Die Erwartungen der Fans sind immer hoch, wenn Real Madrid und der FC Barcelona aufeinandertreffen. Doch die erste Halbzeit im Supercopa-Finale übertraf diese sogar noch einmal. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte fielen gleich drei Tore - Rekord und einmalig in der so rekordträchtigen Geschichte des Clasico. Zur Pause stand es 2:2 zwischen den verhassten Rivalen.
Getty Images"Eine Nachspielzeit von einem anderen Stern!" Real Madrid und FC Barcelona schreiben Geschichte im Clasico - Barca gewinn irren Schlagabtausch
Raphinha hatte die Katalanen im King Abdullah Stadion im saudi-arabischen Jeddah in der 36. Minute in Führung gebracht, ehe es wenig später in der Nachspielzeit dann so richtig zur Sache ging. Vinicius Junior schnappte sich den Ball bei einem Konter der Madrilenen, lief auf der linken Seite im vollen Tempo und kämpfte sich mit einem Tunnel an Jules Kounde vorbei nach innen. Mit einem präzisen Schuss ins lange Eck vollendete er sein Traumsolo. Es war sein erster Treffer seit drei Monaten.
Barcas Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Nur zwei Minuten später verwandelte Robert Lewandowski nach einem Traumpass von Pedri technisch anspruchsvoll mit einem Außenrist-Lupfer, der vom Innenpfosten ins Tor prallte. Doch es ging weiter: Nach einem Real-Eckball klärte Raphinha zunächst einen Kopfball von Dean Huijsen auf der Linie spektakulär an die Latte. Der Abpraller landete bei Gonzalo Garcia, der im Fallen die Kugel an die Latte, den Innenpfosten und ins Tor drosch. Mit der Szene endete zugleich die "Nachspielzeit von einem anderen Stern", wie es der Sportdigital-Kommentator treffend formulierte.
Real und Barcelona schrieben damit gleichzeitig Geschichte, denn erstmals im 21. Jahrhundert fielen in einem Clasico - egal in welchem Wettbewerb - drei Tore in der ersten Halbzeit der Nachspielzeit.
Nach der Pause wurde es zunehmend ruppiger und am Ende dramatisch. Raphinha brachte die Katalanen knapp 20 Minuten vor dem Ende auf die Siegerstraße, doch in der Nachspielzeit - und in Überzahl - vergaben die Königlichen noch einmal zwei Riesenchancen auf den Ausgleich. Frenkie de Jong hatte wegen eines Tacklings mit offener Sohle gegen den eingewechselten Kylian Mbappe die Rote Karte gesehen (90.+1), anschließend schossen Carreras (90.+6) und Asencio (90.+8) aber Torhüter Joan Garcia aus kurzer Distanz auf der Linie an, kurz danach war Schluss.
Real Madrid schießt vor Clasico wieder einmal gegen die Schiedsrichter
Vor dem Clasico sorgte Real erneut für Aufsehen, indem der vereinseigene TV-Sender gegen den für das Spiel angesetzten Schiedsrichter Jose Luis Munuera Montero und den VAR-Referee Daniel Trujillo Suárez Stimmung machte - eine Praxis, die in der spanischen Hauptstadt vor Clasicos mittlerweile zur Gewohnheit geworden ist. Die Kommentatoren bezeichneten die Schiedsrichter als ein "Duo aus einem Horror-Film" und sprachen von einer "besorgniserregenden" Ansetzung. Der Klub begründete seine Kritik damit, dass Montero in der Vergangenheit immer wieder durch "grauenhafte Leistungen mit einer Vielzahl von Fehlentscheidungen gegen Real" negativ aufgefallen sei.
Nicht nur im Finale der Supercopa, sondern auch in der Liga liefern sich die beiden erfolgreichsten Mannschaften Spaniens ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei Barcelona im Moment die Nase vorn hat und einen Vier-Punkte-Vorsprung auf Real genießt. Das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison in LaLiga entschieden die Blancos mit 2:1 für sich.
Supercopa: Die Ergebnisse im Überblick
- Halbfinale: Real Madrid 2:1 Atletico Madrid
- Halbfinale: FC Barcelona 5:0 Athletic Bilbao



