Drei Wahnsinnsderbys auf einen Schlag! An diesem Wochenende steht das Clasico-Wochenende in der Primera Division Argentina auf dem Programm. Der Superclasico zwischen den Boca Juniors und River Plate in der legendären "La Bombonera" stellt dabei natürlich alle anderen Spiele in den Schatten. Doch auch in Avellaneda, wo Independiente den Lokalrivalen Racing empfängt, und in Rosario, wo sich die Newell's Old Boys und Rosario Central gegenüberstehen, geht es um viel.
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Goal wirft gemeinsam mit Chefutbol einen Blick auf die anstehenden Spiele.
Newell's Old Boys vs. Rosario Central (Clasico Rosarino) - Sonntag 20 Uhr
In Rosario kommt es am Sonntag zum wichtigsten Derby Argentiniens außerhalb der Hauptstadt Buenos Aires: nämlich zu dem zwischen Rosario Central und den Newell's Old Boys. Obwohl man wegen der bitteren 2:4-Niederlage gegen Independiente vom letzten Wochenende den Patzer der Boca Juniors nicht ausnutzen konnte und somit die Chance verstreichen ließ, bis auf einen Punkt an den Tabellenführer heranzurücken, spielen die Newell's Old Boys eine starke Saison und haben noch Chancen auf die Meisterschaft.
Ein Sieg im Clasico Rosarino ist aber Pflicht, um die Titelhoffnungen aufrecht zu erhalten. Rosario Central dagegen absolviert eine eher mittelmäßige Saison und steht im Tabellenmittelfeld. Im Jahr 2017 hatte sich die Truppe um Ex-Bundesligaprofi Javier Pinola unter Trainer Paolo Montero zusehends stabilisiert und nach vorne gearbeitet.
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Nach sieben Spielen in Folge ohne Niederlage setzte es am vergangenen Wochenende allerdings bei San Lorenzo eine 1:2-Niederlage. Nach der 0:1-Hinrundenniederlage gegen Newell's wird man auf Wiedergutmachung aus sein. Man kann ein ausgeglichenes Spiel erwarten, wobei die Heimelf leicht favorisiert ins Rennen geht.
Boca Juniors vs. River Plate (Superclasico) - Sonntag 22 Uhr
Nachdem man unter die Woche die Qualifikation für das Achtelfinale der Copa Libertadores perfekt machen konnte und wettbewerbsübergreifend seit zwölf Spielen ungeschlagen ist, kann die Mannschaft von River Plate mit viel Selbstvertrauen in den zweiten Superclasico dieses Jahres gehen, muss aber wahrscheinlich auf Mittelfeldstratege Ignacio Fernandez verzichten. Das erste Aufeinandertreffen im Januar im Rahmen der Vorbereitung konnte River durch Tore von Sebastian Druissi und Arturo Mina mit 2:0 gewinnen. Durch die Siegesserie in der Liga kämpften sich "Los Millionarios" nach einer sehr durchwachsenen ersten Saisonhälfte wieder in den Kreis potenzieller Meisterschaftsanwärter.
Bei Boca wurde der Verlust von Top-Stürmer Carlos Tevez (wechselte nach China) anscheinend gut kompensiert. Der Tabellenführer musste in der Rückrunde erst eine Niederlage einstecken und führt die Liga mit vier Punkten Vorsprung an. Außerdem stellt man mit bereits 48 Toren den besten Angriff der Liga und schaffte es bereits im Superclasico im Dezember vier Tore gegen River zu erzielen (Endergebnis 4:2). Aus den letzten vier Spielen gab es allerdings nur einen Sieg und drei Remis. Falls man verlieren sollte, könnte Erzrivale River auf vier Punkte heranrücken – mit einem Nachholspiel gegen Tucuman in der Hinterhand.
ChefutbolDieses Jahr ist der Superclasico auch ein Duell der beiden besten Torschützen in der Primera Division: Dario Benedetto trifft auf Sebastian Druissi. Beide erzielten im laufenden Wettbewerb bereits 14 Tore und präsentierten sich zuletzt in starker Form. Doch während bei Boca neben Benedetto nach dem Tevez-Abgang kein wirklicher Torjäger mehr vorhanden ist, kann River neben Driussi auch auf den immens torgefährlichen Lucas Alario bauen. Die beiden Stürmer von River wurden in der Vergangenheit schon bei diversen europäischen Topklubs gehandelt und gelten als das beste Sturmduo Südamerikas. Bei Boca kehrt mit Flügelspieler Ricardo Centurion immerhin ein wichtiger Leistungsträger von einer Verletzungspause zurück.
Die Bedeutung dieser Partie ist klar: Boca darf nicht verlieren, River ist zum Gewinnen verdammt, wenn man noch ein Wort im Titelkampf mitreden will. Der Tabellenführer hat im "La Bombonera" seine Fans im Rücken und kann sich von diesen tragen lassen. Außerdem könnte Rivers Doppelbelastung durch die zusätzlichen Spiele in der Copa Libertadores ein entscheidender Faktor sein. Denn nicht selten wird der Kampf der beiden Erzrivalen am Ende auch durch die Kraftreserven entschieden.
Independiente vs. Racing Club (Clasico de Avellaneda) - Sonntag 24 Uhr
Die beiden Teams aus Avellaneda spielen eine sehr starke Rückrunde und mischen im Kampf um die Qualifikationsplätze für die Copa Libertadores wieder munter mit. Vor allem für Independiente wäre ein Sieg sehr wichtig, da man sich so dem ungeliebten Nachbarn wieder bis auf einen Punkt annähern und nach dem schmerzhaften 0:3 in der Hinrunde nun vor heimischer Kulisse die Machtverhältnisse im Clasico Avellaneda wieder gerade rücken könnte.
Im eigenen Stadion hat man diese Saison jedoch so seine Probleme und holte von 33 möglichen Punkten nur deren magere zwölf. Die Historie des Derbys spricht allerdings für Independiente, die von 222 Clasicos 84 für sich entscheiden konnten, Racing dagegen nur 64.
Racing muss auf den 19-jährigen Shootingstar Lautaro Martinez verzichten, der sich mit Argentiniens Nationalmannschaft auf die anstehende U20-WM vorbereitet. Bei Racing stürmen dieses Jahr zum ersten Mal Top-Torschütze Gustavo Bou und der lange verletzte Lisandro Lopez zusammen. Für Racing-Trainer Diego Cocca steht fest: "Die Einstellung ist fundamental." Der Rahmen für ein hochklassiges und emotionales Derby, bei dem das Heimrecht für Independiente nicht unbedingt ein Vorteil ist, stimmt also.
Racing könnte bei einem Sieg und gleichzeitiger Niederlage der Boca Juniors wieder auf vier Punkte an den Tabellenführer heranrücken und wäre zurück im Titelkampf.
