der WM 2002 führte er das Team des damaligen Trainers Rudi Völler mit überragenden Auftritten ins Finale, wo ihm bei der 0:2-Niederlage gegen Brasilien dann jedoch vor dem 0:1 durch Ronaldo ein folgenschwerer Patzer unterlief. Einen Schuss von Rivaldo hielt Kahn nicht fest, sondern ließ ihn nach vorne abprallen und Ronaldo konnte abstauben. Das Bild, wie Kahn nach Abpfiff zusammengekauert vor Enttäuschung am Pfosten sitzt, ist bis heute weltberühmt.
Nach der enttäuschenden EM 2004 wurde Kahn ausgerechnet vor der Heim-WM 2006, seinem letzten großen Turnier, von Trainer Jürgen Klinsmann zur Nummer zwei hinter Jens Lehmann degradiert. Lediglich beim 3:1-Sieg im Spiel um Platz drei gegen Portugal durfte Kahn spielen, dass er vor dem Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Argentinien seinem Konkurrenten Lehmann auf emotionale Art und Weise Glück wünschte, brachte dem oft zu verbissen wirkenden Kahn aber viele Sympathien ein.
2008 beendete Kahn seine Laufbahn nach 14 Jahren bei Bayern schließlich, arbeitet seitdem als Fußballexperte für das ZDF.
ZDF-Experte Christoph Kramer: Infos zur Person
Christoph Kramer hat in seiner Karriere bisher 142 Bundesligaspiele für Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach absolviert und stand zwölfmal für die deutsche A-Nationalmannschaft auf dem Platz.
Leverkusen hatte Kramer bereits von 2013 bis 2015 an Gladbach verliehen, ehe man den Mittelfeldspieler für die Saison 2015/16 zurück unters Bayer-Kreuz holte. Im Sommer 2016 ging Kramer aber erneut den umgekehrten Weg, wechselte für 15 Millionen Euro nach Gladbach. Für die Fohlen absolvierte er vergangene Saison 28 Pflichtspiele (drei Tore).
Highlight in Kramers bisheriger Karriere war die überraschende Teilnahme des heute 27-Jährigen an der WM 2014 in Brasilien. Im Achtelfinale gegen Algerien und im Viertelfinale gegen Frankreich wurde er jeweils für Kurzeinsätze eingewechselt, im Finale gegen Argentinien beorderte Joachim Löw ihn dann nach dem kurzfristigen verletzungsbedingten Ausfall von Sami Khedira in die Startelf.
Christoph Kramer: Seine zwölf Länderspiele für Deutschland
- 13. Mai 2014: Deutschland - Polen, Testspiel, Ergebnis: 0:0
- 1. Juni 2014: Deutschland - Kamerun, Testspiel, Ergebnis: 2:2
- 30. Juni 2014: Algerien - Deutschland, WM 2014, Ergebnis: 1:2 n.V.
- 4. Juli 2014: Deutschland - Frankreich, WM 2014, Ergebnis: 1:0
- 13. Juli 2014: Argentinien - Deutschland, WM 2014, Ergebnis: 0:1 n.V.
- 3. September 2014: Deutschland - Argentinien, Testspiel, Ergebnis: 2:4
- 7. September 2014: Deutschland - Schottland, EM-Qualifikation, Ergebnis: 2:1
- 11. Oktober 2014: Polen - Deutschland, EM-Qualifikation, Ergebnis: 2:0
- 25. März 2015: Deutschland - Australien, Testspiel, Ergebnis: 2:2
- 10. Juni 2015: Deutschland - USA, Testspiel, Ergebnis: 1:2
- 7. September 2015: Schottland - Deutschland, EM-Qualifikation, Ergebnis: 2:3
- 29. März 2016: Deutschland - Italien, Testspiel, Ergebnis: 4:1
Von allzu großer Nervosität war bei Kramer seinerzeit im Maracana zu Rio de Janeiro nichts zu sehen, nahtlos fügte er sich im Mittelfeldzentrum an der Seite von Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos ins deutsche Spiel ein.

Wegen eines heftigen Zusammenpralls mit Argentiniens Verteidiger Ezequiel Garay in der 17. Minute musste Kramer dann kurz behandelt werden. Er zog sich dabei eine Gehirnerschütterung zu, spielte aber dennoch zunächst weiter. Nach einer halben Stunde musste er dann aber doch ausgewechselt werden, gab später zu, sich ob des Knockouts von Garay an nichts mehr erinnern zu können, was auf dem Feld passierte. Dennoch darf sich Kramer seither Weltmeister nennen.
In Löws Planungen für den aktuellen WM-Kader spielte Kramer trotz ordentlicher Saison in Gladbach allerdings keine Rolle. Sein bisher letztes Länderspiel machte der gebürtige Solinger im März 2016 beim Test gegen Italien.
Moderatoren, Kommentatoren, Experten: Wie sieht das WM-Team des ZDF aus?
Neben Kramer und Kahn hat das ZDF auch den früheren Bundesliga-Profi und -Trainer Holger Stanislawski sowie den ehemaligen Schweizer Schiedsrichter Urs Meier in seinem Experten-Team für die WM 2018 am Start. Stanislawski sorgt vorwiegend bei deutschen Spielen für taktische Analysen des Spielgeschehens in der Halbzeit oder gibt dem Zuschauer schon vor den Partien den Blick eines Trainers auf die Spielweise der DFB-Elf oder deren jeweilige Gegner.
Urs Meiers Expertise ist derweil vor allem bei Spielen mit Schweizer Beteiligung oder bei strittigen Schiedsrichterentscheidungen gefragt.
| Moderatoren | Experten | Kommentatoren | DFB-Begleiter |
|---|---|---|---|
| Oliver Welke | Oliver Kahn | Claudia Neumann | Katrin Müller-Hohenstein |
| Jochen Breyer | Christoph Kramer | Bela Rethy | |
| Holger Stanislawski | Oliver Schmidt | ||
| Urs Meier | Martin Schneider |

Als Moderator ist neben Welke derweil noch Jochen Breyer tätig, kommentierte werden die WM-Spiele im ZDF von Rethy, Martin Schneider, Oliver Schmidt oder Claudia Neumann. Aus dem Lager beziehungsweise direkt von den Spielorten des DFB-Teams berichtet Katrin Müller-Hohenstein.
Kommentatoren, Moderatoren, Experten: Wie sieht das WM-Team der ARD aus?
Die ARD hat sich als Experten für die WM 2018 unter anderem den früheren Stuttgart-Trainer Hannes Wolf sowie den ehemaligen deutschen Nationalstürmer Kevin Kuranyi gesichert. Auch Thomas Hitzlsperger ist während der WM wieder für die ARD als Experte im Einsatz, genau wie Stefan Kuntz, Europameister von 1996 und derzeit U21-Nationaltrainer beim DFB.
| Moderatoren | Experten | Kommentatoren | DFB-Begleiter |
|---|---|---|---|
| Matthias Opdenhövel | Thomas Hitzlsperger | Tom Bartels | Gerhard Delling |
| Alexander Bommes | Stefan Kuntz | Gerd Gottlob | |
| Hannes Wolf | Florian Naß | ||
| Kevin Kuranyi | Steffen Simon |
Getty ImagesModeratoren im Studio der ARD sind Matthias Opdenhövel und Alexander Bommes, als Kommentatoren der WM-Spiele setzt das Erste auf Gerd Gottlob, Florian Naß, Steffen Simon und 2014er Final-Kommentator Tom Bartels. Von der DFB-Elf vor Ort berichtet Gerhard Delling.
