Der BVB hat sich in der Champions League mit 4:0 gegen den FC Villarreal durchgesetzt. Vereinslegende Mats Hummels zeigte sich am Rande der Partie dennoch nicht vollständig zufrieden mit den Schwarzgelben - vor allem wegen der Zusammenstellung des Mittelfelds.
IMAGO / Eibner"Ein wenig diffus": Mats Hummels wundert sich über die Zusammenstellung eines Mannschaftsteils beim BVB
Hummels, der mit Borussia Dortmund zu aktiven Zeiten unter anderem zwei deutsche Meistertitel holte, nannte das Mittelfeld bei Amazon Prime "ein wenig diffus würde ich beinahe sagen, weil es doch sehr unterschiedliche Spielertypen sind". BVB-Trainer Niko Kovac hatte am Dienstag rotiert und neben den technisch versierten Felix Nmecha auch den defensiver denkenden Marcel Sabitzer im Zentrum aufgeboten, der zuletzt nur selten zum Einsatz gekommen war.
Hummels weiter: "Mit den Wechseln und der Rotation kriegst du andere Typen, die sich anders anbieten. Du hast mal einen Sechser, der sich tief fallen lässt, ein anderes Mal hast du Sechser/Achter, die zwischen den Ketten spielen. Dein Spiel verändert sich, du musst dich jedes Mal darauf einstellen. Es sind qualitativ gute Spieler im Dortmunder Mittelfeld, aber zu viele unterschiedliche Profile in meinen Augen."
Getty Images SportChristoph Kramer wird deutlich: "Du hast statt dreimal Weltklasse kein Mal Weltklasse mehr"
Hummels' Expertenkollege Christoph Kramer schloss sich dieser Einschätzung an: "Wenn du in diesem 3-4-3-System spielst, haben Sechser die Aufgabe, dass sie sehr positionstreu spielen müssen. Pascal Groß ist von seinem Naturell jemand, der sehr viel abkippt, Sabitzer eigentlich auch, aber du brauchst eigentlich Sechser, die am Mann in der Defensive vorverteidigen und die Position halten in der Offensive und deshalb ist ein Felix Nmecha systembedingt so der 'Go-to-Guy'."
Kramer betonte zudem, dass dem BVB aktuell die echten Ausnahmespieler fehlten. In der Vergangenheit habe man mit Hummels und Marco Reus über Jahre zwei Akteure von absolutem Weltklasse-Format gehabt - an der Seite von Kalibern wie Jadon Sancho, Ousmane Dembele, Erling Haaland oder Jude Bellingham. "Das hast du jetzt nicht mehr. Der BVB hat gerade mit Schlotterbeck jemanden, der auf dem Weg zur Weltklasse ist. Aber sonst hast du statt dreimal Weltklasse kein Mal Weltklasse mehr. Das muss man einfach so sagen."
Hummels erklärte, man habe man zwar das Gefühl, "man sieht eine stabile Mannschaft, die die Basics auf den Platz bringt." Im negativen sei das aber auch schon "alles, was man sieht". Dem 36-Jährigen zufolge "fehlen die ganz großen spielerischen Glanzlichter, dass ein Gegner mal fußballerisch auseinander genommen wird. Es gab zwei, drei Ergebnisse wie das 4:1 gegen Bilbao oder das Spiel in Kopenhagen (4:2, Anm. d. Red.), die so ein bisschen in die Richtung aussahen, aber die Spiele waren nicht so deutlich."
BVB bleibt auf Erfolgskurs in Liga und Europa
Trotz alledem stimmt die Ausbeute des BVB ergebnistechnisch weiterhin. Zwar ließ Dortmund in der Liga zuletzt gegen den Hamburger SV und den VfB Stuttgart durch späte Gegentreffer wichtige Punkte liegen, doch in der Bundesliga behaupten die Westfalen aktuell Rang vier. Der Rückstand auf den Tabellenzweiten RB Leipzig beträgt lediglich drei Punkte. Auch in der Champions League liegt der BVB auf Platz vier und wäre damit Stand jetzt direkt für das Achtelfinale qualifiziert.
Am Samstag wartet nun das schwere Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen, das am Dienstag Manchester City 2:0 schlug.
Borussia Dortmund: Die vergangenen fünf Spiele
- BVB 4:0 FC Villarreal (Champions League)
- BVB 3:3 VfB Stuttgart (Bundesliga)
- HSV 1:1 BVB (Bundesliga)
- Manchester City 4:1 BVB (Champions League)
- FC Augsburg 0:1 BVB (Bundesliga)



