UEFA logo view nyonGetty Images

UEFA plant offenbar Entschärfung des Financial Fair Play

Die UEFA will offenbar das Financial Fair Play entschärfen. Das geht aus einem vertraulichen DFL-Dokument hervor, das dem Spiegel vorliegt.

Demnach beabsichtige die UEFA, das FFP-Regelwerk umzustrukturieren. Bisher konnten Mehrheitseigentümer nur restriktiv in ihre Vereine investieren, etwa für ein neues Stadion oder ein neues Trainingszentrum.

Mit der geplanten Umstrukturierung des Financial Fair Play hätten die Teams und ihre Investoren künfitg aber mehr Freiheiten, was den Spielerkader betrifft. Denn Investitionen in die "Gesamt-Spielerkosten" sollen künftig "unlimitiert" sein.

Wie bisher schon geregelt soll der bei der UEFA gemeldete Kader, etwa für die Champions oder Europa League, weiterhin "fair" finanziert sein. Der Gesamt-Kader soll von den Restriktionen künftig aber nicht betroffen sein. Die Vereine könnten demnach in den Rest-Kader nach Belieben investieren.

Das Financial Fair Play erntete in der Vergangenheit wegen fehlender Stringenz und nach wie vor nicht behobenen Grauzonen im Regelwerk viel Kritik.

So "erwirtschafteten" einige Spitzenklubs seit 2016 ein Transferminus von über 400 Millionen Euro. 15 Spitzenklubs sind im besagten DFL-Dokument aufgeführt, der Spiegel nennt die fünf "Spitzenreiter":

Die Umstrukturierung würde den ursprünglichen Fairness-Gedanken, der angesichts solcher Zahlen schon jetzt lächerlich wirkt, weiter konterkarieren.

DFL lehnt UEFA-Plan ab

Die DFL lehnt den UEFA-Plan laut Spiegel ab. In einem Positionspapier der DFL heißt es, die UEFA solle die "finanzielle Stabilität" der Top-Klubs in Europa stärken "und nicht die Finanzierung aktueller oder steigender Kostenniveaus durch den kontinuierlichen Influx von Investoren-Geldern".

Die Entschärfung des Financial Fair Play und die damit einhergehende Aufrüstung der Teamkader würde zu den Plänen der UEFA passen, die Champions League zu reformieren. 36 Teams und eine Vorrunde im Liga-Modus hätten eine beinahe verdoppelte Anzahl der Spiele zur Folge. Die hohe Belastung der Spieler? Die würde ein größerer, hochkarätig besetzter Kader abfedern.

Werbung
0