Der ehemalige BVB-Torhüter Roman Weidenfeller glaubt, dass Borussia Dortmunds Offensivspieler Karim Adeyemi derzeit auf bestem Wege ist, seine Chancen auf eine Teilnahme an der WM im Sommer zu verspielen.
Getty Images"Man sollte niemanden mit zur WM nehmen, wenn er im Klub nicht spielt": Weltmeister warnt BVB-Star vor einer bitteren Enttäuschung in der Nationalmannschaft
Roman Weidenfeller kritisiert Karim Adeyemi: "Verliert mir zu viele Bälle"
"Im Moment kommt er meistens von der Ersatzbank und ich muss sagen, dass ich mir einfach für Karim wünschen würde, dass er nicht nur der Unterschiedsspieler auf dem Papier ist, sondern auch auf dem Feld", sagte Weidenfeller in der Sky-Sendung "Triple - der Hagedorn-Fußballtalk" über Adeyemis aktuell komplizierte Situation. Der 24-Jährige musste sich beim BVB seit Jahresbeginn häufig mit der Jokerrolle zufrieden geben, da Konkurrent Maximilian Beier bei Trainer Niko Kovac derzeit die Nase vorne hat.
"Zur Zeit ist er nicht in Bestform und wenn er reinkommt, verliert er mir zu viele Bälle", führte Weidenfeller zu Adeyemi aus. Der 2014er Weltmeister, beim deutschen WM-Triumph in Brasilien die Nummer zwei hinter Manuel Neuer, fürchtet, dass dem elfmaligen deutschen Nationalspieler ein bitterer Sommer droht: "Wenn er nicht spielt, fährt er auch nicht mit zur WM. Man sollte niemanden mit zur WM nehmen, wenn er im Klub nicht spielt."
AFPKarim Adeyemi stand im Oktober noch in Deutschlands Startelf
Nachdem er zuvor noch lange auf den BVB-Star verzichtete und ihn unter anderem nicht in den deutschen Kader für die Heim-EM 2024 aufnahm, hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann Adeyemi im vergangenen Jahr für sämtliche Länderspiele nominiert. Dabei kam der Dortmunder auch zu drei Startelf-Einsätzen, zuletzt Mitte Oktober beim 1:0 in Nordirland in der WM-Qualifikation.
Zu jener Zeit zeigte Adeyemi im Verein noch sehr gute Form, war im Herbst bei Kovac gesetzt. Mittlerweile hat ihm aber Beier mehr und mehr den Rang abgelaufen - gut möglich, dass sich auch ein Platz im WM-Kader zwischen den beiden BVB-Stars entscheidet. Auch andere direkte Konkurrenten wie Jamie Leweling (VfB Stuttgart), Serge Gnabry (FC Bayern) oder der beim FC Brentford zuletzt stark aufspielende Kevin Schade könnten momentan bessere WM-Chancen als Adeyemi haben.
Sollte es so weit kommen, dass Nagelsmann ihn außen vor lässt, würde Adeyemi nach der EM 2024 bereits das zweite große Turnier in Folge verpassen. Bei der WM 2022 hatte er zwar im Kader gestanden, kam beim deutschen Vorrunden-Aus allerdings nicht zum Einsatz.
Karim Adeyemi: Zukunft beim BVB ist ungewiss
Auch Adeyemis mittelfristige Zukunft in Dortmund soll derweil ungewiss sein. Der Vertrag läuft 2027 aus, eine Verlängerung zeichnet sich aktuell nicht ab. Gerüchte über namhafte Interessenten gibt es immer wieder, vor allem italienische Topklubs werden als mögliches Ziel gehandelt.
Adeyemi selbst, der diese Saison aktuell bei sieben Toren und vier Assists aus 30 Einsätzen steht, betonte zuletzt, momentan nicht an Abschied zu denken: "Es ist nicht so, dass mein Fokus irgendwo anders liegt. Mein Fokus ist hier. Ich habe nie gesagt, dass ich mich hier unwohl fühle oder Ähnliches", sagte er vergangenes Wochenende laut Ruhr Nachrichten am Rande einer Charity-Aktion im Signal-Iduna-Park.
(C)Getty ImagesKarim Adeyemi: Seine bisherige Karriere im DFB-Team
- Länderspieldebüt: 5. September 2021 (6:0 gegen Armenien in der WM-Qualifikation)
- Länderspiele: 11
- Tore: 1
- Assists: 1
- Große Turniere: WM 2022 (kein Einsatz)

