Dank eines späten Tores von Fabio Silva zum 2:2-Endstand rettete Borussia Dortmund am Samstagabend bei RB Leipzig zumindest noch einen Punkt. Hinterher stand aber eine aus BVB-Sicht sehr ärgerliche Szene im Fokus.
Getty Images SportHätte der BVB in Leipzig einen Elfmeter bekommen müssen? Julian Ryerson wollte den Schiedsrichter nach dem Spiel wohl zur Rede stellen
BVB: Julian Ryerson soll auf Schiedsrichter Benjamin Brand gewartet haben
Die Dortmunder hätten sich in der 89. Minute einen Elfmeter gewünscht, als Karim Adeyemi nach einem Zweikampf mit Leipzigs Castello Lukeba im Strafraum zu Boden ging - oder zumindest ein Eingreifen des VAR, das allerdings ausblieb.
"So eine Pussy! Der soll sich erklären! Wo ist er? Kommt der gleich zum Interview?", soll Dortmunds Rechtsverteidiger Julian Ryerson laut Sport1 nach Abpfiff im Innenraum des Leipziger Stadions in Richtung Schiedsrichter Benjamin Brand gepoltert haben. Jener erklärte sich später tatsächlich, Sport1 zufolge verteidigte Brand seine Entscheidung wie folgt: "Adeyemi macht nur eine Bewegung nach links und stellt sein linkes Bein rein. Deswegen für mich kein Foul und kein Elfmeter." Tatsächlich verhielt sich Adeyemi clever und suchte den Kontakt. Dennoch wäre ein Elfmeterpfiff vertretbar gewesen, da er sich gegenüber Lukeba in eine bessere Position gebracht hatte und von dessen Tritt dann zu Fall gebracht wurde.
AFPVerweigerter Elfmeter für den BVB? Niko Kovac geht auf Vergangenheit im Judo ein
Ryerson war derweil mit seiner Wut alles andere als alleine: BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl hatte bei Sky von einer klaren Fehlentscheidung gesprochen und auch Trainer Niko Kovac machte seinem Ärger Luft. "Für mich war das ein klarer Elfmeter", betonte er auf der Pressekonferenz, bei Sky ging er zur Erklärung seiner Ansicht auch auf seine Vergangenheit im Judo ein. "Wenn ich das sagen darf: Bis zum 13., 14. Lebensjahr war ich auch Judoka. Das ist eine Sichel, ein Feger (Tritte im Judo, d. Red.), ganz ehrlich", sagte der BVB-Coach. Dem Feldschiedsrichter Brand machte Kovac zwar explizit keinen Vorwurf, dafür richtete sich sein Ärger umso mehr gegen Video-Assistent Christian Dingert: "Wahrscheinlich hat ihm im Studio (VAR-Keller, d. Red.) jemand zugerufen, dass alles sauber ist. Ich verstehe wirklich nicht, warum wir uns da nicht melden. Er (Brand, d. Red.) kann das nicht sehen, aber der im Studio hat dieselben Bilder wie wir."
Sogar Leipzigs Christoph Baumgartner sagte indes erfrischend ehrlich, dass man sich bei einem Elfmeterpfiff nicht hätte beschweren dürfen. Der Österreicher hatte RB mit zwei Toren in Führung gebracht, ein Eigentor von Romulo brachte Dortmund kurz nach dem Seitenwechsel wieder heran. Silvas Ausgleichstor in der Nachspielzeit wurde dann zwar frenetisch gefeiert, der verweigerte Elfmeter war aber umso ärgerlicher, da bei einem Pfiff so möglicherweise sogar noch ein Sieg drin gewesen wäre.
Durch die Punktverluste ist Dortmunds Rückstand auf Tabellenführer Bayern München nun auf acht Zähler angewachsen. Im direkten Duell mit dem FCB nächsten Samstag ist daher ein Sieg absolute Pflicht, denn ansonsten dürfte das Titelrennen schon so gut wie entschieden sein.
BVB: Die nächsten Spiele von Borussia Dortmund
- 25. Februar: Atalanta Bergamo vs. BVB (Champions League)
- 28. Februar: BVB vs. FC Bayern München (Bundesliga)
- 7. März: 1. FC Köln vs. BVB (Bundesliga)



