Tottenham Hotspur v Liverpool - Premier LeagueGetty Images Sport

"Transferfluch" beendet! Hugo Ekitike gelingt beim FC Liverpool etwas, das allen teuren Abgängen von Eintracht Frankfurt verwehrt blieb

Hugo Ekitike wechselte im Sommer für eine gigantische Ablösesumme von 95 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt zum FC Liverpool. Zwar hielt er den Status als teuerster Transfer der Vereinsgeschichte an der Anfield Road nur kurz inne - noch im selben Sommer überholten ihn Florian Wirtz (125 Millionen Euro von Bayer Leverkusen) und Alexander Isak (145 Millionen Euro von Newcastle United) -, in Frankfurt bleibt Ekitike gemeinsam mit Randal Kolo Muani dennoch weiterhin der kostspieligste Abgang der Vereinsgeschichte.

Seit seinem Wechsel sind fast fünfeinhalb Monate vergangen und Ekitike erfüllt in Liverpool bislang nicht nur die enorm hohen Erwartungen, sondern hat dabei etwas geschafft, woran viele vor ihm scheiterten - er durchbrach den Frankfurter "Transferfluch".

  • Kaum ein anderer Bundesligist bewies in den vergangenen knapp zehn Jahren ein so feines Gespür für Stürmer wie Eintracht Frankfurt. Aus vermeintlich unscheinbaren Talenten formten die Hessen in bemerkenswerter Regelmäßigkeit - egal ob der Sportvorstand dabei Fredi Bobic oder Markus Krösche hieß - Akteure von europäischem Format. Den Ausgangspunkt dieser Entwicklung markierte der DFB-Pokal-Triumph 2018 und die damit verbundene Rückkehr auf die internationale Bühne in der darauffolgenden Saison.

    In der Europa League sorgte das aufgrund seiner Physis medial als "Büffelherde" gefeierte Offensivtrio aus Luka Jovic, Sebastien Haller und Ante Rebic für Furore. Vor allem Jovic erlebte einen kometenhaften Aufstieg: Zehn Treffer in 14 Europa-League-Partien, insgesamt 27 Tore und sieben Vorlagen in der Saison 2018/19 unterstrichen dies. Entsprechend groß war das Interesse der europäischen Elite - und so wechselte der Serbe zu Rekord-Champions-League-Sieger Real Madrid. Frankfurt kassierte für den Transfer eine Ablösesumme von 63 Millionen Euro - damals Vereinsrekord. In Madrid jedoch blieb Jovic den hohen Erwartungen entsprechende Auftritte weitgehend schuldig. In 51 Einsätzen erzielte er lediglich drei Treffer, das Kapitel entwickelte sich schnell zu einem Missverständnis und nach einer kurzen Leihe zurück zur Eintracht wurde die Zusammenarbeit endgültig beendet.

    Es folgten Stationen bei der Fiorentina und der AC Milan, wohin Jovic für lediglich 500.000 Euro wechselte - ohne an seine Frankfurter Glanzzeit anknüpfen zu können. Seit 2025 steht er beim griechischen Topklub AEK Athen unter Vertrag, wo es immerhin wieder etwas besser läuft. An sein Niveau der Saison 2018/19 reicht er jedoch weiterhin nicht heran.

    Der Fall Jovic sollte sich bei Eintracht Frankfurt in den Jahren darauf jedoch nicht als Ausnahme, sondern vielmehr als wiederkehrendes Muster erweisen.

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  • Kolo MuaniGetty Images

    Von Jovic bis Kolo Muani: Sportliche Rückschläge nach Abgang von Frankfurt häufen sich

    Im selben Sommer, in dem Jovic Frankfurt verließ, zog nämlich auch Haller weiter: Für 50 Millionen Euro wechselte der Ivorer zu West Ham United, ehe weitere Stationen bei Ajax Amsterdam, Borussia Dortmund und zuletzt dem FC Utrecht in der niederländischen Eredivisie folgten. Abgesehen von einer kurzen Phase bei Ajax gelang es jedoch auch Haller nicht wirklich, sein Frankfurter Leistungsniveau dauerhaft zu bestätigen. Bei Rebic verlief der sportliche Absturz sogar noch schneller, wenngleich die Eintracht für den Kroaten mit 6,7 Millionen Euro vergleichsweise wenig Ablöse erzielte.

    Trotz des gleichzeitigen Abgangs des gesamten Offensivtrios blieb der befürchtete Einbruch in Frankfurt aus. Mit Andre Silva präsentierten die Hessen umgehend den nächsten Stürmer, der die entstandene Lücke schloss. In 71 Pflichtspielen steuerte der Portugiese starke 45 Tore und 15 Vorlagen bei, entwickelte sich so zu einem begehrten Transferobjekt und wechselte 2021 für stolze 23 Millionen Euro zu RB Leipzig. Dort setzte sich das bekannte Muster fort: ein sportlicher Abstieg, verbunden mit dem Wandel zum Wandervogel. Inzwischen steht Silva in Spanien beim Elche FC unter Vertrag.

    In den Folgejahren traf es auch Jesper Lindström und Randal Kolo Muani. Lindström, in der historischen Champions-League-Saison 2022/23 noch Leistungsträger unter Oliver Glasner, scheiterte nach seinem 30-Millionen-Wechsel zur SSC Neapel und ist inzwischen Reservist auf Leihbasis beim VfL Wolfsburg. Nicht ganz so drastisch verlief der Absturz von Kolo Muani: Nach 43 Scorerpunkten in 50 Spielen für Frankfurt konnte der Franzose seinen 95-Millionen-Wechsel zu Paris Saint-Germain nie rechtfertigen und wartet aktuell leihweise bei Tottenham Hotspur weiterhin auf sein erstes Premier-League-Tor.

  • FBL-ENG-PR-TOTTENHAM-LIVERPOOLAFP

    Hugo Ekitike bricht Frankfurter "Transferfluch"

    Es scheint fast, als läge ein Transferfluch auf allen Angreifern, die Frankfurt verlassen. Nächstes Beispiel: Omar Marmoush, 2024 für 75 Millionen Euro zu Manchester City gewechselt, startete vielversprechend und war in seinem ersten Halbjahr auf der Insel unangefochtener Stammspieler. Doch nach einer Knieverletzung in seiner ersten vollen Saison bei City, die ihn wochenlang außer Gefecht setzte, spielt der 25-Jährige unter Pep Guardiola nun nur noch eine untergeordnete Rolle. Lediglich Kurzeinsätze als Joker sind ihm vergönnt.

    Angesichts der Häufung solcher Negativbeispiele und der Verpflichtung des deutlich teureren Alexander Isak auf seiner Position hätte man bei Ekitikes Wechsel zu Liverpool eigentlich mit ähnlichen Problemen rechnen können. Doch der Franzose ließ sich nicht einschüchtern. Nach einem starken Start schwächelte er zwar kurzzeitig, als die gesamte Mannschaft völlig von der Rolle war, doch im Dezember drehte er richtig auf. Schon vor Isaks Wadenbeinverletzung zeichnete sich langsam aber sicher ab, dass Ekitike das interne Mittelstürmerduell vorerst für sich entschieden hatte.

    In den vergangenen fünf Ligaspielen alleine erzielte Ekitike fünf Tore (zwei mehr als Isak in seinen 16 Einsätzen insgesamt) und ist einer der Hauptgründe, warum die Reds wieder in die Spur gefunden haben. Seine Bilanz hätte gar noch besser sein können, wäre ihm das Abschlussglück auch am Neujahrstag beim 0:0 gegen Leeds United hold gewesen. Der Franzose spielte zwar ordentlich, vergab aber einige Chancen und hatte Pech, dass Wirtz eine starke Vorlage nicht zumindest in einen Assist ummünzte.

    In dieser Saison steht Ekitike bei elf Pflichtspieltreffern und brach kürzlich sogar Mohamed Salahs Klubrekord des Liverpool-Spielers, der am schnellsten zehn Tore erreichte. Trainer Arne Slot führt Ekitikes Aufschwung unter anderem auf seine verbesserte Fitness zurück. "Manchmal musste ich - wir - ein wenig überzeugt werden, dass all das wirklich nötig ist, um stärker zu werden, aber er hat es immer durchgezogen, nicht immer mit einem Lächeln im Gesicht, aber er hat wirklich hart daran gearbeitet, auf und neben dem Platz fitter zu werden."

    Doch nicht nur die Fitness, auch ein taktischer Kniff trägt zu seiner starken Form bei: Ekitike beteiligt sich defensiv mehr und läuft deutlich mehr als zuvor - eine Entwicklung, die Slot besonders gefällt. "Er hat sich deutlich verbessert, was seine Laufbereitschaft während eines Spiels und seinen Arbeitseinsatz angeht, und das ist auch eine große Hilfe für die Mannschaft."

    Anders als seine Vorgänger, die die Eintracht für eine hohe Summe verließen, performt Ekitike immer noch wie zu seinen besten Frankfurter Zeiten. Er kombiniert nach wie vor enormes Tempo, technische Klasse und einen hervorragenden Abschluss mit Torgefahr und angesichts von Isaks langem Ausfall ist er vorerst Liverpools klare Nummer eins auf der Mittelstürmerposition.

  • Eintracht Frankfurt: Die zehn teuersten Abgänge

    • Hugo Ekitike - 95 Millionen Euro Ablöse (FC Liverpool/2025)
    • Randal Kolo Muani - 95 Millionen Euro Ablöse (PSG/2023)
    • Omar Marmoush - 75 Millionen Euro Ablöse (Manchester City/2025)
    • Luka Jovic - 63 Millionen Euro Ablöse (Real Madrid/2019)
    • Sebastien Haller - 50 Millionen Euro Ablöse (West Ham/2019)
    • Willian Pacho - 40 Millionen Euro Ablöse (PSG/2024)
    • Jesper Lindström - 30 Millionen Euro Ablöse (Napoli/2023)
    • Andre Silva - 23 Millionen Euro Ablöse (RB Leipzig/2021)
    • Tuta - 15 Millionen Euro Ablöse (Al Duhail/2025)
    • Filip Kostic - 14,7 Millionen Euro Ablöse (Juventus/2022)

Häufig gestellte Fragen

Florian Wirtz' Revier ist die Offensive – bevorzugt agiert er als offensiver Mittelfeldspieler oder als Rechtsaußen.

Am 3. Mai 2002 erblickte Wirtz in Pulheim in Nordrhein-Westfalen das Licht der Welt – jenem Ort, an dem auch seine Fußballreise ihren Anfang nahm.

Beim FC Liverpool läuft Wirtz mit der Rückennummer 27 auf. In der deutschen Nationalmannschaft trägt er die 17.

Mit einer Körpergröße von 1,77 Metern zählt Wirtz nicht zu den größten, aber auch nicht zu den kleinsten Spielern auf dem Platz.

Wirtz bringt rund 72 Kilogramm auf den Platz.

Wirtz' genaue Schuhgröße ist nicht offiziell bekannt. In Fanforen wird sie auf etwa 42 bis 43 geschätzt – passend zu seiner Körpergröße.

Wirtz agiert zwar häufig über die linke Seite des Spielfelds – etwa um Dribblings abzuschließen oder präzise Pässe in die Gefahrenzone zu spielen –, ist jedoch eindeutig Rechtsfuß.

Wirtz' fußballerische Reise begann beim SV Grün-Weiß Brauweiler in seinem Heimatort Pulheim.

Seit Juli 2025 hat Wirtz seine neue Heimat in Liverpool gefunden, wo er für den FC Liverpool aufläuft.

Der Nationalspieler setzt auf den Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupe – ein beeindruckendes Kraftpaket mit 585 PS, das in nur 3,4 Sekunden von null auf 100 km/h sprintet und bis zu 310 km/h erreicht.

Florian Wirtz wurde in Deutschland geboren, verbrachte dort den Großteil seines Lebens, besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft und spielt für die deutsche Nationalmannschaft. Dementsprechend spricht er selbstverständlich Deutsch.

Wirtz hat keine eigenen Kinder.

Seit Herbst 2022 ist Florian Wirtz mit Aaliyah liiert, einer Influencerin, die auf TikTok mehr als 100.000 Follower zählt. Sie begleitet ihn regelmäßig zu Spielen und zeigt sich gelegentlich gemeinsam mit ihm in der Öffentlichkeit.

Sein Transfer zu Liverpool sowie lukrative Sponsoringverträge sichern Wirtz eine solide finanzielle Basis. Hinzu kommen ein hoher Marktwert und zusätzliche Einkünfte aus Werbepartnerschaften, die sein Vermögen weiter steigern. Sports Illustrated schätzt sein Vermögen auf rund 20 Millionen Euro.

Wirtz steht noch am Anfang seiner Karriere, hat aber bereits beachtliche Erfolge gefeiert: Mit Bayer Leverkusen gewann er die deutsche Meisterschaft, den DFB-Pokal und den Supercup. Er steht also bei drei Titeln.

Die prestigeträchtigste individuelle Auszeichnung im Fußball – den Ballon d'Or – konnte Wirtz bislang noch nicht gewinnen.

Den Titel des FIFA-Weltfußballers hat er auch noch nicht geholt.

Wie bei vielen mit dem Vornamen Florian wird auch Wirtz häufig mit "Flo" angesprochen. Weitere geläufige Spitznamen sind bislang nicht bekannt.

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