Kimmich selbst hätte lieber im Mittelfeld geholfen, die zum Zeitpunkt seiner Einwechslung immer stärker werdenden Augsburger im Zaum zu halten. Angesprochen darauf, was er in der Zentrale Mehrwert bietet, erklärte er vielsagend: "Man versucht immer, seine individuelle Qualität auf den Platz zu bringen und ich hoffe, dass das in drei Tagen wieder der Fall sein wird."
Dabei ist die Flexibilität freilich eine Stärke im Bayern-Kader, wie auch Kimmich bemerkte. Schließlich sei auch Laimer "nicht der geborene Außenverteidiger" und Stanisic habe auch öfters schon als Innenverteidiger gespielt, betonte er richtigerweise. "Wir leben auch schon davon, dass viele Spieler auf verschiedenen Positionen spielen können und auf dieser Position ihre individuelle Qualität hereinbringen können. Natürlich hat der Phonzy jetzt heute rechts gespielt, aber wir hatten auch schon häufiger ein Rechtsfuß auf links und es hat funktioniert."
Doch alles funktioniert eben doch nicht. Das Kontingent für weitere Wagnisse ist ausgeschöpft. Dennoch ist die Pleite nicht an einzelnen Personalien festzumachen. "Sondern am Kollektiv", stellte Kimmich klar. Von einem "Kollektivversagen" sei man zwar "weit entfernt" gewesen, "wir hätten aber auch mit einem 1:1 heimfahren können. Dann wäre es gefühlt halb so wild gewesen", sagte er und sprach eine Art Drohung an die kommenden Gegner aus. "Für uns ist es jetzt dahingehend ganz interessant, weil es im Kopf natürlich schwerer wiegt, wenn man ein Spiel verliert und deswegen freue ich mich schon darauf, eine Reaktion zu zeigen."
Darauf dürfen sich die PSV Eindhoven und ausgerechnet Lieblingsgegner HSV "freuen", ehe die ersehnte Verschnaufpause von verhältnismäßig satten acht Tagen ansteht.