Auch wenn Beier gegen Stuttgart eine herausragende Leistung zeigte, ging der Titel des Man of the Match verdienterweise an Stuttgarts Deniz Undav. "Da kann es keinen anderen geben", stellte VfB-Coach Sebastian Hoeneß klar.
Ein Blick auf die Statistiken unterstreicht das: Undav schnürte einen Dreierpack und sicherte damit fast im Alleingang den Punkt für die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß. Besonders sehenswert war sein erster Streich, als er mit dem Rücken zum Tor stehend den Ball aus dem Stand unhaltbar für Gregor Kobel ins Netz lenkte. Nach dem Spiel sparte der 29-Jährige nicht mit Selbstlob: "Weltklasse, wie ich meinen Körper reinstelle und durch die Beine abschließe, muss ich sagen", erklärte er im Sky-Interview zu seinem dritten Treffer.
Mit seinem Dreierpack steht Undav nun bei sechs Saisontoren, obwohl er bereits vier Spiele aufgrund einer Innenbandverletzung verpasste. Fünf dieser sechs Treffer erzielte er allein in den vergangenen beiden Ligaspielen gegen den FC Augsburg und nun den BVB. Mit Blick auf die Nationalmannschaft setzte er damit ein deutliches Ausrufezeichen und macht sich für Bundestrainer Julian Nagelsmann für die WM im Sommer bemerkbar - auch wenn Undav selbst betonte: "Das Spiel war noch keine Bewerbung. Es ist noch relativ früh. Wenn ich jetzt drei Spiele nicht treffe, bin ich wieder ein schlechter Spieler. Ich muss konstant Leistung bringen und Tore schießen."
Nagelsmann hatte Undav zuletzt im Juni nominiert, seitdem spielt er keine Rolle mehr im DFB-Team. Auch für die jüngsten WM-Qualifikationsspiele wurde er nicht berücksichtigt. Mit Nick Woltemade scheint das langjährige Mittelstürmer-Problem nun endlich gelöst zu sein. Dennoch wird Nagelsmann nicht lange wegsehen können, sollte Undav seine aktuelle Torform beibehalten: "Ich glaube, dass ich, wenn ich die Leistung bringe, immer eine Option bin. Das weiß der Bundestrainer, und ich versuche, es so schwer wie möglich für ihn zu machen."
Dabei sei er ja gar kein Stürmer, äußerte sich Undav bei Sky sarkastisch zu der Kritik, dass er von einigen Experten nicht als solcher wahrgenommen werde. Bereits nach dem Spiel gegen Augsburg hatte er klargestellt: "Ich bin ein klassischer Stürmer, der spielstark ist. Es ist ja nicht meine Schuld, dass ich spielstark und klein bin und deshalb nicht als Stürmer gesehen werde." Ein Stürmer, der vielleicht schon bald wieder das Trikot des viermaligen Weltmeisters tragen könnte.
Hoeneß jedenfalls sagte anerkennend: "In der zweiten Halbzeit war er absolute Weltklasse. Er hat in Dortmund drei Tore gemacht, gegen Schlotterbeck, Anton und Can. Das war eine überragende Leistung. Deniz ist im Flow."