Borussia Dortmund bleibt auch im 16. Ligaspiel in Folge ohne Niederlage, muss sich nach zuvor sechs Siegen in Serie aber mit einem Punktgewinn zufrieden geben. Die Westfalen kamen am 23. Spieltag der Bundesliga bei RB Leipzig zu einem späten 2:2 (0:2). Die Sachsen legten mit einem Doppelpack von Christoph Baumgartner vor (20., 39.) - so viele Tore vor der Pause kassierten die Schwarz-Gelben zuletzt vor über einem Jahr am 15. Februar in Bochum. Ein Eigentor von Stürmer Romelu sorgte für Dortmunds Anschlusstreffer (50.), ehe Joker Fabio Silva in der fünften Minute der Nachspielzeit mit seinem ersten Ligator den Ausgleich besorgte. Damit beträgt der Rückstand der Mannschaft von Trainer Niko Kovac auf Tabellenführer Bayern München vor dem direkten Duell am kommenden Wochenende sieben Punkte. Die Noten und Einzelkritiken der BVB-Spieler.
IMAGO / Kirchner-MediaBVB, Noten und Einzelkritiken von Borussia Dortmund gegen RB Leipzig: Vorne hagelt es Fünfer - Carney Chukwuemeka enttäuscht erneut
BVB, Noten von Borussia Dortmund vs. RB Leipzig: Gregor Kobel
Der Schweizer trug die Kapitänsbinde und reagierte früh gut gegen Romulo (8.). Acht Minuten später kam er aufmerksam aus dem Kasten, um den langen Schlag auf Diomande zu stoppen. Bei den Gegentoren aus kurzer Distanz ohne Chance. Note: 3,5.
Getty Images SportBVB, Noten von Borussia Dortmund vs. RB Leipzig: Luca Reggiani
Nach seinem Startelfeinsatz gegen Bergamo in der Champions League spielte der 18-Jährige nun auch erstmals in der Bundesliga von Beginn an. Dort bekam er es in vielen Szenen mit Diomande, einem der stärksten und schnellsten Dribbler der Liga, zu tun - und sah dabei meist alt aus. Das gemeinsame Doppeln mit Ryerson gegen den Ivorer funktionierte gar nicht. Beim 0:2 muss er mehr Druck auf Diomande machen. Sekunden nach der Pause mit einem unnötigen Ballverlust, der Leipzig die nächste Chance ermöglichte. Wenig später konnte Reggiani Diomande nur per Foul aufhalten - Gelb (54.). Daher war nach 64 Minuten Schluss. Note: 4,5.
BVB, Noten von Borussia Dortmund vs. RB Leipzig: Waldemar Anton
Anton hat gerade in den vergangenen Wochen schon bessere Spiele gemacht. Insgesamt jedoch ordentlich, wenngleich auch er Teil der schwachen Strafraumbesetzung gerade in Halbzeit eins war. Beim 0:1 etwa stand Anton im toten Raum. Trotzdem - mal wieder - mit den zweitmeisten klärenden Aktionen beim BVB (fünf) und guten sieben Ballgewinnen. Note: 3,5.
BVB, Noten von Borussia Dortmund vs. RB Leipzig: Ramy Bensebaini
Bensebaini lieferte sich intensive Duelle mit Brajan Gruda und hatte einen schweren Stand. Aufmerksam in der 34., als er nach einem Eckball per Kopf klärte. Eine Minute später sorgte sein Ballverlust für eine aussichtsreiche Diomande-Chance. Zehn Ballverluste nach 45 Minuten sind eine Menge. Nach der Pause aber deutlich verbessert. Er kam nach Ryersons Ecke hauchzart per Kopf an den Ball und hatte somit Anteil am Eigentor zum 1:2-Anschlusstreffer. Bensebaini klärte Bakus Torschuss kurz vor der Linie (73.). Note: 3,5.
BVB, Noten von Borussia Dortmund vs. RB Leipzig: Julian Ryerson
Nach mehreren tollen Leistungen in Folge spielte der Dortmunder Vorlagen-König diesmal lange schwach. Nicht nur beim 0:1 sah er im Eins-gegen-eins gegen Diomande nicht gut aus und ließ sich vernaschen. Auch beim 0:2 leistete er Vorlagengeber Raum nur Geleitschutz und kam nicht in den Zweikampf. Nach der Pause stand der Norweger tiefer und deutlich besser gegen den Ball. Und: Das Eigentor zum 1:2 resultierte aus einem Eckball von Ryerson. In der 67. blockte er Nusas Abschluss gut. Bitter jedoch, dass er aufgrund seiner fünften Gelben Karte das Top-Spiel gegen die Bayern verpassen wird. Note: 4,5.
BVB, Noten von Borussia Dortmund vs. RB Leipzig: Jobe Bellingham
Bellingham muss vor dem 0:1 mehr Druck auf den Ball ausüben, um Schlagers Diagonalball auf Vorlagengeber Diomande zu verhindern. Einige Male präsent in den direkten Duellen im Zentrum, aber zu oft zu weit weg. In der Offensive wie gewohnt kein Faktor. Note: 4,5.
Getty Images SportBVB, Noten von Borussia Dortmund vs. RB Leipzig: Felix Nmecha
Auch Nmecha schaute in der Entstehung des 0:1 nur zu, statt zu attackieren. Bei seinem Abschluss in der 38. bekam er keinen Druck auf den Ball. In Ballbesitz diesmal keinerlei Faktor für sein Team. Gewann zudem nur vier von elf Zweikämpfen. Note: 4,5.
BVB, Noten von Borussia Dortmund vs. RB Leipzig: Daniel Svensson
Wie immer riss Svensson ein riesiges Pensum ab, war aber selten wirklich entscheidend am Spiel beteiligt. Offensiv sehr zurückhaltend und unauffällig. Als Diomande nach Nusas Einwechslung die Seite wechselte, bekam er es häufiger mit ihm zu tun - und hatte wie seine Mitspieler Probleme gegen den schnellen, wendigen Eins-gegen-eins-Könner. Note: 4.
BVB, Noten von Borussia Dortmund vs. RB Leipzig: Marcel Sabitzer
Sabitzer stand nach seiner Verletzung erstmals seit dem 13. Januar wieder in der Startelf - und spielte in Ballbesitz überraschend als Zehner hinter dem Doppel-Sturm Beier und Guirassy. Beim 0:1 war Sabitzer zwar in der Nähe von Diomande, aber nur Zuschauer. In der 29. schlief er gehörig, als er seinen Nationalelfkollegen Schlager bei einem Steilpass aus den Augen verlor. Sabitzers direkter Freistoß kam zu zentral (43.). Nach Nmechas Auswechslung rückte er auf die Sechs neben Bellingham. Insgesamt eine schwache Vorstellung. Note: 5.
Getty Images SportBVB, Noten von Borussia Dortmund vs. RB Leipzig: Maximilian Beier
Der 23-Jährige bestritt sein 50. Bundesligaspiel für den BVB. Acht Minuten nach Anpfiff hatte er nach einer toller Einzelleistung die große Chance auf die Führung, scheiterte aber an Keeper Vandevoordt. Anschließend hing er völlig in der Luft. Beier spielte nur neun Pässe, fünf davon kamen an. Note: 5.
BVB, Noten von Borussia Dortmund vs. RB Leipzig: Serhou Guirassy
Vom zuletzt wieder aufgeblühten Stürmer war nichts zu sehen. Guirassy blieb ohne Abschluss und war vom Spiel praktisch abgeschnitten. Note: 5.
BVB, Noten von Borussia Dortmund vs. RB Leipzig: Einwechselspieler
Julian Brandt (ab 64.): Beier ging für ihn raus. Brachte mehr Struktur ins Offensivspiel und verteilte einige Bälle gut. Allen voran beim Ausgleich, als er Vorlagengeber Adeyemi stark bediente. In der achten Minute der Nachspielzeit hatte Brandt frei vor Vandervoordt den Siegtreffer auf dem Fuß, schoss aber zu zentral. Note: 2,5.
Yan Couto (ab 64.): Wurde für Reggiani eingewechselt. Couto machte seine Sache solide. Ein Auftritt ohne Glanzpunkte. Note: 3,5.
Carney Chukwuemeka (ab 64.): Kam für Nmecha, blieb aber ohne jeden Einfluss auf die Dortmunder Angriffsbemühungen. Es ist enttäuschend, was er zuletzt als Joker anbot. Note: 4,5.
Fabio Silva (ab 71.): Guirassy machte für ihn Platz. Von den eingewechselten Offensiven machte der Portugiese am meisten Betrieb. Bot sich an, hielt die Bälle gut und zeigte eine hohe Aktivität. Der Lohn: Sein erstes Bundesligator in der Nachspielzeit. Keine Bewertung.
Karim Adeyemi (ab 76.): Für Sabitzer ins Spiel gekommen hatte er zwei Minuten später die Chance auf das 2:2, doch Orban grätschte erfolgreich dazwischen. In der 89. beharkte er sich mit Lukeba im Strafraum, der BVB forderte vehement Elfmeter. In der Nachspielzeit bediente Adeyemi Silva mustergültig zum 2:2. Keine Bewertung.



