GFX Tobias Bertsch Rielasingen BVB

Rielasingen-Arlens Tobias Bertsch im Interview vor BVB-Spiel: "Will das Trikot von Mario Götze ergattern"


EXKLUSIV

Für den Sechstligisten 1. FC Rielasingen-Arlen steht am Samstag das DFB-Pokal-Duell gegen den Titelverteidiger Borussia Dortmund an. Für das Spiel des Jahres wird in das Bundesliga-Stadion im knapp 100 Kilometer entfernten Freiburg umgezogen.

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Goal sprach im Vorfeld der Begegnung exklusiv mit Tobias Bertsch, dem Vize-Kapitän des Underdogs, über seine Vorfreude, die Erwartungshaltung und Chancen der Mannschaft und mit welchem BVB-Star er gerne das Trikot tauschen würde.

Am Samstag steht für Rielasingen das Spiel des Lebens gegen die Stars von Borussia Dortmund auf dem Programm. Es ist auch das Duell 'Hobby-Fußballer gegen Profis': Auf welche Gegenspieler dürfen sich die Schwarz-Gelben also einstellen?

Tobias Bertsch: Wir haben generell eine junge Mannschaft, deshalb gibt es bei uns viele Studenten. Auch ich studiere an der Uni Konstanz Wirtschaftswissenschaften im 4. Hauptsemester. Nebenbei bin ich bei einem Steuerberater als Werksstudent angestellt. Doch unsere Mannschaft ist da bunt durchgemischt: Es gehören ebenso Azubis oder Jungs, die nach ihrem Abitur gerade ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren, sowie ein Spediteur, ein Lehrer, oder anderweitig Beschäftigte dazu.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn es gegen den Titelverteidiger geht?

Bertsch: Zum einen auf die Herausforderung, gegen einen Bundesligisten zu spielen, diese Erfahrung zu machen. Man kennt es ja nur aus dem Fernsehen, da sieht es teilweise gar nicht so intensiv oder schnell aus. Das erleben zu dürfen, löst bei mir und der gesamten Mannschaft schon eine riesige Vorfreude aus. Zum anderen freuen wir uns auf die Erfahrung, in einem Profistadion vor über 20.000 Leuten spielen zu dürfen. Das hat aus unserer Mannschaft noch niemand erlebt. Deshalb ist das Spiel schon ein absolutes Highlight.

Ist man als Amateur-Spieler im Vorfeld nervös, wenn man weiß, dass man zum ersten Mal vor so vielen Zuschauern auflaufen wird?

Bertsch:  Natürlich wird da bei vielen Spielern Nervosität vorhanden sein. Allein schon aufgrund der vielen Kameras, das ist für uns einfach Neuland. Die ersten zehn bis 15 Minuten könnten also durchaus wackelig verlaufen, aber danach ist so viel Adrenalin dabei, dass man sich einfach nur noch im Tunnel befindet. Bei mir persönlich hält sich die Nervosität noch in Grenzen, weil mein Fokus bis Mittwoch noch komplett auf einer wichtigen Klausur lag. Da war bislang wenig Zeit, mir über Dortmund oder das Pokal-Spiel Gedanken zu machen. Letztendlich haben wir aber auch nichts zu verlieren, das Spiel ist ein Bonus für die Mannschaft und den gesamten Verein. Wenn es daneben geht, dann geht es daneben. Aber das erleben zu dürfen, ist ein Traum.

"Ein Tor wäre eine absolute Sensation"

Welches Ziel wurde von der Mannschaft gegen den haushohen Favoriten gesteckt?

Bertsch: Ein Ziel haben wir uns kein konkretes gesteckt. Natürlich hat man als Fußballer immer das Ziel, zu gewinnen. Aber wir sind alle realistisch genug, um zu wissen, dass schon ein Tor eine absolute Sensation wäre. Aber auch wenn es bei vier oder fünf Gegentoren bleibt, wäre es ein sehr gutes Ergebnis.

Gibt es einen Gegenspieler, auf den Sie sich am meisten freuen?

Bertsch:  Konkret eigentlich nicht, ich freue mich generell auf die Erfahrung, die wir an diesem Tag sammeln dürfen. Als Innenverteidiger werde ich es vermutlich viel mit Pierre-Emerick Aubameyang zu tun bekommen. Wahrscheinlich wartet da mehr Arbeit auf mich, als mir lieb ist.

Für die Amateurklubs sind bei solchen Spielen die Trikots der Stars gern genommene Souvenirs. Gibt es einen Favoriten, mit dem Sie nach dem Spiel gerne tauschen würden?

Bertsch:  Ich habe mir zum Ziel gesetzt, das Trikot von Mario Götze zu ergattern. Einfach aus dem Grund, weil er uns zum WM-Titel geschossen hat. Das wird mir immer in Erinnerung bleiben, deshalb hätte ich zu diesem Trikot auch einen persönlichen Bezug. Es wäre schön, wenn ich sein Trikot bekommen würde, aber es sind meines Wissens auch einige andere Spieler auf sein Trikot scharf. Wer es dann bekommt, oder ob er es überhaupt tauscht, werden wir sehen.

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Am Wochenende stand der Saison-Auftakt an: Die Generalprobe in der Verbandsliga Südbaden ist missglückt – war Dortmund vielleicht schon in den Köpfen?

Bertsch:  Nein, ich würde sagen, dass es einfach nur an unserer Chancenverwertung lag. Wir hatten mehrere Großchancen, haben diese aber nicht genutzt und uns hinten ein unglückliches Tor gefangen. Daher denke ich nicht, dass Dortmund schon in unseren Köpfen war. Unser Fokus liegt auf der Liga, wir wollen heuer den Aufstieg packen, da kannst du dir nicht eine Woche schon vorher Gedanken über das Dortmund-Spiel machen. Vor allem nicht, wenn du weißt, dass deine Chance wohl nicht größer als ein Prozent ist. Deshalb hatte die Niederlage am Wochenende auch nur sportliche Gründe.

Verändert sich in der Vorbereitung auf dieses Spiel irgendetwas? Wird das Training auf Aubameyang und Co. abgestimmt?

Bertsch:  Wir bereiten uns wie auf ein Ligaspiel vor. Daher haben wir ganz normal am Montag, Mittwoch und Donnerstag trainiert. Am Spieltag treffen wir uns dann am Klubheim und fahren mit dem Bus nach Freiburg. Der einzige Unterschied ist vielleicht, dass wir etwas früher anreisen werden, um die Atmosphäre aufsaugen zu können. Das Training wurde jetzt aber nicht speziell auf die Dortmunder abgestimmt.

Familie, Verwandtschaft, Freunde: Wer wird beim Spiel des Jahres im Stadion sein?

Bertsch:  Neben meiner Familie und meiner Freundin wird auch der gesamte Freundeskreis im Stadion sein. Ich persönlich habe ungefähr 15 Karten für den engsten Familienkreis besorgt, meine Freunde konnten sich ihre Tickets selbst im Vorverkauf besorgen. Aber es scheint so, als wären alle ehemaligen und aktuellen Weggefährten von mir am Samstag im Stadion anwesend.

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