Beim Aus in der Copa del Rey gegen Albacete erlebte Real Madrids neuer Trainer Alvaro Arbeloa einen echten Horrorstart. Doch auch für Vinicius Junior war der Abend ein Tiefpunkt, der Brasilianer wurde Opfer rassistischer Attacken.
Getty ImagesBananen-Wurf auf Vinicius Junior: Real Madrids Pokalschreck Albacete reagiert auf Rassismus-Eklat
Vinicius Junior, der die gesamten 90 Minuten bestritten hatte, wurde während der Feierlichkeiten der Heimmannschaft mit einer Banane beworfen. Zudem stimmte eine Gruppe von Fans, die sich vor dem Anpfiff vor dem Stadion versammelt hatte, fremdenfeindliche Gesänge in Richtung des Spielers an.
Getty Images SportAlbacete reagiert auf Rassismus-Vorfall
Albacete leitete bereits unmittelbar nach dem Schlusspfiff eine interne Untersuchung ein. Am Donnerstag gab der Klub zudem eine Erklärung heraus, in der es heißt: "Wir arbeiten daran, die Person zu identifizieren, die eine Banane auf das Spielfeld geworfen hat. Wir bitten die zuständigen Behörden und unsere Fans um Unterstützung und um ihre Mithilfe während dieses Prozesses."
Der Klub würde "alle in unserer Macht stehenden Disziplinarmaßnahmen" ergreifen, um sicherzustellen, dass die Täter "nie wieder einen Fuß in das Carlos-Belmonte-Stadion setzen". Dieser Ansatz der lebenslangen Sperre spiegelt die Null-Toleranz-Politik wider, die La Liga und die spanischen Vereine in den vergangenen Spielzeiten verstärkt umzusetzen versuchen.
Albacete sei aber auch bestrebt, die Handlungen einer "kleinen Gruppe" von der breiteren Fangemeinde zu trennen, die für eine elektrisierende Atmosphäre bei diesem Pokalspiel gesorgt hatte.
Zudem fügte der Klub hinzu: "Albacete möchte im Namen all seiner vorbildlichen Fans seine Unterstützung für Vinicius Jr., Real Madrid und alle Madridistas angesichts dieses verabscheuungswürdigen Verhaltens zum Ausdruck bringen."
Vinicius Junior immer wieder Opfer von Rassismus
Tragischerweise war dies für Vinicius kein Einzelfall. Der 25-Jährige ist seit längerer Zeit schon zum Ziel rassistischer Beleidigungen in spanischen Stadien geworden. Diese Verfolgung hat dem Spieler bereits sichtbar zugesetzt. Im März 2024 brach er während einer Pressekonferenz in Tränen aus und gestand, dass er "immer weniger Lust auf Fußball" habe, weil die Täter ungestraft blieben.
Seit diesen Äußerungen hat sich die Rechtslage geändert. Im Juni 2024 wurden in einem wegweisenden Urteil drei Fans des FC Valencia wegen rassistischer Beleidigungen gegen den Brasilianer zu acht Monaten Haft verurteilt - die erste strafrechtliche Verurteilung wegen Rassismus in einem spanischen Fußballstadion. Im September 2024 folgte eine einjährige Haftstrafe für einen Fan von Mallorca, der Vinicius und Samuel Chukwueze angegriffen hatte.
Trotz dieser juristischen Erfolge gab es weiterhin Vorfälle. Erst im Mai 2025 wurden Fans von Real Valladolid zu Bewährungsstrafen verurteilt und im August 2025 meldete La Liga rassistische Sprechchöre gegen Vinicius und seinen Teamkollegen Kylian Mbappe während eines Spiels bei Real Oviedo.
Getty Images SportArbeloas Albtraum-Debüt
Auch sportlich war der Abend in Albacete für Real eine Katastrophe. Coach Arbeloa übernahm nach seinem missglückten Einstand sofort selbst die Verantwortung. "Wenn jemand für dieses Ergebnis verantwortlich ist, dann eindeutig ich", erklärte der neue Trainer des spanischen Rekordmeisters. Bereits ein Remis sei "in diesem Verein schlimm", so Arbeloa - "und das ist eine Tragödie".
Erst wenige Tage zuvor hatte sich Real nach der 2:3-Niederlage im spanischen Supercup gegen den FC Barcelona von Xabi Alonso getrennt, doch die erhoffte Wende blieb aus. Das 2:3 (1:1) gegen den Tabellen-17. der Segunda Division sei "sehr schmerzhaft" gewesen, betonte Arbeloa, der auf mehrere Stars um Kylian Mbappe verzichtet hatte.
Alvaro Arbeloas Stationen als Spieler
- 2001 - 2006: Real Madrid
- 2006 - 2007: Deportivo La Coruna
- 2007 - 2009: FC Liverpool
- 2009 - 2016: Real Madrid
- 2016 - 2017: West Ham United



