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Ole Gunnar Solskjaer nicht mehr Trainer von Manchester United: Die Hintergründe zur Entlassung

22:10 MEZ 21.11.21
Ole Gunnar Solskjaer Manchester United 2021
Schon seit Wochen war es erwartet worden, nun ist Solskjaers Amtszeit als United-Coach tatsächlich beendet. Die Hintergründe zu seiner Entlassung.

Ole Gunnar Solskjaer ist nicht mehr Trainer von Manchester United - diese Nachricht war bereits seit längerem erwartet worden. Was gab nun den endgültigen Ausschlag für die Trennung? Nach Informationen von GOAL und SPOX gab es mehrere Gründe für den Bruch.

Die Ergebnisse stimmten bei den Red Devils schon länger nicht mehr, konkret soll die Niederlage gegen Leicester am 16. Oktober (2:4) erstmals dafür gesorgt haben, dass wichtige Spieler an Taktik und Aufstellung des Norwegers zu zweifeln begannen. Zuvor hatte man gehofft, dass United in der vorherigen Länderspielpause den Turnaround schaffen könnte.

Dass Solskjaer beispielsweise den angeschlagenen Kapitän Harry Maguire gegen seinen Ex-Klub Leicester aufstellte, sorgte für Unverständnis bei den United-Profis. Ebenso sorgte der Coach nach Informationen von GOAL und SPOX bereits zuvor bei einigen Spielern für Missmut, als er in der Saisonvorbereitung Profis wie Donny van de Beek oder Jesse Lingard durch neue Spielsysteme mehr Spielzeit verschaffen wollte, dann aber doch zu seinem gewohnten 4-2-3-1-System zurückkehrte.

Manchester United: Solskjaer zu nett für den Job

Zu einem großen Problem wurde intern wohl auch Solskjaers vermeintlich größte Stärke: Er war offenbar zu nett für den Job. Dass die allseits beliebte Vereinsikone auf Harmonie bedacht war, sorgte für fehlende Kommunikation. Wie GOAL und SPOX erfuhren, erklärte der Trainer einigen Spielern nicht, warum sie nicht im Kader oder in der Startelf standen und unterließ es, bei wichtigen Entscheidungen ein offenes Machtwort zu sprechen.

Personelle Entscheidungen wurden teilweise an Mitarbeiter delegiert und auch die Kommunikation in Richtung Führungsetage hinsichtlich Zu- und Abgängen fand offenbar kaum statt. Ohne die Corona-Erkrankung von Dean Henderson hätte er sich nicht einmal für eine klare Nummer eins im Tor der Red Devils entschieden.

Die Spieler begannen, an Solskjaers Trainingsmethoden zu zweifeln, spätestens nach der Niederlage gegen Leicester war der Unmut in breiten Teilen der Kabine angekommen. Als United anschließend 0:4 zur Pause gegen Liverpool hinten lag (Endstand: 0:5), soll der Norweger die wenig inspiriende Anweisung gegeben haben, "in der zweiten Hälfte ohne Gegentor" zu bleiben. Dies habe demoralisierend auf die Spieler gewirkt.

Solskjaer bei United offenbar bereits nach Liverpool-Spiel kurz vor Entlassung

Hätte Solskjaer in den vorangegangen Spielzeiten nicht die Erwartungen der Klubbosse erfüllt, hätten diese ihn nach Informationen von GOAL und SPOX bereits nach dem Liverpool-Spiel entlassen. Stattdessen wollte man Geschlossenheit demonstrieren.

Nach der Niederlage im Stadtderby gegen Manchester City (0:2) brach endgültig großer Unmut durch. Die Spieler sollen verwirrt von den Anweisungen des Trainers und zusätzlich davon gernevt gewesen sein, dass einige von Solskjaers "Lieblingen" nie auf der Bank Platz nehmen mussten. Superstar Cristiano Ronaldo war offenbar so wütend nach dem Spiel, dass er weniger als zehn Minuten nach Abpfiff bereits im Auto nach Hause saß.

Solskjaer wird dennoch positiv in Erinnerung bleiben

Den letzten Anstoß für die Entlassung gab schließlich die 1:4-Blamage gegen Watford. In einem Notfall-Meeting in der Nacht von Samstag auf Sonntag rangen sich die Klubbosse der Red Devils endgültig zu der Entscheidung durch, die nach der Auffassung vieler Fans längst überfällig war.

Solskjaer wird in der Wahrnehmung des Klubs dennoch positiv erinnert. Man hält ihm zugute, die Scherben der Mourinho-Amtszeit beseitigt und den Klub stabilisiert zu haben. Nichtsdestotrotz konnte die Vereinsikone trotz Transferausgaben in Höhe von rund 540 Millionen Euro nie wirklich in den Meisterschaftskampf eingreifen.

Solskjaer hatte United nach der Trennung von Mourinho im Dezember 2018 als Interimscoach übernommen, ehe er 2019 als fester Trainer der Red Devils installiert wurde. Zuvor war er von 1996 bis 2007 als Spieler im Klub aktiv.