Angebliche Millionen-Offerte: Wechselt Leipzigs Augustin nach England?

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Jean-Kevin Augustin sorgte in dieser Saison auf und neben dem Feld für wenig rühmliche Schlagzeilen. Bald schon könnte er RB Leipzig verlassen.

HINTERGRUND

Richtig ruhig wird es um Jean-Kevin Augustin wohl nie. Da wäre die Suspendierung nach der Handy-Affäre, der Clinch mit dem französischen Verband und nicht zu vergessen: Die vielen lustlosen Rumpel-Auftritte im Trikot von RB Leipzig.

Als Heilsbringer, als zweiten Top-Stürmer neben Nationalspieler Timo Werner hatten die Sachsen den 21-Jährigen im Vorjahr für 16 Millionen Euro von Paris St. Germain geholt. Doch nach einem höchst durchwachsenen Halbjahr scheint es nicht mehr unmöglich, dass die eigentlich als Traumehe angelegte Verbindung schon bald geschieden wird.

Ganze 40 Millionen Euro, so berichtet France Football, möchte der englische Premier-League-Klub FC Everton für Augustin auf den Tisch legen. Angesichts der aktuellen Form des Franzosen ein schier unglaublicher Betrag, bei dem sich Leipzig mit Sicherheit zweimal überlegen würde, den Angreifer nicht doch abzugeben. Zumal mit Flügelspieler Ademola Lookmann der absolute Wunschspieler von RB-Trainer Ralf Rangnick ebenfalls bei den Liverpoolern spielt. Ihn hatte Leipzig bereits zur vergangenen Rückrunde ausgeliehen und im Sommer vergeblich versucht, fest zu verpflichten.

Augustin zu Everton? Rangnick wiegelt ab

Und dennoch erteilte Rangnick den Spekulationen erst einmal eine Absage. "Tun Sie das mal in die Kategorie Gerüchteküche. Da gehört es hin. Wir wissen davon nichts und haben auch keine Pläne, die in eine Richtung gehen, die damit irgendwas zu tun haben könnte", sagte er am Mittwoch vor dem Europa-League-Spiel gegen Rosenborg Trondheim.

Trotzdem hätte Rangnick mit Augustin in Transfergesprächen mit Everton ein ordentliches Faustpfand zum Wuchern. Zufrieden ist der Coach mit seinem schwierigen Schützling ohnehin keinesfalls. "Warum er nicht so spielt, wie wir es gebrauchen könnten, kann ich nicht sagen", hatte Rangnick jüngst nach der 0:1-Niederlage bei Red Bull Salzburg gesagt.

Und tatsächlich: Auch in der Bundesliga läuft es nicht, da kommt Augustin nur auf drei Treffer in zehn Spielen in dieser Saison. Der letzte datiert vom fünften Spieltag. Verglichen mit Werner und dem fleißigen Dänen Yussuf Poulsen wirkt Augustin zu oft wie ein Fremdkörper im Leipziger Angriff.

Befremdlich war auch sein Verhalten im September, als er aus Gründen der Belastungssteuerung der U21 Frankreichs fernblieb und damit den Verband FFF so sehr erzürnte, dass sich dieser an die FIFA wandte und Leipzig ihn für ein Ligaspiel aus dem Kader nehmen musste, weil ansonsten eine Sperre gedroht hätte. Schwerer wog noch die anschließende Handy-Affäre Ende desselben Monats. Vor dem Heimspiel gegen Salzburg (2:3) hielten sich Augustin und Mitspieler Nordi Mukiele weder an das Handyverbot im Stadion noch erschienen sie rechtzeitig zum Aufwärmen. Rangnick tobte - und suspendierte das Duo.

Intern nimmt auch die Mannschaft die Störenfriede in die Pflicht. Wie Poulsen der Sport Bild sagte, sei es "die Aufgabe für jeden Spieler selbst zu erkennen, was sie möglicherweise ändern müssen." Für Augustin könnte am Ende dieses Erkenntnisprozesses vielleicht sogar ein neuer Arbeitgeber stehen.

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