Yunus Musah ValenciaGetty Images

Absage an Arsenal, Tauziehen zwischen England und USA: Das ist Valencia-Shootingstar Yunus Musah


HINTERGRUND

Anhänger des FC Valencia haben dieser Tage selten Grund zur Freude. Jahrelange Misswirtschaft, ein stetig wachsender Schuldenberg, ständig wechselnde Cheftrainer und ein unbeliebter Präsident stehen stellvertretend für den Verfall des Klubs in der jüngsten Vergangenheit. Hinzu kommen Abgänge von Leistungsträgern und Publikumslieblingen, wie zuletzt Dani Parejo, Ferran Torres, Rodrigo Moreno oder Francis Coquelin.

Angesichts zahlreicher negativer Begleiterscheinungen rund um den Verein ist es den Valencianistas deshalb umso mehr zu gönnen, einen der wenigen Lichtblicke derzeit miterleben zu dürfen: Der 18-jährige Yunus Musah spielt im Mestalla momentan groß auf und gilt als das größte Juwel im Kader von Javi Gracia.

Yunus Musah: New York, italienische Provinz, London

Musah wurde im November 2002 in New York City geboren, lebte mit seinen Eltern ghanaischer Abstimmung jedoch bis zum neunten Lebensjahr in der norditalienischen Provinz Treviso. Dort kickte er zunächst beim lokalen Klub Giorgione, ehe es die Familie in Richtung London zog.

In der englischen Hauptstadt fasste Musah direkt beim FC Arsenal Fuß und durchlief diverse Jugendabteilungen der renommierten Hale End Academy. Sein größter Erfolg im Nachwuchsbereich folgte in der Saison 2018/19, als er mit sieben Torbeteiligungen in 15 Spielen großen Anteil am Meistertitel seiner U18 hatte.

Der 16-Jährige zählte damals zu den aussichtsreichsten Nachwuchsspielern der Gunners und sollte mittels eines Stipendiums weiterhin in der Akademie gehalten werden. Musah hatte jedoch andere Pläne. "Ich habe mich für einen anderen Schritt entschieden, um meinen Traum zu erfüllen", ließ er in Folge seines überraschenden Wechsels nach Valencia via Instagram verlauten.

Aus rein sportlich-strategischer Sicht sollte sich dieser Transfer in Kürze als goldrichtig entpuppen. Bei den Blanquinegros führte Musahs Weg über die U19 und die Reservemannschaft bereits innerhalb von einem Jahr in das Profiteam von Javi Gracia - ein Szenario, das in Nordlondon angesichts der hohen Konkurrenz nicht denkbar gewesen wäre.

Ebenjener Gracia machte Musah - zugegebenermaßen auch aufgrund des massiven personellen Aderlasses - innerhalb von wenigen Wochen zum festen Bestandteil seines Kaders und verhalf ihm bereits am ersten Spieltag zu seinem Profidebüt. Seither ist der mittlerweile 18-Jährige nicht mehr aus der Startelf wegzudenken, kommt vorwiegend auf dem rechten Flügel zum Einsatz und erzielte zuletzt nach einem sehenswerten Sololauf gegen Getafe bereits seinen Premierentreffer.

Yunus Musahs Qual der Wahl: England oder USA?

Der rasante Aufstieg des Offensivspielers wird auch außerhalb des Mestalla genau unter die Lupe genommen. Spanischen Medienberichten zufolge beobachten unter anderem Real Madrid, Barca, Borussia Dortmund und der FC Liverpool die Entwicklung Musahs.

Yunus Musah Marcelo Valencia Real Madrid GFXGetty Images

Doch nicht nur auf Vereinsebene ist die Personalie Musah von höchster Brisanz, da er sich bis dato noch nicht festgelegt hat, welches Land er in Zukunft repräsentieren möchte. Theoretisch wäre er berechtigt, für Ghana, Italien, England oder die USA aufzulaufen - in Frage kommen jedoch wohl nur die beiden letztgenannten Verbände.

Während Musah im Juniorenbereich Freundschaftsspiele für England absolvierte, bestritt er vor wenigen Wochen seine ersten beiden Partien für die A-Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten. Da es sich hierbei jedoch nicht um Pflichtspiele gehandelt hat, stehen ihm laut FIFA-Statuten weiterhin alle Optionen offen. Ein Tauziehen der Verbände deutet sich an.

"Wir beobachten ihn", ließ England-Trainer Gareth Southgate zuletzt verlauten und betonte, dass er Musah künftig gerne im Trikot der Three Lions sehen würde. US-Coach Gregg Berhalter macht sich ebenfalls Hoffnungen: "Wir haben viel Kontakt mit ihm und haben schon lange Gespräche mit seiner Familie geführt."

Musahs Entscheidung könnte im Frühjahr fallen. Bis dahin darf man den 18-Jährigen zunächst noch einige Male im Valencia-Trikot bestaunen. Die Fans wird's freuen.

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