Während die Bosse des FC Bayern aktuell alle Hebel in Bewegung setzen, um den 2025 auslaufenden Vertrag von Joshua Kimmich zu verlängern, spricht Michael Reschke, ehemaliger Technischer Direktor der Bayern, darüber, wie die Münchner den Nationalspieler vor vielen Jahren an die Isar lotsen konnten.
Getty Images"Schnick-Schnack-Aktion": Ehemaliger Boss des FC Bayern spricht über ungewöhnlichen Deal beim Transfer von Joshua Kimmich
WAS WURDE GESAGT?
Reschke reiste 2014 zur U19-Europameisterschaft nach Ungarn, wo ihm der damals 19-jährige Kimmich auffiel. "Ich war total begeistert von seinem Spiel", sagte der 67-Jährige im Podcast Behind The Athletes, der daraufhin, gemeinsam mit Scout Marco Neppe, entschieden habe, das Talent zu den Bayern zu holen.
Getty ImagesDIE TRANSFERGESCHICHTE:
Kimmich stand zu der Zeit bei RB Leipzig, damals Zweitligist, unter Vertrag und war ein Jahr davor vom VfB Stuttgart zu den Sachsen gewechselt. Der VfB hatte jedoch eine Rückkaufoption. "Diese Rückkaufoption für 900.000 Euro konnte Leipzig für 1,2 Millionen toppen. Und diese Schnick-Schnack-Aktion konnte dann Stuttgart wiederum für 1,5 Millionen toppen."
WAS IST DER HINTERGRUND?
Reschke verhandelte mit dem VfB und die Bayern nutzten unter anderem auch die finanzielle Lage der Schwaben aus, um Kimmich für satte 9,5 Millionen Euro zu verpflichten. "Stuttgart hatte nicht die Mittel, um Kimmich zurückzuholen", erklärte Reschke.
Seit 2015 ist Kimmich nun bereits beim FC Bayern. Mit dem Klub gewann er in dieser Zeit alles, was es zu gewinnen gibt. Er absolvierte für die Roten bislang 409 Spiele, in denen ihm 42 Tore und 108 Vorlagen gelangen.
GettyWIE GEHT ES WEITER?
Seine mittelfristige Zukunft ist noch offen. Am Rande des 1:1 gegen den BVB am Samstagabend sagte er zu den Vertragsverhandlungen mit dem FCB: "Natürlich ist es eine sehr, sehr wichtige Entscheidung für mich, die jetzt ansteht. Es ist gut, im Winter dann das ganz große Bild zu sehen - und zu schauen, was ist passiert?"
Kimmich will nichts überstürzen: "Dadurch, dass so viele Spiele sind, fährt man alle drei Tage emotional hoch und wieder runter", so der Nationalspieler, der bei seiner Entscheidung auch die Vergangenheit mit einbeziehen möchte.
Während sich der Spieler zwar nicht in die Karten blicken lässt, macht der Klub offenkundig klar, welche Ziele man mit Kimmich verfolgt. "Natürlich wollen wir verlängern, die Entscheidung wird jetzt aber nicht heute oder morgen fallen. Wir würden sehr gerne langfristig mit ihm arbeiten", bekräftigte Sportvorstand Max Eberl vor dem Bundesliga-Kracher gegen Borussia Dortmund.
Worte, die Kimmich gerne hört: "Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn man Wertschätzung bekommt". Er wisse, "was ich hier beim FC Bayern München habe. Meine Familie fühlt sich wohl hier."