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BVB gegen Paderborn: Deshalb zählte Erling Haalands Siegtreffer

11:09 MEZ 03.02.21
Erling Haaland Borussia Dortmund 2021
Erling Haalands Siegtreffer aus abseitsverdächtiger Positin im Spiel gegen Paderborn sorgt für Diskussionen. Hier gibt es Aufklärung.

Mehr Dramatik in einem Spiel geht kaum! Nach einem 0:2-Rückstand sorgte der Zweitligist aus Paderborn gegen den haushohen Favoriten aus Dortmund im Pokalachtelfinale in der Schlussphase des Spiels noch für den 2:2-Ausgleich. Prince Osei Owusu erzielte erst in der siebten Minute der Nachspielzeit per Elfmeter das 2:2.

In der Verlängerung traf dann Erling Haaland nach fünf Minuten zum spielentscheidenden 3:2. Vom Treffer des Norwegers erholte sich der Zweitligist nicht mehr, Dortmund zog somit knapp ins Viertelfinale ein.

Doch der Siegtreffer des BVB-Stürmers sorgte für reichlich Diskussionen nach dem Spiel. Mehr als fünf Minuten stand Stieler im Austausch mit dem Kölner Keller, bis er das Tor gab. Was war das Problem?

BVB gegen Paderborn: Darum zählte Haalands Siegtreffer

Haaland hatte im Moment von Thomas Delaneys Abspiel im Abseits gestanden, Svante Ingelsson grätschte jedoch nach dem Ball. Der Verteidiger traf den Ball nicht richtig, TV-Bilder legen jedoch nahe, dass eine leichte Berührung vorlag. So wertete auch Stieler die Szene.

Stieler und sein Schiedsrichter-Team äußerten sich nach dem Spiel nicht mehr öffentlich. Über ihren offiziellen Twitter-Kanal erklärten die Bundesliga-Schiedsrichter jedoch den Vorgang und gaben an, dass Haalands Abseitsposition aufgehoben würde, sobald Ingelsson den Ball berühre.

"Die Wahrnehmung des Schiedsrichter-Teams auf dem Platz war, dass Paderborns Spieler Ingelsson durch ein bewusstes Berühren des Balles die vermeintliche Abseitsposition des BVB-Spielers Erling Haaland aufgehoben hat", schrieben die "DFB-Schiedsrichter". "Diese konnte durch die TV-Bilder, die dem VAR vorliegen, nicht zweifelsfrei widerlegt werden. Aus diesem Grund blieb die Feld-Entscheidung bestehen."

Stieler hätte sich die Szene demnach nur selbst anschauen müssen, wenn das VAR-Team der Wahrnehmung des Schiedsrichters widersprochen hätte. Die Referees in Köln schienen Stielers Eindruck, dass die Flanke noch berührt worden war, allerdings eher zu bestätigen.

Alex Feuerherdt, Schiedsrichter-Experte und Gründer des Podcasts Collinas Erben, erklärte bei der Sportschau das Regelwerk: "Es muss eine Ballberührung vorliegen und die Aktion muss bewusst geschehen. Wie deutlich der Ball gespielt wird und ob die Abwehraktion gelingt, ist unerheblich."

Außerdem brachte er die Theorie ein, Schiedsrichter Stieler könne die Berührung gehört haben. Eine Theorie, die Emre Can vom BVB untermauerte. "Keine Ahnung, ob es Abseits war. Aber ich weiß auf jeden, dass er ihn berührt hat, ich habe es bis hinten gehört", sagte Can nach Abpfiff.

Die Frage, ob Stieler sich die Szene nochmal hätte ansehen sollen, womöglich alleine um das Gemüt der Paderborner zu beruhigen, dürfte in jedem Fall weiter für Gesprächsstoff sorgen. Trainer Steffen Baumgart war gerade deswegen außer sich.

BVB - Paderborn: Baumgart poltert gegen Stieler

"Er hatte die Wahrnehmung, dass der Ball von unserem Spieler gespielt wurde. Ich hätte zumindest erwartet, dass er sich das noch einmal anguckt", polterte Baumgart. "Ich sehe da keine Veränderung des Balles, das ist eine absolute Frechheit. So ein Spiel so abzugeben, daraus eine Berührung des Balles zu machen, ist frech. Langsam wird's lächerlich."

Im VAR-Protokoll gab es aber keine Verpflichtung für den Schiedsrichter, sich die Szene noch einmal anzusehen. Möglich wäre der Gang zum Spielfeldrand dennoch gewesen, um Baumgart womöglich etwas anderes zur Erklärung sagen zu können, als nur seine Wahrnehmung.

Denn dies brachte den SCP-Trainer nachhaltig auf die Palme. "Mir dann zu erklären, er hat eine Wahrnehmung gehabt - und wir haben die Bilder", das sei "eine absolute Frechheit".

"Da machen wir uns zum Affen. Jetzt muss ich aufpassen, dass die Worte nicht zu doll werden, bevor mir wieder irgendeiner erklärt, wir müssen sauber und respektvoll miteinander umgehen", echauffierte sich Baumgart weiter: "Respekt bedeutet auch, sich den Scheiß anzugucken und dann eine Entscheidung zu treffen."