Karl-Heinz Rummenigge 03192024(C)Getty Images

"Was die Gehälter unserer Spieler angeht, waren wir etwas großzügig": Ehemaliger Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge präsentiert neues Gehaltsmodell beim FC Bayern

Bayern Münchens ehemaliger Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat das neue Gehaltskonzept des Rekordmeisters vorgestellt und dabei ein großes Finanzproblem im Profifußball angesprochen.

  • WAS WURDE GESAGT?

    "Das große Problem im europäischen Spitzenfußball sind nicht die Ablösesummen. Vielleicht hat noch nicht jeder das eigentliche Problem erkannt. Es sind die hohen Gehälter. Wenn man 100 Millionen für Harry Kane bezahlt, ist das eine Menge Geld. Aber der Verein schreibt das über fünf Jahre ab, sodass es in der Bilanz 20 Millionen pro Jahr sind. Das große Problem sind die hohen Gehälter. Auch der FC Bayern spürt das", verriet Rummenigge in einem Interview mit der Welt am Sonntag.

  • Werbung
  • Sepp Maier's 80th Birthday Special Exhibition OpeningGetty Images Sport

    WAS IST PASSIERT?

    Der 69-Jährige weiter: "Was die Gehälter unserer Spieler angeht, waren wir etwas großzügig – und das müssen wir selbstkritisch sagen." Diesbezüglich habe es beim FC Bayern nun ein Umdenken gegeben, erklärt Rummenigge. "Unsere sportliche Leitung hat dem Aufsichtsrat ein sehr schlüssiges Konzept vorgelegt, wonach 14 bis 16 Spieler ein 'sehr gutes' Gehalt erhalten würden, vier bis sechs Spieler ein geringeres Gehalt – und der Rest des Kaders dann aus Campus-Spielern bestehen würde."

  • WAS IST DER HINTERGRUND?

    Das Thema Gehalt dominierte in der abgelaufenen Saison fast durchgehend bei den Bayern. Sportvorstand Max Eberl wurde vom Aufsichtsrat beauftragt, durch Einsparungen beim Gehalt sowie Spielerverkäufen die Kosten im Verein zu senken und "eine gesunde Mischung zwischen Einnahmen und Ausgaben zu finden". Dennoch wurden im Laufe der Saison die Schlüsselspieler Alphonso Davies, Jamal Musiala, Manuel Neuer und Joshua Kimmich mit äußerst lukrativen neuen Verträgen ausgestattet. Im Gegenzug erhielt Thomas Müller keinen neuen Vertrag, und auch Leroy Sane ist aufgrund seines ablösefreien Wechsels zu Galatasaray Istanbul nicht mehr auf der Gehaltsliste.

  • Hasan Salihamidzic Bayern 2023Getty

    DIE REAKTION:

    Eberl machte in der Vergangenheit indirekt die finanzielle Planung unter Hasan Salihamidzic und dem früheren Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn für den Sparkurs des Klubs verantwortlich, was Salihamidzic jedoch von sich wies. "Die Gehälter waren oft an der Grenze, aber wir wollten den Fans eine Attraktion bieten, egal, ob mit Neuzugängen oder Verlängerungen", sagte der Bosnier im Interview mit der Sport Bild.

    "Natürlich sind uns auch Fehler unterlaufen, wie das sicher vor uns der Fall war und künftig der Fall sein wird. Fußball ist ein Risikogeschäft, unsere Fehlerquote war aber nicht so hoch, sonst hätten wir nicht 16 Titel gewonnen." Man müsse den Zusammenhang mit dem Zeitpunkt sehen, "in dem die einzelnen Verträge geschlossen wurden".

0