Troy Deeney Anthony Joshua 2017Getty Images / Richard Heathcote

"Ich schlug gegen die Tür meiner Zelle, als er Gold gewann": Das steckt hinter der Freundschaft zwischen Troy Deeney und Box-Star Anthony Joshua


HINTERGRUND

Als Anthony Joshua im August 2012 auf dem vorläufigen Höhepunkt seines Sportlerlebens angekommen war, machte Troy Deeney gerade eine seiner schwersten Zeiten überhaupt durch. Nach einer Diskoschlägerei saß der Kultspieler des FC Watford seinerzeit drei Monate lang im Gefängnis - und doch fieberte er mit, als sich sein Kumpel Joshua in London gegen den Italiener Roberto Cammarelle zum Olympiasieger im Superschwergewicht krönte.

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"Ich war eingesperrt, als er bei Olympia kämpfte. Aber ich schlug gegen die Tür meiner Zelle, als er Gold gewann", wird Deeney vom Daily Record zitiert. Nach der Zeit im Gefängnis startete der damals 24-Jährige auf dem Fußballplatz so richtig durch, wurde zum Top-Torjäger und führte die Hornets 2015 in die Premier League, wo dem heute 32-Jährigen bis zum Abstieg im letzten Sommer 47 Tore in 163 Einsätzen gelangen.

Seinen inzwischen weltberühmten Kumpel Joshua lernte Deeney einst in einem Barber-Shop kennen. "Ich kam erstmals mit Josh in Kontakt, als er noch kein Olympiasieger war", erzählt der englische Stürmer. "Ich ging in einen Barber-Shop in der Market Street, im Zentrum von Watford, und er saß da gerade auf dem Stuhl."

Troy Deeney über Anthony Joshua: "Ein unglaubliches Vorbild"

Als er bemerkte, dass Joshua sein Essen mit dabei hatte, sprach er ihn an: "Ich dachte, es sei doch etwas ungewöhnlich, zu essen, während man seine Haare geschnitten bekommt. Also fragte ich ihn: 'Was gibt's zum Mittag?'"

Troy Deeney Watford 2019-20Getty ImagesBild: Getty Images

Joshua erklärte ihm daraufhin, dass er Boxer sei und Großbritannien bei Olympia vertreten werde. "Er joggte die fünf Meilen nach Hause, daher wollte er noch ein bisschen Energie tanken. Ich fand das cool und wir kamen ins Gespräch", erzählt Deeney. "Es war nie nach dem Motto: 'Oh, du bist Boxer, kann ich dein Freund sein?' Nichts von diesem Scheiß."

Die ähnliche Lebensgeschichte verbindet die beiden Sportler besonders miteinander, erklärt Deeney. "Ich habe nie behauptet, dass ich sein bester Freund sei. Ich bin einfach stolz darauf, was er erreicht hat und ich denke, wir kommen so gut miteinander klar, weil wir einen ähnlichen Hintergrund haben. Wir sind beide in Gegenden aufgewachsen, wo wir bösen Verlockungen ausgesetzt waren. Ich habe meine Fehler gemacht und er auch, als er jünger war." Heute sei Joshua ein "unglaubliches Vorbild. Und das weiß er. Er prahlt halt nicht damit rum."

Am Samstagabend wird Deeney, der mit Watford in der Championship aktuell auf Rang drei steht, seinem Freund mal wieder die Daumen drücken. Dann kämpft Joshua in London gegen Kubrat Pulev (23 Uhr deutscher Zeit live auf DAZN).

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