Real Madrid CF v Al Hilal: Group H - FIFA Club World Cup 2025Getty Images Sport

Rundumschlag gegen Barcelona, Javier Tebas und die UEFA! Präsident von Real Madrid hält auf Mitgliederversammlung brisante 78-Minuten-Wutrede

Präsident Florentino Perez hat auf der Jahreshauptversammlung von Real Madrid in einer 78-minütigen Rede kein gutes Haar am FC Barcelona, Liga-Boss Javier Tebas, dem spanischen Schiedsrichterwesen und der UEFA gelassen. 

  • Perez wettert gegen den FC Barcelona

    Bei seinem Rundumschlag legte sich der 78-Jährige quasi mit jeder Institution an, mit der er sich in der jüngeren Vergangenheit angelegt hatte. Barca warf er indirekt Manipulation vor, als er auf den Korruptionsverdacht gegen die Katalanen im Zuge der Negreira-Affäre zu sprechen kam. Demnach soll der einstige Vizepräsident des spanischen Schiedsrichter-Ausschusses, Jose Maria Enriquez Negreira, zwischen 2001 und 2018 über sieben Millionen Euro an Zahlungen vom FC Barcelona erhalten haben - bis heute dauern die Ermittlungen an. 

    Ein Vorgang, der laut Perez "nicht normal" sei. "Er hatte Schlüsselpositionen im System inne und hat über Beförderungen und Degradierungen von Schiedsrichtern entschieden", sagte er. Der Zeitraum falle "zufällig mit den besten sportlichen Ergebnissen des FC Barcelona zusammen", betonte Perez und belegte seinen Vorwurfe mit den Platzverweisen gegen Barca und die Königlichen sowie deren jeweiligen Gegner. 

    Während 126 Real-Profis vom Platz gestellt wurden und auf der Gegenseite 124, herrschte bei Barca im Verhältnis ein deutliche Ungleichgewicht. In Zahlen: 108 Rote Karten stehen 169 der Gegner gegenüber. "Die Zahlen sprechen für sich", sagte Perez und betonte: "Halten Sie es für normal, dass manche Real-Spieler mehr Europapokale als Meistertitel haben?" Heißt: Laut Perez hätten Real in diesem Zeitraum deutlich mehr Meistertitel zugestanden, die Schiedsrichter hätten aber Barca bevorzugt.

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  • Florentino PerezGetty Images

    Perez über LaLiga-Boss Tebas: "Er korrumpiert die Liga"

    Außerdem legte Perez auch nochmal in der Debatte um Schiedsrichter Ricardo de Burgos Bengoetxea nach, der vor dem Finale der Copa del Rey Ende April wegen des von Real ausgeübten Drucks auf einer Pressekonferenz in Tränen ausgebrochen war. In der Folge hätte er "suspendiert werden müssen", schimpfte Perez: "Und es geschah nichts." Im Zuge dessen sprach er von einem "inakzeptablen" Niveau der spanischen Schiedsrichter. Dementsprechend sei es eine "Schande" gewesen, dass die UEFA für die Premiere der neu eingeführten Klub-WM im Sommer einen Unparteiischen aus Spanien nominiert hatte. 

    Zudem knöpfte sich Perez seinen Erzfeind Tebas vor und bezog sich bei seiner Tirade gegen den Liga-Präsidenten vor allem auf das gescheiterte Vorhaben, das Ligaspiel zwischen Barca und dem FC Villarreal in den USA auszutragen. "Er korrumpiert die Liga", sagte er und sprach bezüglich des Umgangs mit den Protesten von Spielern und Fans von "einer beschämenden Zensur". Perez ergänzte: "Sie halten die Fans für dumm. Sie haben den Verstand verloren." Derartiges Verhalten solle "zur Entlassung des Präsidenten führen".

  • Real Madrid will für Einführung der einer Super League kämpfen

    Reals Bestreben nach einer Super League, die inzwischen auf den Namen Unify League hört, veranlasste Perez auch noch zu einem direkten Angriff auf die UEFA. "Sie verkaufen uns für dumm", sagte er über den Verband und verriet, dass die Madrilenen deshalb Klage eingereicht haben, um die Austragung des Wettbewerbs durchzusetzen. "Es ist nicht normal und nicht legal, die Vereine daran zu hindern, ihre eigenen Turniere zu organisieren."

    Anschließend brach großer Jubel im Saal aus, was Perez zu einem Versprechen motivierte. "Wir haben das Recht auf Schadenersatz in Höhe von mehreren Milliarden Euro und wir haben das Recht, unseren eigenen Wettbewerb zu veranstalten", sagte er und stellte klar: "Und ich versichere Ihnen, dass wir beides durchsetzen werden." Ende 2023 hatte der Europäische Gerichtshof eine Grundsatzentscheidung im Streit um eine Super League im europäischen Fußball getroffen - und die Tür für eine Gründung des umstrittenen Wettbewerbs geöffnet, wovon sich die UEFA nicht beirren ließ. Das von den Initiatoren um Perez veranlasste Verfahren läuft noch. 

  • Real Madrid: Die Anzahl der wichtigsten Titel im Überblick

    • LaLiga: 36
    • Copa del Rey: 20
    • Champions League: 15
    • Europa League: 2
    • UEFA-Supercup: 6
    • Klub-WM: 5
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