HINTERGRUND
Es waren ungewohnte Bilder, als sich im Mai Tausende Menschen auf der Piazza del Duomo drängten, um zu feiern, dass es Inter Mailand nach einem Jahrzehnt nationaler Erfolgslosigkeit gelungen war, die lange Dominanz von Juventus Turin zu durchbrechen. Ob die Geschichte wohl ebenso versöhnlich ausgegangen wäre, wenn sich ein gegnerischer Spieler im Sommer 2019 nicht entschieden hätte, den Rufen aus der Premier League zu widerstehen? Daran kann zumindest gezweifelt werden.
Damals bemühte sich Englands Rekordmeister Manchester United intensiv um einen Transfer von Juve-Star Paulo Dybala. Es war so ernst, dass die Red Devils mit Juventus und dem argentinischen Nationalspieler bereits über mögliche Konditionen eines Transfers verhandelten. Schnell war ein Tauschdeal die angestrebte Konstellation: Im Gegenzug hätte der damalige United-Stürmer Romelu Lukaku, der sich nach dem Geschmack von Trainer Ole Gunnar Solskjaer nicht ausreichend mit dem englischen Rekordmeister identifiziert habe, nach Turin wechseln sollen.
Paulo Dybala wollte nicht zu Manchester United
Doch trotz eines lukrativen Angebots, das ihm nachInformationen von Goal und SPOX ein Jahresgehalt von elf Millionen Euro eingebracht hätte, konnte sich Dybala nicht mit dem Gedanken anfreunden, künftig für United aufzulaufen. Dieser entschied sich, in der piemontesischen Hauptstadt zu bleiben und zerstörte damit auch Lukakus Chancen auf einen Transfer nach Turin.
GoalDoch auch andere Gründen sorgten dafür, dass Lukaku nur wenige Tage nach dem geplatzten Transfer schließlich für 74 Millionen Euro Ablöse zum Serie-A-Rivalen Inter Mailand wechselte. "Romelu wollte die Premier League verlassen und zu einem Verein wechseln, in dem er sich geliebt fühlt", erklärte sein Berater Federico Pastorello im März vergangenen Jahres bei Sky Italia. Im Vergleich zum italienischen Serienmeister habe er bei Inter Mailand sofort die Zuneigung der Fans bemerkt, so Pastorello: "Das hat den Unterschied ausgemacht."
Für den Verein sei Lukakus Transfer ein Zeichen für "den Willen, einen Siegeszyklus einzuleiten" gewesen, betonte der Berater des 28-Jährigen. Das habe dieser sofort gespürt, auch in den sozialen Netzwerken: "Bei Inter fühlte er sich gewünscht." So soll sich der damalige Trainer Antonio Conte schon während seiner Stationen bei Juventus und Chelsea dafür eingesetzt haben, Lukaku unter seine Fittiche zu nehmen: "Er setzte den Verein stark unter Druck, um ihn zu bekommen", betonte Pastorello.
Für Inter Mailand sollte der Transfer des belgischen Nationalspielers trotz seines Abschieds zu Chelsea im Sommer zu einer Erfolgsgeschichte werden: An der Seite von Lautaro Martinez schoss er die Nerazzurri in der vergangenen Saison mit 24 Toren und zehn Vorlagen zum ersten Meistertitel seit elf Jahren.
Im Nachhinein muss sich Inter bei Paulo Dybala bedanken, dass dieser sich zwei Jahre zuvor gegen einen Transfer zu Manchester United entschieden hatte.




