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"Er persönlich ist auch genervt": Paul Pogbas Comeback in Monaco scheitert gerade kläglich

Es hätte das große Spiel des ersten Halbjahres von Paul Pogba für die AS Monaco werden sollen: Am Mittwoch kommt mit Juventus Turin das Ex-Team des Franzosen zum Liga-Duell der Champions League ins Fürstentum - und für beide Mannschaften geht es am letzten Spieltag noch um richtig viel. Pogba wird seinem Klub aber nicht helfen können, den Playoff-Platz zu sichern, denn er ist verletzt. Mal wieder. 

Drei Blessuren zwangen ihn dazu, regelmäßige Pausen in der Hinrunde einzulegen, sodass aus dem geplanten großen Comeback des 32 Jahre alten Weltmeisters von 2018 inzwischen ein für alle Seiten unbefriedigender Zustand geworden ist. 30 Minuten stand Pogba erst für Monaco auf dem Platz - und das Experiment könnte angeblich viel schneller abgebrochen werden, als es der bis 2027 laufende Vertrag vermuten lässt. 

  • paul-pogba(C)Getty Images

    Monaco denkt angeblich über Trennung von Paul Pogba nach

    Nach Informationen der spanischen Sportzeitung Sport denken die Monegassen darüber nach, sich schon im noch laufenden Transferfenster wieder von Pogba zu trennen. Sollte das nicht gelingen, verdichten sich die Anzeichen, dass es spätestens im Sommer mit der Zusammenarbeit wieder vorbei ist. 

    Bei Pogba bewahrheitet sich die Tatsache, dass es nach einer langen Auszeit meist genauso lange dauert, bis ein Spieler danach wieder auf seinem Top-Niveau angekommen ist. Vor rund zweieinhalb Jahren wurde er im September 2023 als Spieler von Juventus Turin positiv auf DHEA getestet – ein verbotenes Hormon, das den Testosteronspiegel steigern kann.

    Er wurde von den italienischen Anti-Doping-Behörden mit einer vierjährigen Sperre belegt, die im Oktober 2024 nach einer Berufung auf 18 Monate reduziert wurde. 

    Mit der Verringerung seiner Sperre durfte Pogba im März 2025 wieder in Pflichtspielen auflaufen, doch Juventus hatte seinen Vertrag während der Sperre einvernehmlich mit ihm aufgelöst. Im Juni 2025 – fast zwei Jahre nach Beginn seiner Sperre – unterschrieb er schließlich bei der AS Monaco.

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  • FBL-FRA-LIGUE1-RENNES-MONACOAFP

    Zwei Rückschläge für Paul Pogba vor dem Comeback

    Pogba hatte sich zwar während seiner Sperre fit gehalten, doch einsatzfähig war er noch lange nicht, als er bei Monaco einstieg. Es dauerte bis Oktober, bis er seinem langersehnten Debüt näherkam, denn sein Klub wollte mit ihm nichts überstürzen.

    Diese Vorsicht erwies sich im Nachhinein als gerechtfertigt: Seine Premiere für den Verein verschob sich zunächst aufgrund einer Oberschenkelverletzung um zwei Wochen. Es folgte eine Knöchelverstauchung, die das Comeback erst im November zuließ: Am 22. November kam Pogba schließlich in Rennes von der Bank und bestritt sein erstes Pflichtspiel seit 26 Monaten: Er stand fünf Minuten auf dem Platz.

  • FBL-FRA-LIGUE1-MONACO-PSGAFP

    Paul Pogba fällt seit Anfang Dezember aus

    Ein weiterer Kurzeinsatz folgte beim anschließenden Sensationssieg gegen Paris Saint-Germain, bevor er Anfang Dezember die letzten 21 Minuten bei der Niederlage gegen Brest mitmachte. Aber das war es auch schon. Es ist bis heute Pogbas letzter Einsatz für die AS Monaco, insgesamt kommt er auf 30 Minuten für sein Team.

    Der Grund? Pogba zog sich im Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Marseille Mitte Dezember eine Wadenverletzung zu. Diese wurde zunächst als "leicht" eingestuft, hat ihn aber letztendlich für die letzten sieben Spiele des Teams außer Gefecht gesetzt. 

    Als der Rückschlag bekannt wurde, sagte Trainer Sebastien Pocognoli: "Dass er sich von seiner Verletzung erholt hat und wieder spielen kann, ist spektakulär. Aber im Moment kann ich nicht in die Zukunft schauen. Er arbeitet hart, und wir sind da, um ihn dabei zu unterstützen. Ich verstehe die Sorgen, aber ich kann mir darüber keine Gedanken machen."

  • FBL-FRA-LIGUE1-MONACO-POGBAAFP

    Monaco-Boss: "Der Plan für Paul funktioniert nicht"

    In einer Pressekonferenz Anfang Januar wurde Thiago Scuro, der CEO von Monaco, deutlicher und sprach offen über seinen Frust: "Es ist klar, dass der Plan für Paul nicht so funktioniert, wie wir es uns ursprünglich vorgestellt hatten“, sagte er. "Wir arbeiten hart daran, Lösungen für ihn zu finden", ergänzte er. 

    "Er persönlich ist auch genervt. Der Plan mit ihm ändert sich ständig. Einige kleinere Verletzungen erschweren den Prozess. Wir arbeiten weiter daran, das zu erreichen, was wir im Sommer bei seiner Ankunft vereinbart haben", sagte Scuro. 

    Die Situation in Monaco wird dadurch nicht besser, dass das Team in der Ligue 1 nur im Mittelfeld liegt, schon zehn Punkte hinter den Champions-League-Plätzen. Einen Spieler von der Qualität und mit der Erfahrung Pogbas könnte die Mannschaft gut gebrauchen. 

  • FBL-EURO-2020-2021-MATCH35-POR-FRAAFP

    Paul Pogbas WM-Traum ist wohl schon geplatzt

    Bei seinem Engagement in Monaco hatte Paul Pogba noch davon geträumt, sich mit seinen Leistungen auf den letzten Drücker noch einen Platz in der Equipe Tricolore zu erobern und mit dem Team von Trainer Didier Deschamps zur WM im Sommer zu fliegen. Dass daraus nichts wird, konnte er schon im November ahnen: "Wenn ich nicht fit bin, wenn ich schlecht spiele, wenn ich in Monaco keine Leistung bringe, dann kommt die französische Nationalmannschaft für mich nicht in Frage."

    Fünf Monate vor Turnierbeginn in den USA, Kanada und Mexiko ist es für Pogba wohl jetzt schon zu spät, um noch überzeugende Auftritte hinzulegen. Im Dezember sagte der ehemalige französische Nationalspieler Frank Leboeuf GOAL: "Es wird schwer für Deschamps, zu sagen: 'Okay, ich nehme ihn mit.‘ Vielleicht will er auch N'Golo Kante mitnehmen. Warum rufst du nicht auch Griezmann und Zidane an? Das wird alles schwierig. Ich gebe ihm eine WM-Chance von fünf Prozent, weil ich nett sein will. Aber für mich ist es vorbei.“

  • FBL-FRA-LIGUE1-BREST-MONACOAFP

    Paul Pogbas Zukunft liegt wohl nicht Monaco

    Wie es für Pogba weitergeht, könnte sein Klub für ihn entscheiden. Vereinsboss Scuro deutete an, dass es im vereinbarten Vertrag Klauseln gibt, die es der AS Monaco erlauben, die Zusammenarbeit vorzeitig zu beenden. "Es gibt viele Sachen in Pauls Vertrag, die sich stark von dem unterscheiden, was die Leute denken", sagte der CEO. "Ich halte es aber für wenig hilfreich, das in der Öffentlichkeit zu verkünden. Wir müssen den Plan mit ihm weiterverfolgen, auch wenn sich alles bislang verzögert hat."

    Scuro ergänzte: "Es gibt immer zwei Möglichkeiten: Entweder funktioniert es gut und er steht bald wieder auf dem Platz und hilft dem Team. Oder, wenn es nicht funktioniert, können sich beide Parteien im Sommer zusammensetzen und erneut darüber sprechen, wie es weitergehen soll."

    Nachdem der Comeback-Versuch von Paul Pogba in Monaco bisher recht erfolglos verlaufen ist, sieht es für ihn schon wieder nach Abschied aus. Der Franzose wird im März 33 Jahre alt und könnte sich schon bald nach einem neuen Klub umsehen - doch welcher Verein will das Risiko mit ihm noch eingehen? 

  • Die Karriere von Paul Pogba:

    • 2007 - 2009: Le Havre
    • 2009 - 2012: Manchester United
    • 2012 - 2016: Juventus Turin
    • 2016 - 2022: Manchester United
    • 2022 - 2024: Juventus Turin
    • seit 2025: AS Monaco
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