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Früher stärker als ein Ex-PSG-Star: Das ist Türkgücü-Transfercoup Rene Vollath


HINTERGRUND

Rückblick ins Jahr 2007: Nach einer Durststrecke von drei WM-Turnieren konnte sich die DFB-Auswahl erstmals wieder das Ticket für eine U17-WM sichern. Als junges Talent aus dem Nachwuchs des 1. FC Nürnberg reiste auch Rene Vollath nach Südkorea und machte sich innerlich bereits darauf gefasst, mit Fabian Giefer um die Gunst von Trainer Heiko Herrlich zu streiten. Kevin Trapp, der dritte Torhüter im Kader, hatte im Rennen mit seinen beiden Konkurrenten das Nachsehen - obwohl er später zu den besten Torhütern der Bundesliga gehören und sogar drei Jahre bei Paris Saint-Germain verbringen sollte.

"Rene liegt vom Leistungsvermögen auf einer Stufe mit Fabian", sagte Herrlich vor Beginn des Turniers über Vollath, stellte in den ersten beiden Gruppenspielen aber den bei Bayer Leverkusen ausgebildeten Giefer ins Tor. Doch aus Leistungsgründen sah sich der Trainer zur dritten Begegnung gezwungen, den Torwart zu wechseln - und Vollath, der dem Drittligaaufsteiger Türkgücü München in der kommenden Saison beim Klassenerhalt helfen soll, erhielt die Chance, sich mit den besten Spielern seiner Altersklasse zu messen.

Mit Kapitän Toni Kroos, der nach dem Turnier als bis dahin jüngster Spieler für den FC Bayern in der Bundesliga debütieren sollte, stürmte die deutsche U17 bis ins Halbfinale, dort war jedoch auch wegen zwei Fehlern von Vollath gegen Nigeria Schluss. Der dritte Platz, den sich die DFB-Auswahl im kleinen Finale mit einem 2:1 über Ghana sicherte, bedeutete jedoch das beste Abschneiden dieser Altersklasse seit vielen Jahren.

Vollath wechselte vom Club nach Hoffenheim

Im Anschluss an das Turnier sollte Vollath für eine weitere Saison in Nürnberg bleiben. 2008 entschied sich der Torhüter nach nur drei Jahren beim Club allerdings zu einem Transfer und wechselte in die Nachwuchsabteilung der TSG Hoffenheim. Dort spielte Vollath zunächst für eine weitere Saison in der Jugend und wurde anschließend zur zweiten Mannschaft in die Oberliga berufen. Doch der Torhüter stand nur selten im Kader, absolvierte lediglich fünf Einsatze und sah sich deshalb zu einem erneuten Tapetenwechsel gezwungen. 

2010 folgte der Sprung in den Profifußball zu Wacker Burghausen in die 3. Liga, wo sich Vollath nach seiner Einwechslung am ersten Spieltag auf Anhieb durchsetzen konnte: In der ersten Saison bei seinem neuen Verein absolvierte er 36 Spiele für den Drittligisten, trotz 58 Gegentoren konnte der Abstieg in die Regionalliga jedoch verhindert werden. Auch in seiner zweiten und dritten Saison war Vollath bei den Oberbayern die unangefochtene Nummer eins, beide Spielzeiten beendete der Verein jeweils auf einem einstelligen Tabellenplatz.

ONLY GERMANY Rene Vollathimago images / Thomas FreyBild:imago images / Thomas Frey

2013 sah Vollath nach drei Jahren als Stammtorhüter bei Wacker Burghausen die Zeit gekommen, um eine Veränderung vorzunehmen und den nächsten logischen Schritt in seiner Entwicklung zu gehen: Er wechselte zum Karlsruher SC in die 2. Bundesliga, wo er zunächst als Ersatztorwart hinter Dirk Orlishausen eingeplant war. Am 32. Spieltag gab Vollath beim 2:2 gegen Dynamo Dresden sein Debüt im deutschen Unterhaus und sollte in den nächsten anderthalb Jahren zu weiteren vereinzelten Einsätzen kommen.

Nachdem der Torhüter in der Saison 2015/16 zunächst fast ohne Einsatz geblieben war, stand er in der Rückrunde regelmäßig für den KSC zwischen den Pfosten und hat die Mannschaft in den verbliebenen Spielen sogar als Kapitän angeführt. Auch in der Hinrunde der folgenden Saison absolvierte Vollath die meisten Spiele, nach dem Trainerwechsel von Vitor Pereira auf Mirko Slomka verlor er seinen Stammplatz jedoch erneut an Orlishausen.

Vollath verlor in Uerdingen seinen Stammplatz

Nach dem Abstieg des Karlsruher SC in die 3. Liga wechselte Vollath 2017 zum KFC Uerdingen in die Regionalliga, mit dem er vor zwei Jahren als Stammtorhüter in die 3. Liga aufstieg. Dort verteidigte der Torhüter seinen Stammplatz gegen Robin Benz, doch ein Innenbandriss im Knie zwang ihn in der Rückrunde zu einer zweimonatigen Pause. Zur neuen Saison nahm der Verein Lukas Königshofer von der SpVgg Unterhaching unter Vertrag, der sich in der Saisonvorbereitung sofort als Nummer eins etablieren sollte.

In der Hinrunde der abgelaufenen Saison war Vollath deshalb nur noch selten im Kader. Erst eine Verletzung Königshofers sollte ihn für die letzten Saisonspiele wieder in die Mannschaft spülen. Doch diese Einsätze reichten nicht, um Uerdingen zu überzeugen, seinen auslaufenden Vertrag zu verlängern. Wegen der Erfahrung, die Vollath in den letzten Jahren in der 2. und 3. Liga sammeln konnte, wechselt er nun mit großen Hoffnungen zu Türkgücü München.

"Rene ist in Nürnberg und Hoffenheim bei Top-Klubs ausgebildet worden und machte in den vergangenen zehn Jahren über 200 Spiele in der zweiten und dritten Liga. Zudem hat er in diesem Zeitraum nur bei drei Vereinen gespielt. Das zeigt, dass er ein sehr loyaler Mensch ist, der eine Bereicherung für uns sein wird", lässt sich Türkgücüs Kaderplaner Roman Plesche in der offiziellen Pressemitteilung des Vereins zitieren.

Und auch Vollath selbst blickt seiner neuen Aufgabe mit Vorfreude entgegen: "Ich bin sehr glücklich und freue mich auf die neue sportliche Herausforderung. Ich will meinen Teil zum Erfolg beitragen. Türkgücü München ist ein aufstrebender Verein, der ehrgeizige Ziele hat. Ich möchte diese Ziele tatkräftig unterstützen, damit die Erfolgsgeschichte der letzten Jahre auch in der dritten Liga weitergeht", ist ihm bereits bewusst, was der Verein von ihm erwartet.

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