Zlatan Ibrahimovic, PSGGetty Images

Als sich Zlatan Ibrahimovic wegen des Spielballs mit dem Schiri anlegte


HINTERGRUND

Zlatan Ibrahimovic und Paris Saint-Germain - das war eine einzige Erfolgsgeschichte. Der Schwede schoss Tor um Tor für den Hauptstadtklub, ganz Paris und auch weite Teile des französischen Fußballs lagen Ibra zu Füßen. Einer, der in diese Jubelarien nicht einstimmen wollte, war Schiedsrichter Tony Chapron. Und am 20. März 2015 wagte es Chapron sogar, Ibrahimovic zu verärgern.

Es war eigentlich eine ganz normale Ibra-Gala, wie sie davor und danach im PSG-Trikot häufig vorkam. Beim 3:1 gegen den FC Lorient erzielte der Superstar alle drei Tore, und wie es die gute Fußballsitte vorsieht und das Ego eines "Königs" es verlangt, darf sich der dreifache Torschütze nach Abpfiff den Spielball mitnehmen.

Ibrahimovic sauer: "Du willst der Boss sein?"

Also ging Ibrahimovic zu Chapron und verlangte den Ball. Er fragte nicht, er bat nicht, er verlangte ihn. "Schiri, den Ball!", sagte Ibrahimovic. Doch Chapron machte deutlich, was er von solchen Umgangsformen hält. "Warte, ich entscheide", entgegnete er und dachte gar nicht daran, dem sichtlich verdutzten Ibrahimovic den Ball zu geben. Dieser nahm die Abfuhr wohl persönlich, noch im Kabinengang kam es zu einem Wortgefecht. "Ah, du willst der Boss sein? Okay, du bist der Boss. Das ist gut für die Kameras", rief er ziemlich angefressen Richtung Chapron und begab sich in Richtung Kabine.

Drei Jahre später erklärte Chapron in der BBC die Situation und machte deutlich, dass er in jenem Moment auch an seine Rolle als Familienvater gedacht habe. "Er kam zu mir, schnippte mit den Fingern und sagte nur: 'Den Ball!'", schilderte Chapron. Doch dies sei keine Art, auch nicht für einen prominenten Fußballer.

ZLATAN IBRAHIMOVIC PARIS SAINT-GERMAIN PSGGetty Images

"Ich habe vier Töchter, und wenn wir zusammen sind und sie etwas wollen, dann reagieren wir gar nicht erst, wenn am Ende des Satzes kein 'bitte' vorkommt. Und hier war es dasselbe. Es war eine Art Erziehung, weil er ziemlich respektlos war. In der Gesellschaft läuft etwas ziemlich falsch, wenn man einfach Dinge wie 'Bitte' und 'Danke' vergisst", stellte er klar. "Danach begann die Ibrahimovic-Show. Denn niemand sagt 'Nein' zu Zlatan. Ich war vermutlich der einzige", fuhr er fort.

Chapron über Ibrahimovic: "Hoffentlich ist er ein Schauspieler"

Dieser Moment bestätigte den Eindruck, den Chapron ohnehin vom extrovertierten Schweden gewonnen hatte. "Er ist ein sehr nerviger Typ. Nicht nur gegenüber den Schiedsrichtern. Er hat immer seine Mitspieler kritisiert und hat versucht, Probleme mit dem Gegner zu verursachen", schilderte Chapron seine Erfahrungen mit Ibrahimovic.

Der Stürmer sei ein "fantastischer Spieler", aber "auf dem Feld ist er noch jemand anderes. Es war wirklich schwierig als Schiedsrichter", sagte Chapron. Bezüglich seines Verhaltens hoffte der Franzose bereits damals, dass bei Ibrahimovic auch viel Show dahinter steckt. "Ich hoffe für ihn, dass er eine Art Schauspieler ist. Denn er sagt so viele verrückte Dinge. Ich hoffe, dass er nicht das meint, was er sagt", so Chapron. 

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