Der Vergleich erscheint vielleicht etwas weit hergeholt, aber für die Leute, die genauer hinsehen, ist er es nicht: Die Pässe, das Zusammenspiel, die Finesse - vieles bei OGC Nizza erinnert an den FC Barcelona.
Nach einer schwierigen Phase schaffte der Klub in den vergangenen Jahren die Wende und in der aktuellen Saison hat der Aufwärtstrend in der Ligue 1 seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht: Nizza mischt unter den französischen Schwergewichten mit und kämpft mit Paris Saint-Germain und Monaco um den Titel. Dabei hat es der Verein geschafft, eine eigene Identität zu entwickeln, die ein wenig an die der Katalanen erinnert.
Genau wie bei Barca fußt auch das Spiel der Südfranzosen auf kurze, präzise ausgeführte Passfolgen und ständige Bewegung. Und für diesen positiven, offensiven Ansatz ist die Mannschaft national und weltweit gelobt worden.
"Wir wollen das Spiel diktieren", sagte Mittelfeldspieler Younes Belhanda Goal. "Wir spielen nicht direkt und auch keine langen Bälle. Wir wollen die Kugel haben, etwas kreieren, den Gegner in Bewegung bringen und Doppelpässe spielen. Das ist das, was der Trainer will - und auch das, was man als Spieler gerne macht", fügte er hinzu.

Nizza hat sich ganz oben in der Ligue 1 festgesetzt - auch dank eines 3:1-Sieges gegen PSG am vergangenen Wochenende. Belhanda glaubt, dass der attraktive Spielstil in Zukunft tolle Spieler aus ganz Europa anziehen wird.
"Ich habe mir ihren Spielstil der letzten Saison angeschaut und sie waren am Ball sehr gut", sagte der 27-Jährige, der im Sommer dann vom Verein kontaktiert wurde.
"Das ist das, was man als Fußballer will: oft am Ball sein und nicht zu dem Team gehören, dass nur verteidigt. Spieler werden hier hinkommen wollen, denn sie wissen, dass die Mannschaft tollen Fußball spielt. Wir bekommen außerdem mit, dass der Klub große Ambitionen hat - und das schon in dieser Saison gezeigt hat", ergänzte er.

Ein Schlüssel zu dieser positiven Entwicklung ist Trainer Lucien Favre, der sich der Philosophie des Vereins voll und ganz verschrieben hat.
"Favre ist ein Trainer, der seine Mannschaft spielen lassen will", sagte Belhanda. "Vor den Spielen sagt er uns, dass wir gewinnen werden, weil wir unser Ding durchziehen. Er legt nicht so viel Wert auf das Gewinnen, sondern eher darauf, dass wir unser Spiel spielen. Und genau das machen wir Spiel für Spiel", so der Marokkaner.
Das 3:1 gegen PSG war Nizzas letzter Beweis, dass das gut funktioniert. Mittlerweile ist das Team seit zwölf Liga-Spielen ungeschlagen.
Es sind nur noch drei Partien zu spielen, doch ein Titelgewinn ist eher unwahrscheinlich für die Südfranzosen. Doch in der kommenden Saison wird das Team erneut angreifen und dann auch aller Voraussicht nach auf der europäischen Bühne zeigen, was es drauf hat. Dass es dann wahrscheinlich in der Champions League für die Südfranzosen zur Sache geht, dürfte nur noch dabei helfen, starke Akteure vom Projekt in Nizza zu überzeugen.


