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Vorteil im Fußball: Die Regel genau erklärt

Nicht jeder mag Regeln oder findet jede Regel sinnvoll - für ein friedliches und vernünftiges Zusammenleben sind diese aber essentiell. Das gilt natürlich auch beim Sport, GOAL schaut sich eine Regel heute besonders genau an.

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Fußball wirkt immer wie ein relativ einfacher Sport, was die Regeln angeht - wenn man genauer hinschaut, gibt es davon aber ziemlich viele. Nicht umsonst wird Woche für Woche über Sinn und Unsinn des VAR gesprochen und geschrieben.

Vernünftige Regeln sind die Grundlage für eine Sportart, bei der Spieler:innen, Zuschauer:innen und Schiedsrichter:innen Spaß haben können - dementsprechend müssen diese auch klar definiert sein.

Das gilt auch für die Vorteilsregel, die natürlich auch in den offiziellen Regelbüchern vermerkt ist. GOAL schaut sich in diesem Artikel die Vorteilsregel genauer an.

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Vorteil im Fußball: Die Regel genau erklärt

Bevor wir uns das Leben unnötig erschweren und ewig um die richtige Antwort herumfaseln, haben wir es uns einfach gemacht und mal das Regelwerk des DFBs aufgeschlagen - die wohl logischste Entscheidung.

Für Interessierte: Sowohl DFB als auch FIFA stellen ihre Regelwerke als PDF-Datei im Internet zur Verfügung - 164 Seiten hat beispielsweise das des DFBs. Damit ihr da aber nicht ewig suchen müsst, haben wir euch die wichtigste Passage mit Blick auf die Vorteilsregelung hier notiert:

Vorteil im Fußball: Das schreibt der DFB

"Der Schiedsrichter hat das Spiel bei einem Vergehen weiterlaufen zu lassen, sofern das Team, das das Vergehen nicht begangen hat, dadurch einen Vorteil erhält, und das Vergehen zu ahnden, wenn der mutmaßliche Vorteil nicht sofort oder innerhalb weniger Sekunden eintritt."

Regeln: So funktioniert Vorteil im Fußball

Heißt: Wenn ein/e Spieler:in von Team A durch eine/n Spieler:in von Team B gefoult wird, muss nicht zwangsläufig auf einen Freistoß oder einen Elfmeter entschieden werden. Stattdessen soll der/die Schiedsrichter:in das Spiel laufen lassen, wenn dem/der gefoulte(n) Spieler:in bei einem Pfiff eine bessere Situation genommen werden würde.

Klingt alles kompliziert, ist aber eigentlich für jede/n Anhänger:in, die/der mehr als zwei Fußballspiele gesehen hat, keine Seltenheit. Vorteilsentscheidungen gibt es schließlich in jedem Spiel, gerade bei Kontern ermöglichen sie es der angreifenden Mannschaft, das Tempo hochzuhalten, statt immer wieder einen Freistoß ausführen zu müssen.

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Vorteil im Fußball: Diese Sonderfälle gibt es

Die einfachen Regeln der Vorteilsregelung haben wir also erklärt - das ist aber noch nicht alles. Wie immer bei Regeln und Gesetzen gibt es natürlich einzelne Details zu bestimmten Situationen. Ganz prominent: Der Platzverweis.

Rote Karte und Vorteil? So sind die Regeln

Was passiert, wenn ein Spieler ein Foul begeht, welches mit einer Roten Karte bestraft werden muss, aber die angreifende Mannschaft befindet sich in einer aussichtsreichen Position?

Die Antwort ist einfach: Das Spiel läuft(nach Ermessen des Schiedsrichters) weiter und die Bestrafung tritt erst bei der nächsten Unterbrechung ein. Das kann also dazu führen, dass man einen Konter durch ein Foul unterbindet, dieser wird weiterlaufen gelassen, man kassiert ein Tor und im Nachhinein noch eine Rote oder zweite Gelbe Karte für das Foul. Im Regelwerk des DFBs sieht das dann so aus:

Platzverweis während Vorteil: Das sagt der DFB

"Wenn der Schiedsrichter bei einem verwarnungs-/feldverweiswürdigen Vergehen auf Vorteil entscheidet, muss die fällige Verwarnung/der fällige Feldverweis bei der nächsten Spielunterbrechung ausgesprochen werden. [...] Bei grobem Foulspiel, einer Tätlichkeit oder einem zweiten verwarnungswürdigen Vergehen sollte nicht auf Vorteil entschieden werden, es sei denn, es ergibt sich eine klare Torchance. Der Schiedsrichter muss den Spieler bei der nächsten Spielunterbrechung des Feldes verweisen."

Ratschläge statt Regeln: Das schreibt der DFB

Im Abschnitt zuvor haben wir auf die offiziellen Regeln geschaut - am Ende des besagten Regelwerks gibt es aber noch eine weitere Kategorie: Die "Ratschläge".

Hier sind keine richtigen Vorschriften, sondern eher Empfehlungen zu finden, wie gewisse Situationen gehandhabt werden sollten. Auch diese sollten natürlich beachtet werden - wie streng die Linie eines oder einer Schiedsrichter:in ist, ist denen dann natürlich selbst überlassen.

Fingerspitzengefühl: So sollen sich Referees verhalten

"Der Schiedsrichter kann bei jedem Vergehen Vorteil gewähren, sollte bei der Entscheidung auf Vorteil oder Spielunterbrechung jedoch die folgenden Aspekte berücksichtigen:

  • Schwere des Vergehens: Zieht das Vergehen einen Feldverweis nach sich, unterbricht der Schiedsrichter das Spiel und verweist den Spieler des Feldes sofern dadurch keine offensichtliche Torchance vereitelt wird.
  • Ort des Vergehens: je näher beim gegnerischen Tor, desto größer der Vorteil
  • Erfolgsaussicht eines schnellen, gefährlichen Angriffs
  • Spielatmosphäre"
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