Leatherhead v Billericay Town - The Emirates FA Cup First RoundGetty Images Sport

Mit Fußfessel in der Premier League und geschmackloses "Frauen-Monopoly" mit Mitspielern! Ein Rekordtransfer des FC Arsenal wurde zur Skandalnudel

Dieser Artikel erschien erstmals 2023 und wurde aktualisiert.

Drei Millionen Euro Ablöse für einen 15-Jährigen? Was heutzutage im maßlosen Fußballzirkus schon fast wie Normalität anmutet, war vor fast genau 27 Jahren absolut bahnbrechend und ein Rekord gleichermaßen. Denn genau jene Summe überwies der FC Arsenal im Januar 1999 für den hochtalentierten Jermaine Pennant an Notts County. Damit war er der bis dato teuersten Teenager unter 16 überhaupt und entsprechend aufmerksam wurde der Transfer medial begleitet.

  • Dass Pennant für die Gunners letztendlich aber nur 26 Pflichtspiele absolvieren und den Klub damit rund 115.000 Euro pro Partie nur nach Ablösesumme kosten würde, sollte zu diesem Zeitpunkt freilich noch keiner wissen. Und wenngleich am Ende seiner Karriere 231 Premier-League-Spiele zu Buche stehen, für Arsenal ist der Transfer des offensiven Flügelspielers ein Verlustgeschäft.

    750.000 Euro kassierten die Gunners 2005 von Birmingham City noch für Pennant, der erst ein Jahr später beim FC Liverpool seinen Durchbruch erleben sollte. Zu jener Zeit lief es sportlich gut, im Champions-League-Finale gegen Milan 2007 stand er in der Startelf der Reds. Mit Mitte 20 schien er endlich seine Vorschusslorbeeren einzulösen - wenn auch nicht für die Gunners. Doch Pennant konnte seinen Erfolg nicht richtig einordnen und schlug abseits des Rasens über die Stränge.

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  • Jermaine PennantGetty Images

    Jermaine Pennant ist 2023 bankrott

    2004 verlor er den Führerschein, weil er in London auf der falschen Spur unterwegs war. Nur wenige Monate wurde er erneut angehalten, hatte immer noch keinen Führerschein und zudem auch noch Alkohol im Blut - 90 Tage Haft, von denen er 30 absaß. Während seiner Bewährungszeit musste er eine Fußfessel tragen, die er auch auf dem Rasen nicht ablegen durfte.

    "Wenn man jung ist, kann man sich hier und da mal ein paar genehmigen und damit durchkommen, aber wenn man ganz oben mitspielen will, muss man professionell sein. Man muss sich an die Elite halten", erklärte er später bei GB News, warum es für ihn nicht für die Weltspitze reichte. "Ich hatte in meiner Jugend keine Führung, so dass ich leicht falsch abbiegen konnte. Ich war nie ein Sucht-Mensch, aber der Alkohol hat mir sicherlich einige Fehler beschert." Fehler, die dafür sorgen, dass er in England den Ruf des gehypten und verwöhnten Talents genießt, das den ganz großen Durchbruch aber nicht geschafft hat.

    Dass Pennant nicht immer gut beraten war, zeigt auch seine finanzielle Situation nach dem Ende der Laufbahn. Der mittlerweile 43-Jährige, der seine Karriere nach Stationen in Spanien, Indien und Singapur 2018 beendete, war pleite. 2020 wurde sein Medienunternehmen, Jermaine Pennant Ltd, aufgelöst und aus dem Firmenregister gestrichen. 2023 hattePennant laut der Sun Schulden in Millionenhöhe angehäuft und stand bei zahlreichen Gläubigern in der Kreide, darunter der britischen Steuerbehörde HMRC, Banken, Gemeinden und Versorgungsunternehmen. Das Bezirksgericht von Birmingham erließ gegen ihn einen einjährigen Konkursbeschluss.

  • Umso verrückter klingt es, wenn man bedenkt, dass es Pennant finanziell einst so gut ging, dass er sogar einfach auf seine Luxuskarosse verzichten konnte. "Ich musste meinen Zug nach Madrid erwischen, um nach Manchester zu fliegen, um den Vertrag bei Stoke City zu unterzeichnen. Ich wollte den Zug nicht verpassen, also habe ich meinen Porsche Cayenne einfach dort in Saragossa stehen und die Schlüssel im Handschuhfach liegen lassen", offenbart er im Interview mit El Periodico de Aragon.

    Und Pennant weiter: "Ich wusste, dass ich nicht zurückgehen würde, ich hatte kein schlechtes Gewissen, ein so teures Auto zurückzulassen. Ich sagte meinem Übersetzer Fernando, er solle zum Bahnhof fahren und das Auto holen. Der arme Mann musste fast 500 Euro Parkgebühren zahlen, er war erstaunt und dachte, ich sei verrückt, weil ich einen offenen Porsche stehen ließ."

  • Jermaine PennantGetty

    Jermaine Pennant spielte "Frauen-Monopoly"

    Negative Schlagzeilen schrieb Pennant zuhauf. Für einen Skandal sorgte er unter anderem vor seiner Teilnahme an er englischen Ausgabe von 'Promi Big Brother' mit der Veröffentlichung seiner Autobiographie 'Mental: Bad Behaviour, Ugly Truths and the Beautiful Game'. Darin schilderte er unter anderem, mit Mitspielern früher "Frauen-Monopoly" gespielt zu haben. Die Regeln: Wer mit einer Frau geschlafen hatte, durfte sie als sein "Eigentum" ansehen und von seinen Mannschaftskameraden für ein Schäferstündchen "Miete" verlangen. Die Frauen bekamen je nach Attraktivität Spitznamen in Form der echten Straßennamen bei Monopoly. Die nach Meinung der Fußballer wenig ansehnlichen Frauen hießen bei ihnen entsprechend "Bad-" oder "Turmstraße", die billigsten Straßen beim Brettspielklassiker. Das Echo auf dieses perfide "Spiel" war für Pennant verheerend.

    Ebenfalls wild: 2020 brannte sein altes Anwesen nieder - es war 2020 nach der Trennung von seiner Partnerin Alice Goodwin in eine Cannabisfarm umgewandelt worden.

    Heute arbeitet Pennant als Experte und ist vornehmlich beim Radiosender talkSPORT im Einsatz.

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