Oliver Kahn wäre einst beinahe für einen anderen Bundesligisten als den FC Bayern München tätig gewesen. Wie die Torhüter-Legende in der Sky-Sendung "Triple" enthüllte, stand der "Titan" im Sommer 2009 unmittelbar vor einer Unterschrift beim FC Schalke 04.
GettyDamit hätte niemand gerechnet! Oliver Kahn stand kurz nach Karriereende beim FC Bayern München vor Unterschrift bei einem Bundesliga-Rivalen
Kahn-Treffen mit Schalke-Boss sickerte an die Öffentlichkeit durch
Kahn, der seine Karriere 2008 beendete, war damals als Manager der Königsblauen im Gespräch. Der Posten war zum damaligen Zeitpunkt vakant, nachdem Andreas Müller und Trainer Fred Rutten im Frühjahr von ihren Aufgaben entbunden worden. Deshalb sei der damalige Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies auf den ehemaligen Nationalkeeper zugekommen.
Beim geplanten Treffen im Eichenhof in Rheda-Wiedenbrück, eine Stadt im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen, hatten allerdings schon einige Reporter Lunte gerochen. "Da war ein Tor davor, ein Zaun drumherum. Wir fahren morgens rein. Dein Berater rief aber an und meinte: 'Ich glaube, das können wir lassen.' Ich wollte gerade zu dir, aber ich kam nicht durch. Da standen zu viele Reporter. Was war passiert? Olli hat eingecheckt im Hotel, hat sich die Laufschuhe angezogen und ist durch den Stadtpark gelaufen", sagte der ebenfalls im Studio anwesende Tönnies rückblickend.
Daraufhin begann Kahn in der Sendung zu lachen und erklärte: "Das war der Fehler, glaube ich. Ich habe aber extra noch eine Mütze aufgehabt." Tönnies ergänzte: "Die haben dich wohl in dem Innenlokal erkannt, als du einen getrunken hast - ein Wasser natürlich."
Getty ImagesKahn und Tönnies bedauern geplatzten Schalke-Deal
Kahn habe zudem auf dem Fernseher gesehen, dass sein Besuch in Rheda-Wiedenbrück durchgesickert war. "Da habe ich gedacht, das ist wohl nicht mehr ganz so geheim", sagte er. Letztlich fiel der Deal bekanntlich ins Wasser.
"Wir sind befreundet miteinander und ich habe gesagt, wir machen jetzt auf Schalke etwas Verrücktes. Wir wollten jemanden, der ein unglaubliches Gesicht ist, eine Persönlichkeit, der den Fußball kennt wie kaum ein Zweiter. Das war ein ernsthafter Versuch", sagte Kahn und fügte an: "Es war beiderseits sehr ernsthaft. Ich habe mir schon intensiv Gedanken gemacht."
Letztlich sagte Kahn aber ab: "Ich war erst ein Jahr aus dem Fußballgeschäft raus und normalerweise ist das keine so gute Idee, wenn man noch so sehr aktiver Spieler im Kopf ist, dann gleich in eine operative Rolle zu gehen. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich noch nicht so reif dafür gefühlt." Gleichzeitig denke er "immer mal wieder" über jenes Treffen nach, "weil Schalke schon ein spannender Verein ist". Tönnies bedauert die geplatzte Zusammenarbeit ebenfalls. "Wir haben die Entscheidung gemeinsam getroffen. Ich habe gedrängt, aber Verständnis gehabt für die Argumente. Ich hätte es gerne gemacht. Er ist ein besonderer Typ in der Fußballwelt. Olli ist etwas Besonderes."
Kahn wurde erst Jahre später Funktionär - beim FC Bayern
Kurze Zeit später unterschrieb Felix Magath als Trainer und Sportchef auf Schalke und blieb bis 2011. Kahn schlug hingegen andere Wege ein und kehrte erst 2020 auf die Fußballbühne zurück: als Vorstand des FC Bayern. Von 2021 bis Mai 2023 war er Vorstandsvorsitzender, ehe er gemeinsam mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic vor die Tür gesetzt wurde.
Seitdem ist Kahn vereinslos. Vor rund einem Jahr war er jedoch im Gespräch, wieder eine Rolle als Funktionär zu übernehmen. Aus einem geplanten Einstieg beim französischen Traditionsklub Girondins Bordeaux wurde allerdings nicht.
Statistiken von Oliver Kahn als Torhüter des FC Bayern München
- Spiele: 632
- Gegentore: 592
- Ohne Gegentor: 247



