FBL-AFR-2025-MATCH 52-SEN-MARAFP

Senegal droht mit Spielabbruch - und Star von Real Madrid vergibt per Panenka! Afrika-Cup-Finale erlebt nach umstrittenem Elfmeterpfiff für Marokko einen unfassbaren Eklat

Das Finale des Afrika-Cups zwischen Gastgeber Marokko und Senegal am Sonntagabend hat kurz vor Ende der regulären Spielzeit beim Stand von 0:0 einen heftigen Eklat erlebt.

  • Afrika-Cup, Finale: Marokko erhält kurz vor Schluss umstrittenen Elfmeter

    Als Marokko kurz vor Ablauf der achtminütigen Nachspielzeit in Folge eines VAR-Eingriffs ein sehr fragwürdiger Elfmeter zugesprochen wurde, kochten die Emotionen auf Seiten der Senegalesen über. El Hadji Malick Diouf hatte Brahim Diaz im Strafraum leicht umgerissen, der marokkanische Spielmacher ging daraufhin sehr theatralisch zu Boden.

    Schiedsrichter Jean-Jacques Ndala Ngambo ließ zunächst weiterlaufen, schaute sich die Szene dann am VAR-Monitor aber noch einmal an und gab Elfmeter. Eine sehr strittige, aber letztlich doch vertretbare Entscheidung.

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    Senegal wurde wohl reguläres Tor aberkannt

    Senegals Reaktion auf den Elfmeterpfiff fiel extrem aus. Trainer Pape Thiaw forderte seine Spieler sogar auf, den Platz zu verlassen - und tatsächlich gingen die meisten senegalesischen Akteure zunächst in die Kabine und weigerten sich, die Partie fortzusetzen.

    Einige Minuten lang warteten Marokko und das Schiedsrichtergespann darauf, dass die Senegalesen auf den Rasen zurückkehrten. Kapitän und Superstar Sadio Mane war die ganze Zeit über draußen geblieben und forderte seine Teamkollegen vehement dazu auf, weiterzumachen. Warum Senegals Ärger derart heftig ausfiel, lag derweil auch an einer Szene ein paar Minuten zuvor: In der zweiten Minute der Nachspielzeit hatte Ismaila Sarr den Afrika-Cup-Sieger von 2022 vermeintlich mit 1:0 in Führung gebracht.

    Der Schiedsrichter nahm den Treffer jedoch zurück - und auch diese Entscheidung war enorm umstritten. Abdoulaye Seck hatte nach einer Ecke zunächst per Kopf den Pfosten getroffen, per Abstauber war dann Sarr zur Stelle. Der Unparteiische pfiff jedoch ab, da Seck Achraf Hakimi bei seinem Kopfball seiner Meinung nach gefoult hatte. Der Kontakt war allerdings nur sehr leicht und wohl nicht irregulär. Dennoch verzichtete Schiedsrichter Ndala Ngambo darauf, sich die Szene noch einmal am Video-Monitor anzuschauen, um seine Entscheidung möglicherweise zu revidieren.

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    Afrika-Cup-Finale: Marokkos Brahim Diaz scheitert per Panenka

    Die Senegalesen waren derweil knapp 20 Minuten nach dem fragwürdigen Elfmeterpfiff zugunsten von Marokko dann doch wieder geschlossen auf dem Platz, nachdem kurzzeitig ein Abbruch des Endspiels gedroht hatte. Mane hatte seine Mannschaft davon überzeugt, die Elfmeterentscheidung zu akzeptieren und weiterzumachen. Eine Entscheidung, die sich lohnen sollte.

    Denn das Elfmeterdrama war noch nicht zu Ende erzählt. Brahim Diaz übernahm vor den hoffnungsfrohen heimischen Fans in Rabat die Verantwortung und trat zu dem möglicherweise alles entscheidenden Strafstoß an. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid probierte es mit einem Panenka - doch Senegals Torhüter Edouard Mendy blieb einfach stehen und konnte den Ball so ohne Mühe parieren.

    Direkt danach pfiff der Schiedsrichter die reguläre Spielzeit ab und es ging torlos in die Verlängerung. Der Schock bei Diaz und im weiten Rund saß tief - und wurde ein paar Minuten später noch größer. Denn in der 94. Minute brachte Mittelfeldspieler Pape Gueye den Senegal in Führung.

    Die konsternierten Marokkaner berappelten sich und drängten in der verbleibenden Spielzeit der Verlängerung auf den Ausgleich. Mehr als ein Latten-Kopfball von Nayef Aguerd in der 108. Minute war allerdings nicht mehr drin. Der Senegal hätte derweil schon früher alles klar machen können, Cherif Ndiaye vergab jedoch eine riesige Chance auf das 2:0 (111.).

    Dennoch reichte es für die Mannschaft von Trainer Thiaw zum Sieg und damit zum zweiten Afrika-Cup-Titel für den Senegal nach 2022. Schon vor dem Finale hatte es indes Ärger gegeben, da der senegalesische Verband Gastgeber Marokko vorwarf, Mane und Co. im Vorfeld des großen Spiels nicht gut zu behandeln. So sei die Mannschaft Senegals bei ihrer Ankunft am Bahnhof einer "gefährlichen Situation" ausgesetzt gewesen durch "mangelnde Sicherheitsvorkehrungen".

    "Was gestern passiert ist, war nicht normal", sagte Nationaltrainer Thiaw. "Angesichts der Anzahl der Menschen hätte alles Mögliche passieren können. Meine Spieler hätten in Gefahr sein können."

    Marokko, als Top-Favorit in das Heimturnier gegangen, muss indes weiter auf seinen zweiten Afrika-Cup-Titel warten. Der WM-Vierte von 2022 hatte davon geträumt, sich erstmals seit 50 Jahren (1976) wieder zum kontinentalen Champion zu krönen.

  • Marokko vs. Senegal im Afrika-Cup-Finale: Die Zahlen zum Spiel

    • Spiel: Marokko vs. Senegal 0:1 n.V.
    • Wettbewerb: Afrika-Cup, Finale
    • Spielort: Rabat (Marokko)
    • Tor: 0:1 Gueye (94.)
    • Bes. Vorkommnis: Diaz (Marokko) verschießt Elfmeter (90.+24)
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