Es scheint fast, als läge ein Transferfluch auf allen Angreifern, die Frankfurt verlassen. Nächstes Beispiel: Omar Marmoush, 2024 für 75 Millionen Euro zu Manchester City gewechselt, startete vielversprechend und war in seinem ersten Halbjahr auf der Insel unangefochtener Stammspieler. Doch nach einer Knieverletzung in seiner ersten vollen Saison bei City, die ihn wochenlang außer Gefecht setzte, spielt der 25-Jährige unter Pep Guardiola nun nur noch eine untergeordnete Rolle. Lediglich Kurzeinsätze als Joker sind ihm vergönnt.
Angesichts der Häufung solcher Negativbeispiele und der Verpflichtung des deutlich teureren Alexander Isak auf seiner Position hätte man bei Ekitikes Wechsel zu Liverpool eigentlich mit ähnlichen Problemen rechnen können. Doch der Franzose ließ sich nicht einschüchtern. Nach einem starken Start schwächelte er zwar kurzzeitig, als die gesamte Mannschaft völlig von der Rolle war, doch im Dezember drehte er richtig auf. Schon vor Isaks Wadenbeinverletzung zeichnete sich langsam aber sicher ab, dass Ekitike das interne Mittelstürmerduell vorerst für sich entschieden hatte.
In den vergangenen fünf Ligaspielen alleine erzielte Ekitike fünf Tore (zwei mehr als Isak in seinen 16 Einsätzen insgesamt) und ist einer der Hauptgründe, warum die Reds wieder in die Spur gefunden haben. Seine Bilanz hätte gar noch besser sein können, wäre ihm das Abschlussglück auch am Neujahrstag beim 0:0 gegen Leeds United hold gewesen. Der Franzose spielte zwar ordentlich, vergab aber einige Chancen und hatte Pech, dass Wirtz eine starke Vorlage nicht zumindest in einen Assist ummünzte.
In dieser Saison steht Ekitike bei elf Pflichtspieltreffern und brach kürzlich sogar Mohamed Salahs Klubrekord des Liverpool-Spielers, der am schnellsten zehn Tore erreichte. Trainer Arne Slot führt Ekitikes Aufschwung unter anderem auf seine verbesserte Fitness zurück. "Manchmal musste ich - wir - ein wenig überzeugt werden, dass all das wirklich nötig ist, um stärker zu werden, aber er hat es immer durchgezogen, nicht immer mit einem Lächeln im Gesicht, aber er hat wirklich hart daran gearbeitet, auf und neben dem Platz fitter zu werden."
Doch nicht nur die Fitness, auch ein taktischer Kniff trägt zu seiner starken Form bei: Ekitike beteiligt sich defensiv mehr und läuft deutlich mehr als zuvor - eine Entwicklung, die Slot besonders gefällt. "Er hat sich deutlich verbessert, was seine Laufbereitschaft während eines Spiels und seinen Arbeitseinsatz angeht, und das ist auch eine große Hilfe für die Mannschaft."
Anders als seine Vorgänger, die die Eintracht für eine hohe Summe verließen, performt Ekitike immer noch wie zu seinen besten Frankfurter Zeiten. Er kombiniert nach wie vor enormes Tempo, technische Klasse und einen hervorragenden Abschluss mit Torgefahr und angesichts von Isaks langem Ausfall ist er vorerst Liverpools klare Nummer eins auf der Mittelstürmerposition.