Nach der WM 2018 in Russland verließ Ronaldo die Madrilenen und wagte ein neues Abenteuer bei Juventus - in einem neuen Land, einer neuen Liga. Doch es war nicht etwa der Tapetenwechsel, der für eine Eiszeit zwischen den beiden Ausnahmekönnern sorgte. Vielmehr war mangelnder Respekt gegenüber Ronaldos und Ramos' Ex-Mitspieler Luka Modric der Auslöser. Der Kroate hatte im besagten Jahr den prestigeträchtigen Ballon d'Or gewonnen und damit die zehnjährige Serie des Portugiesen und seines Rivalen Lionel Messi beendet.
Der mittlerweile 40-jährige Modric gewann seinerzeit zum dritten Mal in Folge die Königsklasse, führte Kroatien mit einer überragenden Turnierleistung ins WM-Finale und wurde zudem zu "Europas Fußballer des Jahres" gekürt. Beim auf den zweiten Platz verwiesenen Vorjahressieger kam die Entscheidung um den Goldenen Ball alles andere als gut an.
"Natürlich bin ich enttäuscht, doch das Leben geht weiter, und ich werde weiterhin hart arbeiten. Ich gratuliere Luka Modric, der den Preis verdient hat", zeigte sich Ronaldo im Anschluss in einem Gespräch mit der Gazzetta dello Sport zunächst kollegial. Doch der Superstar, der der Ehrung in Paris selbst fern geblieben war und seinem Nachfolger den Preis damit nicht überreichte, legte nach: "Ich denke, dass ich jedes Jahr den Goldenen Ball verdiene, ich arbeite für dieses Ziel", betonte er: "Zahlen lügen nicht. Doch ich bin nicht weniger glücklich, wenn ich nicht gewinne. Ich habe wunderbare Freunde und eine Familie, ich spiele in einem der besten Klubs. Denken Sie, dass ich nach Hause gehe und zu weinen anfange?"
Aussagen, für die Kumpel Ramos kein Verständnis zeigte. Hinter den Kulissen soll zwischen den Kapitänen ihrer Nationen ein rauer Ton geherrscht haben, sogar der Kontakt abgebrochen worden sein. Denn der Spanier sprach sich sowohl bei der Ballon-d'Or-Gala als auch bei der Verleihung der UEFA-Awards, zu der Ronaldo ebenfalls nicht erschienen war, für den kroatischen Nationalspieler aus. "Es gibt wenige Spieler, bei denen ich so stolz bin, sie in meiner Mannschaft zu haben, wie bei Modric", schwärmte Ramos in der Daily Mail und begründete: "Er ist ein toller Freund und ein großartiger Spieler. Er ist einer der wenigen Spieler, bei dem es mich genauso freut, ihn gewinnen zu sehen, als hätte man mir selbst die Auszeichnung gegeben."
Eine kleine Spitze Richtung CR7 konnte sich der Innenverteidiger ebenso wenig verkneifen: "Vielleicht gibt es besser vermarktete Spieler mit einem größeren Namen, aber Modric verdient diesen Award."