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Zinedine Zidane führt Real Madrid zur Meisterschaft: Der, der über allem steht

22:00 MESZ 21.05.17
HD Zinedine Zidane Real Madrid
Real Madrid ist erstmals seit 2012 wieder spanischer Meister. Weil die Königlichen über die Saison gesehen besser waren als Barca - auch dank Zidane.

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"Wir sind unendlich viel besser", kam es über Gerard Piques Lippen. Der 3:2-Siegtreffer Lionel Messis kurz vor Schluss hatte auch den Abwehr-Star des FC Barcelona in Ekstase versetzt. Bei Real Madrid gewonnen, im Bernabeu, der Clasico gehörte den Katalanen. Doch besser als Real war Barca in diesem Duell Ende April nicht wirklich. Es war ein knisterndes Duell, auf Augenhöhe.

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Seit Sonntagabend steht nun fest: Der Clasico-Sieg brachte Barca zwar viel Prestige, ist aber im Titelrennen letztlich wertlos. Denn Real ist nach dem 2:0-Erfolg über den FC Malaga endgültig zurück auf dem spanischen  Thron, ist erstmals seit 2012 wieder Meister. Und das vollkommen verdient. Weil die Madrilenen, zieht man die gesamte Saison zurate, besser waren als Barcelona.

Klar hatte auch Real seine Problemchen. Aber die Blancos wussten sehr genau, wie man damit umgeht. Ein großer Verdienst des Trainers, ein großer Verdienst von Zinedine Zidane. Von ihm, der aufgrund seiner ruhmreichen Karriere als Spieler, seines Vermächtnisses im Klub, seiner Aura, über den Dingen steht. Diesen Eindruck hat man zumindest immer wieder.

Zidane ist an der Seitenlinie kein Lautsprecher. So, wie er es als genialer Spielmacher tat, dirigiert der Franzose mit Bedacht. Smart und analytisch im einen, emotional im anderen Moment. Zidane kann sich bestimmten Gegebenheiten sehr gut anpassen, ist demütig. Und das verlangt er auch von seinen Spielern.

Wenn es mal Nebengeräusche gibt, was bei einem Klub wie Real Madrid vermutlich nicht zu vermeiden ist, prallen sie an Zidane ab. Zum Beispiel, als Cristiano Ronaldo im März nach seiner Auswechslung gegen Bilbao offenbar in Richtung Trainer pöbelte. "Es gab keine Verletzung bei Cristiano, aber ich muss ihn manchmal auch runternehmen", erklärte Zidane trocken. Gegessen.

Er versteht es, eine Mannschaft aus Stars, mit dem ganz großen Superstar Ronaldo an der Spitze, konstant eine Einheit sein zu lassen. Anders wäre die überragende Mentalität, mit der Real durch die Saison gepflügt ist, kaum möglich gewesen.

Etwa die Energieleistungen in den CL-Viertelfinals gegen Bayern. Die Art und Weise, wie man Atleticos Ansturm im Halbfinal-Rückspiel doch noch abwehrte. Wie Sergio Ramos im Hinspiel gegen Barca kurz vor Schluss zum Ausgleich traf. Oder wie blitzschnell Real vor wenigen Wochen den späten Gegentreffer durch Valencias Dani Parejo blitzschnell wegsteckte und doch noch gewann.

Am Ende all jener Auftritte steht die erste Meisterschaft seit fünf Jahren. Eine ewig lange Zeit für die Fans der Königlichen. Und Zidane, der erst seit knapp eineinhalb Jahren Cheftrainer ist, davor nur Nachwuchsmannschaften coachte oder in die Rolle des Assisten schlüpfte, hat den Erfolg federführend möglich gemacht.

Er, der Anfang Juni schon seinen zweiten Champions-League-Titel als Trainer gewinnen könnte. Dessen Erfolg an der Seitenlinie nicht wenige überrascht. Und der nicht nur ein Weltklassespieler war, sondern derzeit auch auf einem guten Weg ist, ein großer Coach zu werden. Die dafür notwendigen Titel sammelt er ja bereits.