Zweitligist VfB Stuttgart hat sich von seinem Trainer Tim Walter getrennt. Das gab der fünfmalige deutsche Meister einen Tag nach dem 2:2 (0:1) zum Jahresabschluss bei Hannover 96 bekannt. Walter hatte die Schwaben erst seit Saisonbeginn betreut und dort noch einen Vertrag bis 2021. Ein Nachfolger für den 44 Jahre alten Walter steht noch nicht fest.
"Es war unser Wunsch und unser klares Ziel, gemeinsam mit Tim Walter unsere kurz- und mittelfristigen Ziele zu erreichen: die Rückkehr in die Bundesliga und die Weiterentwicklung unserer Mannschaft", sagte Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger. Es sei aber "zunehmend deutlich" geworden, "dass unterschiedliche Ansichten über die Entwicklung des Kaders zur Realisierung unserer sportlichen Ziele bestehen."
Walter hatte den VfB Stuttgart erst im Sommer übernommen
Walter, der zuvor erfolgreich bei Holstein Kiel gearbeitet hatte, war nach dem Bundesliga-Abstieg im Sommer neuer Trainer in Stuttgart geworden. Aus 18 Zweitligaspielen holte er 31 Punkte, was zur Winterpause Platz drei mit drei Zählern Rückstand auf Spitzenreiter Bielefeld bedeutet. Zuletzt überzeugte der VfB aber nur selten, holte nur einen Sieg aus den vergangenen vier Spielen.
Statt den Klub in die Zukunft und in gewünschte Höhen zu führen, ist Walter nun schon wieder weg, hielt sich nicht einmal so lange wie seine Vorgänger Tayfun Korkut (250 Tage) und Markus Weinzierl (193). Bei der Suche nach Walters Erben muss der VfB einen Treffer landen, sonst droht dem Klub die nächste "Unehrenrunde" durch das Unterhaus, mit nicht absehbaren finanziellen Einbußen.
"Bezüglich eines Nachfolgers haben wir noch keine Entscheidung getroffen", sagte Hitzlsperger. Zwei mögliche Kandidaten: Der im November in Mainz entlassene Sandro Schwarz (41). Und Markus Anfang (45), der im April beim 1. FC Köln trotz Aufstiegskurs gehen musste. Anfang war Walters direkter Vorgänger in Kiel - und könnte jetzt dessen direkter Nachfolger in Stuttgart werden.
