Die Bundesliga-Saison 2021/22 biegt auf die Zielgerade ein und es sind schon einige Entscheidungen gefallen.
Doch eine Entscheidung wird erst nach dem 34. Spieltag fallen, nämlich die, ob der Drittplatzierte der zweiten Bundesliga aufsteigt oder der Drittletzte der Bundesliga die Klasse hält.
Denn, wie in jeder Saison seit dem Jahr 2009, steht noch die Bundesliga-Relegation auf dem Programm, die zwei Teams noch einmal eine Extra-Chance zum Aufstieg beziehungsweise Klassenerhalt ermöglicht.
In den folgenden Absätzen gibt es alle Informationen zur Relegation 2022 bezüglich Termin, Modus und Übertragung.
Relegation Bundesliga 2022: Datum und Termin - wann finden die Spiele statt?
Das erste Spiel der Relegation zur Bundesliga 2022 findet am 19. Mai 2022 um 20.30 Uhr statt. Dann empfängt der Bundesliga-16. den Drittplatzierten der zweiten Liga. Am 23. Mai um 20.30 Uhr findet das zweite Duell statt, wenn der Dritte der Zweiten Liga den Bundesliga-16. zum Rückspiel empfängt.
Getty ImagesBundesliga-Relegation 2022: Die wichtigsten Infos
BEGEGNUNG | Hertha BSC (16. Bundesliga) - Hamburger SV (Dritter 2. Liga) |
HINSPIEL | Donnerstag, 19. Mai, 20.30 Uhr (Ergebnis: Hertha - HSV 0:1) |
RÜCKSPIEL | Montag, 23. Mai, 20.30 Uhr |
Relegation Bundesliga 2022, Modus: Was gibt es zu beachten?
Die Bundesliga-Relegation 2022 wird im Modus von Hin- und Rückspiel ausgetragen. Die Mannschaft, die nach zwei Spielen mehr Tore erzielt hat, siegt in der Relegation. Ist nach 180 Minuten keine Entscheidung gefallen, geht es in die Verlängerung oder sogar ins Elfmeterschießen. Neu seit diesem Jahr ist, dass die Auswärtstorregel abgeschafft worden ist. Zählten Auswärtstore bislang doppelt, sind dieses Jahr alle Treffer, egal ob heim oder auswärts, gleichwertig.
Relegation Bundesliga 2022, Übertragung: Wer zeigt die Spiele live im TV und LIVE-STREAM?
Die beiden Relegationsspiele werden im live im TV sowohl im Free-TV bei Sat.1 als auch im Pay-TV bei Sky zu sehen sein. Während Sat.1 frei empfangbar ist, wird für die Sky-Übertragung ein Abonnement des Bundesliga-Pakets benötigt oder der Kauf eines Sport-Tagestickets bei Sky Ticket.
Natürlich wird die Relegation auch im LIVE-STREAM übertragen. So übertragen der Streaming-Dienst Joyn und sat1.de die beiden Relegationsspiele im LIVE-STREAM. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, über Sky Go und Sky Ticket die Relegations-Duelle zur Bundesliga live im LIVE-STREAM zu verfolgen. Für die beiden Sky-Varianten muss man jedoch etwas bezahlen.
Relegation Bundesliga 2022: So lief das Hinspiel Hertha BSC vs. HSV
Eine Bogenlampe ins Glück: Der Hamburger SV ist dank eines Traumtores von Ludovit Reis dem Ziel von der Bundesliga-Rückkehr ein großes Stück näher gekommen. Der Zweitligadritte gewann das vor allem auf den Rängen spektakuläre Relegations-Hinspiel beim Erstligisten Hertha BSC nicht unverdient mit 1:0 (0:0). Im Showdown am Montag hält der HSV zu Hause alle Trümpfe in der Hand.
"Wir haben mehr Fußball gespielt. Es war eine super Leistung, wir haben wenig zugelassen. Das war ein schönes Hinspiel", sagte HSV-Sportvorstand Jonas Boldt bei Sky: "Wir wollen jetzt die Krone draufsetzen. Die Ausgangslage ist komfortabel. Die Stadt brennt darauf." Herthas Niklas Stark meinte: "Es steht nur 1:0. Es ist noch alles drin."
Reis sorgte mit einem Heber von der linken Außenseite über den verdutzten Hertha-Torhüter Oliver Christensen hinweg für das Tor des Tages (57.). Durch den sechsten Sieg in Folge tankten die Rothosen weiteres Selbstvertrauen und haben nun beste Chancen, im vierten Anlauf aufzusteigen.
Der Bundesliga-16. Hertha steht dagegen mit dem Rücken zur Wand und muss im Rückspiel vor allem offensiv deutlich mehr anbieten als am Donnerstag, um den siebten Abstieg der Klubgeschichte und den ersten von Trainer Felix Magath noch zu verhindern. Der HSV-Ikone droht ausgerechnet bei seiner alten Liebe diese Demütigung.
(C)Getty ImagesDie Kulisse mit 75.500 Zuschauern im Olympiastadion, darunter auch bis zu 20.000 Gästefans, ließ Pokalfinal-Stimmung aufkommen. Doch für beide Teams stand mehr auf dem Spiel als "nur" ein Titel. Vor allem Magath wirkte höchst angespannt. Immer wieder sprang der 68-Jährige von der Bank auf und diskutierte fast jede strittige Entscheidung des Schiedsrichters.
Hertha hatte im Vorfeld ein Kurztrainingslager im Olympiastützpunkt Kienbaum bezogen - auch, um "von der Aura der Weltmeister und Olympiasieger zu profitieren", wie Magath begründet hatte, "das soll abfärben auf unsere Spieler".
Doch das Selbstvertrauen der Herthaner hat nach drei vergebenen Matchbällen zum Klassenerhalt deutlich gelitten, sie trauten sich anfangs nur selten in die Offensive. Auch im letzten Heimspiel der Saison schienen die Berliner vor allem auf Konter und die Standard-Stärke von Linksfuß Marvin Plattenhardt zu setzten.
Allerdings war auch Torhüter Christensen, der den verletzten Marcel Lotka vertrat, bei seinem Pflichtspieldebüt für Hertha lange Zeit nahezu beschäftigungslos. Die Hamburger, bei denen Maximilian Rohr für Joshua Vagnoman ins Team gerückt war, kamen zunächst über gute Ansätze nicht hinaus.
Pech hatte der HSV, als ihm von Schiedsrichter Harm Osmers in der 32. Minute ein Elfmeter nach Handspiel von Peter Pekarik verweigert wurde. Osmers hatte nach Studium der Videobilder auch ein Handspiel zuvor vom Hamburger Rohr erkannt. Eine Millimeter-Entscheidung zu Herthas Ungunsten gab es aber auch: Das Kopfballtor von Ishak Belfodil wurde wegen hauchdünnem Abseits nicht gegeben.
Magath reagierte zur Halbzeit auf den eher harmlosen Auftritt seines Teams und brachte in Stevan Jovetic für den unauffälligen Youngster Luca Wollschläger eine frische Offensivkraft. Der Mann aus Montenegro brachte viel Schwung mit und fügte sich auch mit einer Chance (56.) gut ein.
Hertha schien besser im Spiel - doch dann traf Reis für den HSV. Die Gastgeber antworteten mit wütenden Angriffen, waren dadurch aber defensiv anfällig für Konter.
Quelle: SID
Relegation Bundesliga 2022: Hertha BSC trifft auf den HSV
Seit dem 15. Mai steht die Paarung der Relegation fest: Als Tabellen-16. der Bundesliga muss Hertha BSC gegen den HSV ran.
Die Rothosen landeten in der 2. Bundesliga auf dem dritten Tabellenplatz.
Relegation Bundesliga 2022: Die Opta-Fakten zu Hertha vs. HSV heute
- Hertha BSC gewann in der Bundesliga 30-mal gegen den HSV (13U 27N), gegen kein Team häufiger (gegen Eintracht Frankfurt auch 30-mal). Dabei setzten sich die Berliner in acht der letzten 10 Duelle mit den Hanseaten durch (2N), u.a. zweimal mit 2-1 in der letzten gemeinsamen Saison 2017/18.
- Der HSV punktete zuletzt vor über 10 Jahren bei der Hertha (2-1-Sieg im Januar 2012) und kassierte zuletzt fünf Niederlagen in Folge bei den Berlinern mit insgesamt 1-11 Toren. Von allen Teams, bei denen der HSV in der Bundesliga mehr als viermal antrat, ist die Bilanz nur beim FC Bayern schlechter (im Schnitt 0.43 Punkte pro Spiel) als bei der Hertha (0.8).
- Für Hertha BSC ist es die zweite Bundesliga-Relegation, die erste ging 2012 gegen Fortuna Düsseldorf verloren (1-2 H, 2-2 A). Der Hamburger SV spielt schon die dritte Relegation (Höchstwert zusammen mit Nürnberg, Saarbrücken und Frankfurt) und bestritt die ersten beiden erfolgreich (2014 gegen Greuther Fürth 0-0 H und 1-1 A und 2015 gegen den Karlsruher SC 1-1 H und 2-1 n.V. A).
- Hertha BSC spielte mit 33 Punkten seine schwächste Bundesligasaison seit 10 Jahren (2011/12 waren es 31 Punkte, es folgte der Abstieg in der Relegation) und kassierte insgesamt 19 Niederlagen – mehr waren es bei den Berlinern in der Bundesliga nur 2009/10 (20) und 1990/91 (23). In der Rückrunde war Hertha mit 12 Punkte und -19 Toren sogar ligaweit der schlechteste Bundesligist.
- Der HSV knackte im vierten Jahr in der 2. Liga erstmals die Marke von 60 Punkten und gewann die letzten fünf Saisonspiele (Einstellung des Vereinsrekords im Unterhaus aus dem Herbst 2020). Nach 29 Spieltagen lag der HSV noch sieben Punkte hinter Rang drei, nie zuvor wurde so ein deutlicher Rückstand in den letzten fünf Partien auf den Relegationsplatz aufgeholt.
- Hertha blieb zum Saisonende erstmals unter Felix Magath drei Spiele in Folge ohne Sieg (1U 2N) und verlor zuletzt sogar zweimal hintereinander. Das 1-2 am 34. Spieltag in Dortmund war zudem die erste Niederlage der Berliner nach einer Führung seit dem 2. Spieltag beim 1-2 gegen den VfL Wolfsburg.
- Nur 1990/91 kassierte Hertha BSC in einer Bundesligasaison mehr Gegentreffer (84) als 2021/22 (71). Der HSV dagegen stellte mit 35 Gegentreffern die beste Defensive dieser Zweitligasaison und kassierte so wenige Gegentore wie seit 15 Jahren nicht mehr (2007/08 in der Bundesliga waren es sogar nur 26).
- Hertha BSC traf 2021/22 in jedem der 17 Bundesliga-Heimspiele, das gelang den Berliner zuvor nur in einer Spielzeit (1974/75). Allerdings kassierte die Hertha zu Hause auch 33 Gegentore, so viele wie nie zuvor zu Hause in einer Bundesligasaison.
- Der Hamburger SV gewann zuletzt erstmals seit Ende 2018 wieder drei Auswärtsspiele in Folge und schoss dabei 11 Tore – in den acht Auswärtsspielen zuvor hatte der HSV nur einmal gewonnen und 10 Tore erzielt.
- Hertha-Trainer Felix Magath bestritt alle seine 306 Bundesligaspiele (46 Tore) für den HSV (1976 bis 1986), war von 1986 bis 1988 Manager bei den Hanseaten und von Oktober 1995 bis Mai 1997 HSV-Trainer (58 BL-Spiele auf der Bank) – es war seine erste Trainerstation im Oberhaus.
Bundesliga, Relegation 2022: Der Vorbericht zu Hertha vs. HSV
Selbst bei Uwe Seeler ist der Glaube an die Bundesliga-Rückkehr zurück, doch Hamburgs Klubidol fürchtet den Berliner X-Faktor. "Felix Magath wird sich etwas einfallen lassen, er kennt den HSV ja ein bisschen", sagte Seeler dem SID. Der wohl gefährlichste Gegner, Seeler spürt das vor dem "sehr reizvollen" Relegationsduell, stammt aus der eigenen Familie.
Hamburger SV gegen Hertha BSC - kein Regisseur der Welt hätte wohl eine bessere Dramaturgie für die beiden Extraspiele, die über Auf- und Abstieg entscheiden werden, entwerfen können. Hier der ewige Bundesliga-Dino, der nach vier Jahren Zweitliga-Fußball längst kein Dino mehr ist - dort der tief gefallene Hauptstadtklub, der mit Felix Magath eine Hamburger Klublegende auf der Bank sitzen hat.
imago imagesMagath ficht das ganze Bohei um seine ruhmreiche HSV-Vergangenheit als Spieler, Trainer und Manager zumindest äußerlich nicht an. Natürlich schlägt sein Herz noch für die Raute, doch seinen Gefühlen hat er für die kommende Woche Schweigepflicht verordnet.
"Der HSV", so formulierte es Magath im kicker, "das steht doch vollkommen außer Frage, ist der größte Abschnitt meines Fußballer-Lebens. Aber das spielt für diese beiden Begegnungen überhaupt keine Rolle!" In den Partien am Donnerstag im Berliner Olympiastadion und dem Rückspiel am darauffolgenden Montag (beide 20.30 Uhr/Sky und Sat.1) im Hamburger Volksparkstadion gehe es "nicht um mich oder meine Vergangenheit mit dem HSV. Es geht einzig und allein um Hertha BSC - um den Klassenerhalt."
So sehr er sich das auch wünscht, ganz so einfach dürfte es nicht werden mit dem Ausblenden des Gewesenen. Zu eng ist Magaths Wirken mit der Hamburger Vereinsgeschichte verknüpft. Beim stolzen Klub an der Elbe prägte Magath als Spieler in den 1970er und 1980er Jahren die bis dato erfolgreichste Ära, die ganz großen Titel und Triumphe (3x Meister, 2x Europacupchampion) sind untrennbar mit seinem Namen verbunden. Unvergessen auf ewig bleibt Magaths Traumtor im Endspiel des Europapokals der Landesmeister 1983 gegen Juventus Turin (1:0).
Beim HSV versuchen sie das Thema dennoch runterzukochen. "Dass Felix ein großartiger Mensch und Trainer ist, steht außer Frage. Aber es geht darum, dass wir bei uns bleiben", sagte Trainer Tim Walter. Und auch Sportvorstand Jonas Boldt beschäftigt die Causa Magath "aktuell weniger. Aber vielleicht werden wir uns nach den Spielen mal austauschen".
Sportlich wie mental scheint der HSV im Vorteil: Während die Hamburger nach fünf Siegen in Serie mit breiter Brust in die Relegation starten, gab es für die Berliner nur einen Punkt aus den letzten drei Spielen. Der Retter-Effekt von Magath, der seine Mission bei der Hertha Mitte März angetreten hatte, war zuletzt ein bisschen verpufft.
Das hat auch Seeler registriert. Und so setzt der 85-Jährige - Magath hin oder her - auf die Rothosen. "Wenn die Mannschaft kämpft wie zuletzt und auch den Ehrgeiz zeigt, kann sie es schaffen", sagte Seeler: "Ich hatte zwar schon nicht mehr damit gerechnet, doch jetzt wünsche ich mir und hoffe, dass es gelingt. Es wird allerhöchste Zeit nach so vielen Jahren."
Quelle: SID
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