Das Tor von Luis Diaz für den FC Bayern München zum zwischenzeitlichen 1:1 gegen den 1. FC Köln (Endstand 4:1) im DFB-Pokal war irregulär. Aufgrund einer viel diskutierten Tatsache konnte der VAR aber die Fehlentscheidung von Schiedsrichter Tobias Welz nicht korrigieren.
GettyKlar im Abseits, aber kein Eingriff von Videoschiedsrichter: Die Hintergründe zum irregulären Tor von Luis Diaz für den FC Bayern München im DFB-Pokal
WAS IST PASSIERT?
Der Grund für den fehlenden Eingriff bedarf keiner großen Erklärung: In den ersten beiden Runden ist der Videoschiedsrichter schlichtweg nicht im Einsatz. Aufgrund der logistischen Herausforderungen wird der VAR erst ab dem Achtelfinale genutzt - auch in Stadien von Vereinen außerhalb der Bundesligen.
Diaz stand beim von FC-Keeper Ron-Robert Zieler parierten Schuss von Josip Stanisic eindeutig im Abseits, als der Ball den Fuß des kroatischen Verteidigers verlassen hatte. Anschließend hatte der Kolumbianer leichtes Spiel und staubte zum zwischenzeitlichen Ausgleich ab. Kurz darauf brachte Harry Kane die Bayern in Führung. Ragnar Ache hatte fünf Minuten vor Diaz' Treffer das 1:0 für die Hausherren aus Köln erzielt.
WAS WURDE GESAGT?
Beim Gang in die Kabine skandierten zahlreiche Heim-Fans lautstark "Schieber!". Der derzeit verletzte Offensivspieler Jan Thielmann sagte bei Sky: "Das hätte der Linienrichter schon sehen dürfen."
Auch Marius Bülter war sichtlich angefressen ob des ausgebliebenen Pfiffs. "Extrem bitter, vor allem weil es nicht knapp Abseits war", sagte der Angreifer. "Mich ärgert noch mehr, dass ich dann in der Halbzeit mit dem Schiedsrichter spreche und er mir erzählen will, dass er es sich in der Halbzeit nicht angeguckt hat. Da will er mich ein Stück weit für doof verkaufen. Das nervt."
Auf konkrete Nachfrage, was genau in den Katakomben passiert sei, antwortete Bülter: "Ich habe ihm ja schon auf dem Spielfeld gesagt, dass es Abseits war. Dann habe ich ihn in der Halbzeit darauf angesprochen und er hat mir gesagt, er hat es sich nicht angeguckt. Sie haben es sich schon mit Sicherheit angeguckt, der Linienrichter hat es mir ja auch gesagt. Aber alles gut. Fehler passieren. Man sollte dann nur einfach dazu stehen sollte. Das hat mich ein bisschen geärgert."
AFPWAS IST DER HINTERGRUND?
Bereits am Dienstag war es zu mehreren strittigen Entscheidungen der Unparteiischen gekommen, etwa im Duell von Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund (2:4 im Elfmeterschießen) oder bei der Partie 1. FC Heidenheim gegen den Hamburger SV (0:1).
Die für die Referees zuständige Schiri GmbH steht einem früheren Einsatz derweil positiv gegenüber. "Die Entscheidung, in welchen Wettbewerben und welchen Runden der VAR eingesetzt wird, liegt nicht bei uns, sondern beim jeweiligen Veranstalter - in diesem Fall dem DFB. Wir als Schiri GmbH sind Dienstleister und würden uns grundsätzlich offen zeigen, sollte der Wunsch an uns herangetragen werden", sagte Jochen Drees, Leiter Innovation und Technologie, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, am Mittwoch.
In der 1. Runde sei ein VAR-Einsatz jedoch nicht zu stemmen. "Mit zahlreichen Amateurvereinen wäre die Herausforderung definitiv zu groß, ab der zweiten Runde könnte man sich zumindest damit auseinandersetzen, was die personelle Besetzung und die Infrastruktur angeht", sagte Drees und ergänzte: "Wenn nach Prüfung der Einzelfälle alle Voraussetzungen erfüllt sind, würden wir uns dem nicht verschließen und wären sicherlich bereit zur Umsetzung."



