Der Konflikt zwischen Max Kruse und Eintracht Frankfurt um Trainer Albert Riera droht zu eskalieren: Nachdem der Bundesligist ihn wegen seiner Kritik an Riera in einem Tweet angegriffen hatte, hat Kruse nun zurückgeschlagen.
Getty Images"Haben es dann offiziell kommentiert und dann noch so unseriös reingeschrieben": Streit zwischen Max Kruse und Eintracht Frankfurt um Albert Riera spitzt sich zu
"Sie haben sich nicht informiert, wer in diesem Fall von uns was gesagt hat, haben es dann offiziell bei Twitter kommentiert und dann noch so unseriös reingeschrieben, dass es um mein Geschlechtsteil geht, als offizieller Verein", sagte Kruse im Podcast "Flatterball", den er gemeinsam mit Martin Harnik betreibt, und fügte hinzu: "Ich muss schon sagen, es tut mir leid: Aber das ist schon grenzwertig! Aber jucken tut es mich nicht."
Der Streit hat damit eine neue Eskalationsstufe erreicht. Zuvor reagierte die Frankfurter Medienabteilung in einem X-Posting auf Kruse und Harnik, nachdem die beiden ehemaligen Bundesliga-Profis überraschend scharf den neuen Coach Riera kritisiert hatten: "Lasst uns doch darauf einigen, dass sich Fragen an unseren Cheftrainer in Pressekonferenzen nicht auf Meinungen aus einem Podcast stützen sollten, in dem von einem der beiden Hosts bereits der Pe*** durchs Internet gegeistert ist. Alles andere wäre doch unseriös. Danke", schrieben die Adler, die damit auf ein 2016 im Netz verbreitetes Video von Kruse anspielten.
gettyMartin Harnik über Albert Riera: "Dem gönne ich keinen Erfolg"
Dabei war es ursprünglich nicht Kruse, sondern vor allem Harnik - der in seiner Karriere unter anderem für den VfB Stuttgart und Werder Bremen spielte -, der besonders harsche Worte für Riera fand: "Er ist so ein Typ, da bin ich ganz ehrlich, dem gönne ich auch keinen Erfolg. Er bewegt bei mir gar nichts, dass ich sage: Ja okay, superinteressant oder spannender Ansatz. Bei dem denke ich nur so: Okay, ihn sang- und klanglos untergehen zu sehen, wäre schon ganz witzig."
Der ehemalige österreichische Nationalspieler weiter: "Was er da los trommelt auf den Pressekonferenzen. Ich finde das noch nicht mal witzig. Es ist also nicht mal so, dass du sagst: Okay, er ist jetzt einfach ein bisschen speziell. Aber er ist ja von einem anderen Stern überheblich. Das spricht mich auch nullkommanull an."
Kruses Kritik fiel im Vergleich dazu mild aus: "Vielleicht ist er auch mal drüber. Als Spieler hätte ich so meine Probleme mit dem. Ich finde, es ist auch ein bisschen zu viel Show."
Riera reagiert spöttisch: "Wer? Sind das Fußballer?"
Daraufhin meldeten sich sowohl Riera selbst, aber auch Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche zu Wort. Riera reagierte vor dem Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern München mit spöttischem Unterton: "Wer? Sind das Fußballer? Ich bin nicht hier, um jemanden zu kritisieren. Aber man muss eines wissen: Wenn man spricht, besonders als Person des öffentlichen Lebens, gibt es immer ein Für und Wider. Man hat Hasser, man hat Leute, die einen mögen."
Krösche äußerte sich zunächst diplomatisch bei DAZN: "Grundsätzlich besteht in Deutschland Meinungsfreiheit und jeder kann sagen, was er möchte und was er denkt. Und jeder kann auch eine Meinung über Personen, Spielstile oder Spieler haben."
Dann ließ der 45-Jährige jedoch seinem Ärger freien Lauf: "Ich finde, das ist einfach viel zu viel und echt befremdlich. Speziell als ehemalige Spieler, die das Geschäft kennen. Wenn die dann sagen, sie würden es witzig finden, wenn jemand scheitert - da sind wir mittlerweile auf einem Niveau angekommen, wo man sich fragen muss: Wo soll das denn noch hinführen?"
Mittlerweile hat Harnik einen Teil seiner ursprünglichen Kritik relativiert: "Ich habe das jetzt ein paar Tage sacken lassen und auch reflektiert. Mir ist klar geworden, dass das echt vielleicht einen Tick drüber war. Die Wortwahl war sehr, sehr scharf", sagte der 38-Jährige. "In der Sache selbst bleibe ich bei meiner Meinung und Kritik, was das Auftreten von Riera betrifft. Aber die Formulierung war nicht gut. Es war reißerisch und frei Schnauze, aber es entspricht nicht meiner Art und nicht meinem Stil. Deswegen habe ich mich im Nachhinein damit nicht wohlgefühlt. Mir geht es um eine Klarstellung, dass ich nicht den richtigen Ton und nicht die richtige Formulierung gefunden habe."
Riera übernahm Anfang Februar in Frankfurt das Amt des Cheftrainers von Dino Toppmöller. In München erlitt er seine erste Niederlage als Eintracht-Coach, nachdem er zuvor mit einem 1:1 bei Union Berlin und einem 3:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach einen gelungenen Start hingelegt hatte.
Die nächsten Spiele von Eintracht Frankfurt
- 1. März (17.30 Uhr) vs. SC Freiburg (Bundesliga/H)
- 8. März (15.30 Uhr) vs. FC St. Pauli (Bundesliga/A)
- 14. März (15.30 Uhr) vs. 1. FC Heidenheim (Bundesliga/H)

