JULIAN NAGELSMANN Getty Images

Es droht der nächste Verlust eines Top-Talents! Julian Nagelsmann könnte in seinem WM-Kader für eine große Überraschung sorgen

Zahlreiche Aussagen von Julian Nagelsmanns viel diskutiertem kicker-Interview bieten reichlich Diskussionsstoff, die so manch einen Abend am Stammtisch füllen können. Zwei Sätze blieben aber besonders hängen: "Es wird Entscheidungen geben, das kann ich jetzt schon verraten, die vermutlich nicht auf supergroßes Verständnis stoßen. Nicht beim Spieler, aber auch nicht in der breiten Öffentlichkeit, weil vielleicht ein Spieler bei uns nicht in der ersten Elf eingeplant ist, der bei seinem Verein aber Stammspieler und Leistungsträger ist."

Denn laut Nagelsmann ist nicht jeder dafür gemacht, in der Nationalmannschaft von der Bank zu kommen. "Du musst extrem darauf achten, wie ein Spieler damit umgeht, wenn er bei uns Kaderplatz 15 oder 16 ist, obwohl er bei seinem Verein als Top-6-Mann gilt, der immer spielt. Kann ein Spieler, der im Verein Stammspieler ist, bei uns in solch eine Rolle wachsen oder nicht? (…) Es gibt Spieler, die diese Rolle bei uns nicht gut erfüllen können. Und da geht es, das habe ich auch schon vor der EM betont, gar nicht um einen guten oder einen schlechten Charakter, sondern es geht darum, wer für welche Position geschaffen ist."

  • WM-Kader? Erste Hinweise gibt es am 19. März

    Eine eindeutige Vorwarnung für kontroverse Entscheidungen, die bald getroffen werden. Oder um es mit den Worten von Calcio-Berlin-Host Nico Heymer zu sagen: "Ein Soft-Launch-Interview für ein Kader-Kapitalverbrechen", wie er in seinem Podcast "50+2" erklärte. Ganz so drastisch wird Nagelsmanns Wahl vermutlich nicht ausfallen. Dennoch ist schon jetzt klar, dass die ein oder andere Nominierung für Kopfschütteln sorgen wird. 

    Nun wird gerätselt, welche Stammkräfte Nagelsmann damit meinte. Am 19. März wird bereits das Gerüst für die Weltmeisterschaft stehen, wenn das Aufgebot für die zwei Testspiele gegen die Schweiz (27. März) und Ghana (30. März) verkündet wird. Das machte der Bundestrainer nicht grundlos deutlich. Für wen ist also kein Platz im 26-Mann-Kader? Die folgende Analyse bringt einige harte Erkenntnisse mit sich. 

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  • Rüdiger NagelsmannGetty Images

    Hat Antonio Rüdiger im Duell mit Jonathan Tah die schlechteren Karten?

    In der Innenverteidigung gelten Nico Schlotterbeck und Jonathan Tah aktuell als gesetzt. Zwei weitere Plätze dürften in der Verlosung stehen, für die gleich mehrere Kandidaten infrage kommen. Die besten Chancen auf dem Papier dürften Waldemar Anton und Antonio Rüdiger haben. 

    Anton spielt eine bärenstarke Saison beim BVB und leistete sich nur wenige Aussetzer. In Abwesenheit von Schlotterbeck in der Frühphase der Spielzeit stieg er sogar zum Abwehrchef auf. Auch im DFB-Team präsentierte er sich in der jüngeren Vergangenheit grundsolide. 

    Und Rüdiger? Sein Status als unumstrittener Abwehrchef beim DFB liegt in der Vergangenheit. Neben einigen Fehlern im Trikot von Real Madrid und Deutschland fiel er in den vergangenen Monaten eher mit Ausrastern als mit guten Leistungen auf. Im Pokal-Clasico gegen Barca sogar so negativ, dass er bei der Nationalmannschaft eine Art Bewährung bekam und öffentlich gerügt wurde. Doch erst am Montag sorgte der 33-Jährige mit einem Brutalo-Foul für erneuten Wirbel. Und damit nicht genug! Rüdiger hat allein in dieser Saison 21 (!) Spiele bei den Königlichen verletzungsbedingt verpasst.

    Seine letzte Berufung für das DFB-Team geht auf den Lehrgang zurück, als sich die Nagelsmann-Elf auf historische Art und Weise - und mit einem unterirdischen Rüdiger - gegen die Slowakei blamierte. Seit seiner Rückkehr im Februar stand er zumindest wieder regelmäßig in Reals Startelf, darunter auch gegen Benfica Lissabon in den Champions-League-Playoffs. Nagelsmann betonte, dass Rüdigers körperlicher Zustand letztlich ausschlaggebend sein wird: "Antonio muss 100 Prozent fit und gesund sein. Wenn er so Wehwehchen hat, die er auch bei uns teilweise hatte, kommt er nicht an sein Leistungslimit, und das ergibt dann keinen Sinn. Aber er ist da auf einem guten Weg."

    Doch würde sich ein fitter Rüdiger mit Rang drei oder sogar vier in der Hackordnung tatsächlich zufriedengeben? Und was passiert, wenn seine Leistungen weiterhin so schwankend sind oder er das nächste Mal Rot sieht? Und braucht es nicht noch einen weiteren Linksfuß, sollte Schlotterbeck verhindert sein? Ohne ihn, sagte Nagelsmann, "hatten wir schon Riesenprobleme in der Spieleröffnung, wenn er nicht gespielt hat. Schlotti ist ein unfassbar wichtiger Spieler. Trotzdem müssen wir uns darauf vorbereiten, was passiert, wenn er mal nicht spielen kann."

    Jeff Chabot vom VfB Stuttgart bringt dieses Profil genau mit. Nicht von ungefähr setzte sich Rekordnationalspieler Lothar Matthäus zuletzt für ihn ein. Sowohl im Spielaufbau als auch im Zweikampf gehört der Linksfuß zu den besten Spielern auf seiner Position in der Bundesliga. Gegen ihn spricht, dass er noch keinerlei Erfahrungen für die A-Nationalmannschaft sammeln durfte. Chabots letztes Spiel im DFB-Dress geht auf einen Einsatz bei der U21 im Oktober 2019 zurück. 

    Malick Thiaw (Newcastle United) und Yann Aurel Bisseck (Inter Mailand) sind dagegen schon weiter. Beide durften schon beim DFB mitwirken, standen beim vergangenen Lehrgang im November aber ebenfalls nicht auf Nagelsmanns Liste. Für ihre beiden Klubs in der Premier League bzw. Serie A glänzen aber beide mit durchaus guten Leistungen und stehen regelmäßig in der Startelf. Für Rüdiger könnte es also richtig eng werden, sollten Nagelsmanns Sätze nicht eben genau für Chabot und Co. gegolten haben. 

  • Maximilian MittelstädtGetty Images

    Knappe Entscheidungen in der Außenverteidigung

    Was für Chabot gilt, trifft auch auf seinen Teamkollegen Maximilian Mittelstädt zu. Seinen Durchhänger nach der EM 2024 hat er längst überwunden. Stattdessen glänzt er auf der linken Abwehrseite des VfB mit beständigen Leistungen und Torgefahr (je fünf Tore und Assists in 27 Pflichtspielen). Zuletzt war aber ebenfalls kein Platz für ihn. 

    David Raum (RB Leipzig) ist gesetzt. Dahinter bekam Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt) den Vorzug vor Mittelstädt, der bei den Hessen einen mindestens gleichwertig guten Job macht und unter dem neuen Trainer Albert Riera inzwischen sogar noch mehr Verantwortung übernommen hat. Warum also etwas ändern? Mittelstädt dürfte das Nachsehen haben, obwohl er sich wie schon beim Heim-Turnier eine Berufung verdient hätte.

    Hinten rechts läuft alles auf einen Dreikampf zwischen Ridle Baku, Benjamin Henrichs (beide RB Leipzig) und - Achtung, schon wieder VfB - Josha Vagnoman hinaus. Jenen befeuerte Nagelsmann sogar selbst als Option. Auf die Frage, wer als Backup von Joshua Kimmich mitfährt, sagte er: "Da sind jetzt nicht alle top im Flow in der Liga. Benni Henrichs braucht noch ein bisschen nach der schweren Verletzung, zudem spielt er auch nicht regelmäßig. Ridle Baku ist noch nicht ganz auf dem Leistungsniveau der Hinrunde. Und wir haben noch Josha Vagnoman in der Verlosung, der körperlich gut drauf ist, fast immer spielt beim VfB und das auch ordentlich macht."

    Zuletzt machte Baku das Rennen, nachdem Henrichs bei der EM diese Rolle noch inne hatte und sich Ende 2024 einen Achillessehnenriss zuzog. In Leipzig wechseln sich nun beide hinten rechts ab, weshalb der wiedererstarkte Vagnoman der lachende Dritte sein könnte. Leistungsschwankungen hatten ihm in der Vergangenheit immer wieder den Sprung zum unumstrittenen Stammspieler auf Vereinsebene verbaut. Sein letzter und einziger DFB-Auftritt geht auf den März 2023 (ein 2:3 gegen Belgien) zurück. 

    Unter Trainer Sebastian Hoeneß scheint er in dieser Saison aber besagten Sprung gemacht zu haben. In den wichtigen Spielen darf der 25-Jährige die rechte Seite beackern, auch wenn sich sein offensiver Output mit sechs Torbeteiligungen eher in Grenzen hält. Baku hat jedoch einen Scorerpunkt weniger. In diesem Fall könnte das Pendel also tatsächlich nach Stuttgart ausschlagen. 

  • Borussia Mönchengladbach v VfB Stuttgart - BundesligaGetty Images Sport

    Stuttgarts Angelo Stiller als Härtefall

    Ganz anders im Zentrum. Hier deutet vieles auf ein wiederholtes Fehlen von Angelo Stiller hin, dessen Nichtnominierung im November für reichlich Aufregung gesorgt hatte. "Ich weiß nicht, warum. Ganz klar, wir waren sehr überrascht", sagte Hoeneß dahingehend. Schließlich sei Stiller "der zentrale Spieler" der Stuttgarter. Auch zahlreiche TV-Experten respektive Ex-Nationalspieler hatten sich verwundert gezeigt.

    Ein Umdenken von Nagelsmann rund vier Monate später scheint unwahrscheinlich. Zumal er Leon Goretzka nahezu eine Stammplatz-Garantie zusicherte. Der 31-Jährige werde "trotz weniger Spielzeit bei Bayern gute Chancen haben, zu spielen und eine ähnliche Rolle zu haben wie in der WM-Quali." In den vergangenen vier Länderspielen begann Goretzka jeweils neben Aleksandar Pavlovic und zeigte ordentliche Leistungen. 

    Ein Duo aus Pavlovic und dem ebenfalls formstarken Felix Nmecha (BVB) schloss der Bundestrainer hingegen so gut wie aus. "Wir brauchen für den offensiveren Part ein etwas anderes Profil, aber einer von beiden hat auf jeden Fall gute Chancen zu spielen." Damit dürften sich auch Nominierungen von Robert Andrich, der bei Bayer Leverkusen ohnehin meist Teil einer Dreierkette ist, und des zuletzt gehandelten Anton Stach von Leeds United erledigt haben. 

    Letzteren schloss Nagelsmann sogar als Alternative zu Goretzka aus. "Er macht es dort gut, ist aber auch nicht enorm kopfballstark und auch nicht der Top-Zweikämpfer, sondern ebenfalls einer, der gerne das Spiel vor sich hat", sagte Nagelsmann, obwohl der Ex-Hoffenheimer in der Premier League sehr wohl mit Kopfballstärke glänzt (62 Prozent gewonnene Luftzweikämpfe). 

    Somit scheint es alles andere als unwahrscheinlich zu sein, dass Nagelsmann keinen weiteren Sechser nominiert und stattdessen einen noch offensiveren Spieler wie Nadiem Amitri mitnimmt, der bis zu seiner jüngst erlittenen Verletzung an der Ferse die Lebensversicherung von Mainz 05 darstellte. Zumal je nach Turnierverlauf auch Kimmich eine Position vorrücken könnte. 

  • Leroy Sane of Galatasaray celebrates victory Getty Images

    Zweite WM-Chance für Leroy Sane?

    Auf dem Flügel fallen vor allem drei Namen in die Stammspieler-Kategorie, die von einem überstrahlt werden: Leroy Sane. Dessen Rückkehr ins DFB-Team im November hatte schon für reichlich Stirnrunzeln gesorgt, weil sich Nagelsmann auch dabei in gewisser Hinsicht selbst widersprach. 

    Obwohl er die Benchmark des Bundestrainers, bei Galatasaray Istanbul in der schwächeren Süper Lig deutlich mehr Torbeteiligungen als in der Bundesliga zu erzielen, nicht erfüllte, holte ihn Nagelsmann zurück. Seither hat sich Sanes Ausbeute nur bedingt verbessert. Vor dem Saisonfinale stehen wettbewerbsübergreifend sechs Tore und sieben Assists auf dem Konto des früheren Bayern-Stars. Eine keineswegs schlechte Ausbeute, berühmt ist sie allerdings auch nicht. 

    Für deutlich mehr Wirbel sorgen in diesen Tagen Jamie Leweling (VfB Stuttgart) und Kevin Schade (FC Brentford). Leweling war für die Schwaben bislang an 20 Treffern direkt beteiligt, Schade für die Bees an zehn - und damit häufiger als die im DFB-Team etablierten England-Legionäre Nick Woltemade (neun, Newcastle United) und Florian Wirtz (sieben, FC Liverpool). 

    Interessant: Im November nahm Nagelsmann alle drei mit. Zur ganzen Wahrheit gehört jedoch, dass Jamal Musiala und Kai Havertz zu diesem Zeitpunkt noch verletzt fehlten und auch Deniz Undav nach einer Verletzung noch nicht so in Torlaune wie in den vergangenen Wochen präsentierte. Andererseits standen auch Karim Adeyemi, der seinen Stammplatz beim BVB inzwischen verloren hat, und Said El Mala vom 1.FC Köln im Aufgebot. 

    Dem Kölner Supertalent fehle es laut Nagelsmann aber an Spielzeit. "Said muss den Anspruch haben, dass er in Köln Stammspieler ist und immer spielt. Aber er spielt 50 Prozent, das ist zu wenig. Und das liegt nicht am Trainer, was man dann oft meint, sondern es liegt an ihm selbst, wie stabil er in der Defensive arbeitet." Dies sei außerdem nicht mit Lennart Karls Joker-Rolle beim FC Bayern München zu vergleichen. 

    Sane hat allerdings einen entscheidenden Vorteil gegenüber allen anderen: Er schenkte Nagelsmann das Vertrauen beim letzten Lehrgang mit insgesamt zwei Treffern und einer Torvorlage beim Kantersieg über die Slowakei zurück. Beim 2:0 gegen Luxemburg steuerte er ebenfalls einen Assist bei. Der 30-Jährige dürfte somit auch im März dabei sein. Wenn es einen aus dem Trio trifft, erwischt es Schade oder Leweling. 

    Etwas unter dem Radar bewegt sich in Chris Führich ein weiterer Stuttgarter, der rund um die EM groß aufgespielt hatte und anschließend in ein Formloch fiel. Inzwischen hat sich aber auch der 28-Jährige wieder seinen Stammplatz beim VfB zurückerobert. Sieben seiner elf Scorerpunkte erzielte Führich seit Dezember. Dennoch wäre ein erneutes Turnierticket eine große Überraschung. 

  • Niclas FüllkrugGetty Images

    Kommt die Sturm-Überraschung aus Belgien?

    Im Sturm müssen sich die VfB-Fans wohl keine Sorgen über eine Enttäuschung machen. An Undav führt kein Weg vorbei. Der bodenständige Torjäger dürfte auch kein Problem haben, nicht in der Startelf zu stehen. Zumal Woltemade seit Monaten deutlich schlechter performt, aber von Nagelsmann den Rücken gestärkt bekam. "Ich habe ihm erst letzte Woche gesagt, dass er entspannt bleiben soll. Wir haben Vertrauen in ihn."

    Bei Stürmer Nummer drei scheiden sich jedoch die Geister. Klar ist, dass Nagelsmann noch einen Spielertypen in seinen Reihen haben will, "der in der Luft ein bisschen was regeln kann, wenn wir mal ein Tor brauchen und nicht alles mit den Zauberern dahinter lösen können, weil der Gegner so tief verteidigt." Als Kandidaten gelten in erster Linie Niclas Füllkrug und Jonathan Burkardt. 

    Ersterer "war lange Zeit raus, spielt jetzt immer mal 20, mal 30 Minuten, hat aber aktuell leider keine Quote und wenig Spielzeit", betonte Nagelsmann. Derzeit reicht es bei Füllkrug nur zu einer Joker-Rolle bei der AC Milan, welche er im DFB-Team aber ohnehin nur hätte und deshalb vermutlich auch nicht für Stunk sorgen würde. Der ebenfalls im November nominierte Burkardt war vor seiner langwierigen Verletzung indes unangefochtener Stammspieler bei Eintracht Frankfurt und kehrte zuletzt auch unter Riera wieder zurück in die Startelf. Gladbachs Tim Kleindienst hat dagegen keine Chance. "Bei ihm steht auch in den Sternen, wie er zurückkommt", sagte Nagelsmann.

    So richtig zufriedenstellend ist also keine der genannten Varianten. Eine Option gibt es allerdings noch, die kaum thematisiert wird: Nicolo Tresoldi. Der Ex-Hannoveraner bringt mit 1,86 Meter Körpergröße zwar nicht das Gardemaß eines Kleindiensts mit, gilt aber als enorm kopfballstark. Das bewies der Stürmer bei allen seinen bisherigen Stationen. Für Club Brügge kommt er in der laufenden Spielzeit auf starke 13 Tore, drei davon in der Champions League - jeweils eines gegen den FC Barcelona und Atletico Madrid. 

    Bei der U21-EM 2025 präsentierte er sich zudem als kongenialer Partner von Woltemade in der Gruppenphase, ehe ihm hinten raus etwas die Puste ausging. In Brügge ist Tresoldi zweifellos den nächsten Entwicklungsschritt gegangen, was den DFB durchaus in Bedrängnis bringt. Denn Italien buhlt dem Vernehmen nach intensiv um die Dienste des 21-Jährigen, der in Cagliari geboren ist und erst im Jugendalter mit seinen Eltern nach Deutschland übersiedelte. Im Oktober sprach er noch von einer bewussten Entscheidung für den DFB, ließ sich aber ein Hintertürchen offen. "Wenn Gattuso mit mir sprechen möchte, würde mich das sehr freuen". 

    Ein WM-Ticket würde er wohl kaum ausschlagen, womit der DFB nach Spielern wie Josip Stanisic (Kroatien), Can Uzun oder Kenan Yildiz (beide Türkei) ein weiteres Top-Talent verlieren würde. Dass Nagelsmann seine Entscheidung davon beeinflussen lässt, darf hingegen bezweifelt werden. Eine Entscheidung pro Füllkrug scheint aktuell am wahrscheinlichsten zu sein, die Burkhardt mit einem starken Comeback in den kommenden Partien aber noch erheblich ins Wanken bringen könnte. 

  • FBL-GER-BUNDESLIGA-LEVERKUSEN-STUTTGARTAFP

    Vor allem die Stuttgarter Kandidaten wackeln

    Schon jetzt wirkt es so, dass Nagelsmanns Interview nicht für den von ihm erhofften Effekt gesorgt hat. Anstatt Klarheit zu schaffen und nachvollziehbare Einblicke in seine Gedankenwelt zu bringen, hat er eher für Verwirrung gesorgt und teils schlafende Hunde geweckt. Womöglich hat er aber auch entscheidende Vorarbeit geleistet, dass sich der unvermeidbare Gegenwind von Experten sowie Vereinsseite mehr verteilt und keinen Störfaktor während der Vorbereitung kurz vor der WM darstellt. 

    Kritik könnte Nagelsmann insbesondere aus der Ecke des VfB Stuttgart ernten. Ausgerechnet der Klub, der in den vergangenen zwei Jahren teilweise sogar den größten Block beim DFB stellte. In Chabot, Mittelstädt, Vagnoman, Stiller, Leweling und Führich könnten allein sechs Feldspieler mit dem Brustring von Nagelsmanns Stammspieler-Aussage betroffen sein. Alexander Nübel wäre der Siebte im Bunde, sollte er seinen Platz als Nummer zwei hinter Oliver Baumann (TSG Hoffenheim) aufgeben müssen. 

    Mit Finn Dahmen (FC Augsburg) und Noah Atubolu (SC Freiburg) nahm Nagelsmann zuletzt sogar vier Keeper mit, um sich mehrere Türen offenzuhalten. Zudem rückt Jonas Urbig als Vertretung von Manuel Neuer immer mehr in den Vordergrund. Ganz auszuschließen ist eine Degradierung Nübels also nicht. 

    In jedem Fall ist vor dem kommenden Lehrgang ordentlich Druck auf dem Kessel, ehe mit der nächsten Nominierung aus den vielen Fragezeichen erste Ausrufezeichen werden. 

  • FBL-WC-2026-EUR-QUALIFIERS-GER-SVKAFP

    Die Spiele der deutschen Nationalmannschaft bis zur WM

    • 27. März: Schweiz - Deutschland
    • 30. März: Deutschland - Ghana
    • 31. Mai: Deutschland - Finnland
    • 6. Juni: USA - Deutschland

Häufig gestellte Fragen

Ihr Dachverband DFB wurde am 28. Januar 1900 gegründet. Achte Jahre und gut zwei Monate später, im April 1908, stieg das erste Länderspiel. Dieses verlor die deutsche Nationalmannschaft in der Schweiz mit 3:5.

Sie hat keinen Eigentümer im engsten Sinne, denn die Verwaltung erfolgt durch den DFB.

Anders als andere Nationalmannschaften hat die deutsche kein festes Heimstadion. Deutschland spielt im Berliner Olympiastadion, in der Allianz Arena, im Signal Iduna Park und aber auch in anderen Anlagen.

Das lässt sich aufgrund Deutschlands vieler Spielstätten nicht pauschal sagen.

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich viermal zum Weltmeister, dreimal zum Europameistermeister und 2017 zum Konföderationen-Pokalsieger gekrönt.

Lothar Matthäus ist mit 150 Auftritten Deutschlands Rekordteamspieler. Ebenfalls auf dem Podest und dreistellig sind Miroslav Klose (137) sowie Thomas Müller (131). 

Mit 71 Treffern in 137 Länderspielen führt Miroslav Klose vor Gerd Müller, der in 62 Auftritten 68-mal eingenetzt hat.

Unter anderem Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Lothar Matthäus, Miroslav Klose, Philipp Lahm, Manuel Neuer, Toni Kroos u.v.m.

In erster Linie "DFB Team", aber etwa auch "DFB Auswahl".

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