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"Dann kann man in diesem Beruf nicht bestehen": Zinedine Zidane lüftet Geheimnis über Umgang mit Superstars bei Real Madrid

Ein zentraler Vorwurf vor der Entlassung von Xabi Alonso bei Real Madrid betraf seinen Umgang mit den Spielern. Wie man bei Real ein Starensemble wirklich führt, weiß Ex-Trainer Zinedine Zidane ganz genau. Der Franzose erklärt, worauf es bei der Arbeit mit Vinicius Junior, Kylian Mbappe und Co. ankommt.

  • "Bei Real Madrid waren wir immer für die Spieler da. Für mich ist es genau das, was eine Mannschaft stark macht: dass man für die Spieler da ist. Wenn man das nicht verstanden hat, kann man in diesem Beruf nicht bestehen. Wir sind da, um sie zu unterstützen", verriet er auf dem YouTube-Kanal von Hamidou Msaidie bei der Show Slowmotions talks.

    Man müsse ihnen zeigen, dass man für sie da ist. "Damit die Kabine akzeptiert, was man umsetzen will, müssen sie dich mögen. Wenn die Spieler mit allem, was man ihnen bietet, nicht zufrieden sind - mit den Trainingseinheiten, mit allem drum herum -, dann fehlt immer etwas. Bei uns hatten sie, glaube ich, auf jeder Ebene große Freude daran." 

    Zidane betreute Real in zwei Amtszeiten zwischen 2016 und 2018 sowie von 2019 bis 2021. In dieser Zeit führte er die Königlichen zu zwei spanischen Meistertiteln, drei Champions-League-Triumphen, zwei Erfolgen in der Supercopa sowie jeweils zwei Siegen bei der FIFA-Klub-WM und im UEFA-Supercup.

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  • alonso(C)Getty Images

    Xabi Alonsos Umgang mit den Stars bei Real Madrid wird ihm zum Verhängnis

    Real trennte sich erst vor kurzem nach nur einem halben Jahr "einvernehmlich" von Alonso, nachdem man im Finale der Supercopa gegen den FC Barcelona mit 2:3 verloren hatte und auch in LaLiga aktuell in der Tabelle hinter dem Erzrivalen liegt. Als Nachfolger übernahm Alvaro Arbeloa. Dieser musste allerdings gleich in seinem ersten Spiel an der Seitenlinie eine Blamage erleben, als seine Mannschaft in der Copa del Rey in der letzten Minute gegen den Zweitligisten Albacete mit 2:3 ausschied.

    Neben den enttäuschenden Ergebnissen zählte der Umgang mit den Spielern zu Alonsos größten Kritikpunkten. Bereits Ende des vergangenen Jahres waren angebliche Spannungen mit Kylian Mbappe und Vinicius Junior öffentlich geworden. Spanischen Medien zufolge empfanden viele Spieler Alonsos Training als überfordernd. Eine Flut an Informationen, permanente Korrekturen und als Mikromanagement wahrgenommene Detailarbeit sorgten für wachsenden Unmut in der Kabine. 

    Besonders der Übereifer von Alonso und Assistent Sebas Parrilla entfremdete die Mannschaft zunehmend - laute Anweisungen und ständige Eingriffe erstickten die Trainingsfreude, die Atmosphäre galt als giftig. Trotz der kurzen Vorbereitung nach der Klub-WM hielt Alonso an seinen Methoden fest, versuchte den Lernprozess zu erzwingen - und verlor dabei sowohl die Zeit als auch die Mannschaft. Verschärft wurde die Lage durch die früh kursierenden Gerüchte um Castilla-Coach Arbeloa, der intern bereits als möglicher Nachfolger gehandelt wurde. 

  • Klubführung identifiziert Fitnessprobleme als Schwachpunkt

    Die Madrider Klubführung sieht vor allem die Fitness der Mannschaft als einen entscheidenden Faktor für die aktuellen Probleme und brachte nach Alonsos Aus als erste Amtshandlung Fitnesscoach Antonio Pintus zurück, der auch zu Zidane-Zeiten bei den Blancos war. 

    Zidane erinnert sich an eine ähnliche Situation zurück: "Ich erinnere mich, dass wir drei Wochen Zeit hatten, in denen wir nicht in der Champions League spielten, sondern nur in der Liga. Drei Wochen lang konnten wir von Montag bis zum nächsten Spiel arbeiten. Wir haben uns mit den vier Kapitänen zusammengesetzt und ihnen erklärt, was wir vorhatten - und sie haben sich unserem Projekt angeschlossen. Körperlich hatten wir gesehen, dass sie nicht in guter Verfassung waren. Wir hatten alle Daten ausgewertet. Für diese drei Wochen bereiteten wir 20- bis 30-minütige Kardioeinheiten vor, die wir im Trainingszentrum absolvierten. Wir hatten erkannt, dass sie Ausdauertraining brauchten, um sie - wie wir sagten - wieder aufzuladen. Angesichts ihres Talents ermöglichte uns das, sie in Form zu bringen."

    Für Real geht es Samstag wieder in der Liga weiter, wenn UD Levante zu Gast ist.

  • Zinedine Zidanes Trainerkarriere in Zahlen

    • Real Madrid (2019-2021): 114 Spiele, Punkteschnitt: 2,04
    • Real Madrid (2016-2018): 149 Spiele, Punktschnitt: 2,30
    • Real Madrid Castilla (2014-2016), 37 Spiele, Punkteschnitt: 1,57
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