450 Kilometer mit dem Rad: Ronaldo löst nach Valladolid-Aufstieg kurioses Versprechen ein

Wer Ronaldo Nazario als Aktiven erlebt hat, der erinnert sich an einen der besten Stürmer der Fußballgeschichte. Abschlussstark, technisch atemberaubend - und schnell. Die heute jüngeren Fans, die nicht mehr in den Genuss kamen, "Il Fenomeno" live spielen zu sehen, dürften beim Anblick des Brasilianers die Stirn runzeln. DER soll mal der weltbeste Fußballer gewesen sein?

Gut, die Ikonenkarte bei FIFA Ultimate Team gibt einen Hinweis darauf. Aber der inzwischen extrem in die Breite gegangene dreimalige Weltfußballer verkörpert nicht mehr unbedingt das Bild des austrainierten Spitzensportlers. Als inzwischen 45-Jähriger muss er das allerdings auch gar nicht - schon gar nicht bei all seinen Erfolgen.

Umso beeindruckender ist es, was Ronaldo nun nach dem Aufstieg von Real Valladolid in Angriff genommen hat. Seit 2018 ist er Mehrheitseigentümer und Präsident des spanischen Klubs, nach dem Abstieg aus der Primera Division im vergangenen Jahr gelang vor einigen Tagen der direkte Wiederaufstieg. Ronaldo war bei den Feierlichkeiten mittendrin - und schwang sich dann für eine ziemlich lange Radtour aufs Fahrrad.

Ronaldo hält sein Versprechen: "Werde körperlich leiden"

Zuvor hatte er das Versprechen gegeben, sollte seinem Klub der Aufstieg gelingen, werde er mit dem Rad von Valladolid bis zum Pilgerort Santiago de Compostela fahren. Jedes Jahr sind Tausende auf dem Jakobsweg unterwegs, der dort endet. Hape Kerkeling schrieb sogar ein Buch über die Erfahrungen während seiner Reise.

Auf Ronaldo wartete ein Weg von 450 Kilometern. Früher wäre das dem Brasilianer wohl leichter gefallen. Immerhin: Er muss sich nicht komplett selbst abstrampeln, Ronaldo legt den Weg mit einem E-Bike zurück, seine Freundin Celina Locks an seiner Seite. Aber warum das Ganze? "Als wir abgestiegen sind, wusste ich, dass wir hart arbeiten müssen, um wieder in die Primera Division zurückzukehren", sagte er.

"Ich habe das Versprechen gegeben, wir haben einen sehr guten Job gemacht, besonders zu Beginn des Jahres und nach den Veränderungen, die wir vorgenommen haben", so Ronaldo weiter. Dass die Tour, die mehr als doppelt so lang ist wie eine durchschnittliche Etappe bei einer der großen Rad-Rundfahrten, für ihn nicht einfach wird, war ihm im Voraus klar. Dennoch freute er sich. "Es wird wunderschön. Ich weiß, dass ich körperlich leiden werde. Aber es wird eine unvergessliche Erfahrung", stellte er klar.

Am vergangenen Sonntag machte sich Ronaldo schließlich auf den Weg, geplant war seine Ankunft für diesen Mittwoch. Doch wie heißt es so schön, auch unter Pilgerreisenden? Der Weg ist das Ziel.