News Spiele
Mit Video

Premier League: Alle Informationen zum Social-Media-Boykott im englischen Fußball

16:38 MESZ 30.04.21
No Room for Racism Marcus Rashford Manchester United Premier League 2020-21
In England ruhen die Social-Media-Kanäle der Klubs und Verbände. Hier gibt es alle Informationen zur Aktion gegen Rassismus und Diskriminierung.

Der englische Fußball wird an diesem Wochenende in den Sozialen Medien zum Stillstand kommen. In einer gemeinsamen Aktion werden die Klubs aus der Premier League, der FA, der EFL und der Women's Super League alle Aktivitäten auf sämtlichen Social-Media-Kanälen wie Facebook, Twitter, Instgram und Co. ruhen lassen.

Damit will der englische Fußball ein Zeichen gegen Hass und Diskriminierung im Internet setzen. Die englischen Profiklubs werden am kommenden Wochenende einen dreitägigen Social-Media-Boykott als Protest gegen Rassismus in den Sozialen Medien durchführen. Dies kündigten die nationalen Dachverbände am Samstag geschlossen an.

Das bedeutet, dass Spiele wie Manchester United gegen Liverpool oder Newcastle United gegen den FC Arsenal nicht in den Sozialen Medien stattfinden, beworben oder kommentiert werden.

In diesem Artikel findet Ihr alles, was Ihr über den Social-Media-Boykott des englischen Fußballs wissen müsst: Worum es geht, wann er beginnt, wie lange er dauern wird und welche Organisationen beteiligt sind.

Warum boykottieren die Vereine der Premier League die Sozialen Medien?

Der Social-Media-Boykott wurde von den verschiedenen Akteuren des englischen Fußballs als Protest gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung im Internet organisiert

In einer Erklärung der Premier League heißt es, dass der englische Fußball sich in Solidarität üben wird, um zu betonen, "dass Social-Media-Unternehmen mehr dafür tun müssen, um Hass im Netz auszulöschen und gleichzeitig die Bedeutung der Aufklärung von allen Usern im laufenden Kampf gegen Diskriminierung hervorzuheben".

Neben der Aufforderung an die großen Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter und Instagram, härter an den genannten Problemen zu arbeiten, haben die Teilnehmer des Social-Media-Boykotts die britische Regierung aufgefordert, mit ihrem Gesetzesentwurf zur Sicherheit im Netz eine Gesetzgebung zu schaffen, welche die Social-Media-Plattformen dazu zwingen soll, mehr Verantwortung für das zu übernehmen, was auf ihren Plattformen passiert.

Im Vorfeld des Boykotts sagte der Chef der Premier League, Richard Masters: "Rassistisches Verhalten in jeglicher Form ist inakzeptabel und die entsetzlichen Beschimpfungen, die wir bei Spielern auf Social-Media-Plattformen sehen, dürfen nicht weitergehen. Die Premier League und unsere Klubs stehen an der Seite des Fußballs, um mit diesem Boykott die dringende Notwendigkeit zu unterstreichen, dass Social-Media-Unternehmen mehr tun müssen, um Rassismus und Diskriminierung zu beseitigen."

Außerdem fügte er an: "Wir werden nicht aufhören, die Social-Media-Unternehmen aufzufordern und wollen deutliche Verbesserungen in ihren Richtlinien und Prozessen sehen, um diskriminierende Inhalte auf ihren Plattformen zu bekämpfen."

Die PFA, LMA, PGMOL, Kick It Out, Women's Championship, Women in Football und die FSA werden sich dem Boykott der FA, Premier League, EFL und Women's Super League anschließen.

Wann beginnt der Social-Media-Boykott der Premier League?

Die Vereine der Premier League werden ihren Boykott der Sozialen Medien am Freitag, den 30. April 2021, um 16 Uhr beginnen.

Wie lange wird der Social-Media-Boykott der Premier League dauern?

Der Social-Media-Boykott wird vier Tage dauern. Er beginnt freitags, 30. April, am Nachmittag und endet am Montag, den 3. Mai, um 23.59 Uhr.

Werden sich andere Vereine und Organisationen dem Protest anschließen?

Der europäische Fußballverband UEFA wird sich ebenfalls dem Social-Media-Protest anschließen und den Boykott an diesem Wochenende unterstützen. "Es gab Übergriffe sowohl auf dem Spielfeld als auch in den Sozialen Medien. Das ist inakzeptabel und muss gestoppt werden, mit Hilfe der öffentlichen und gesetzgebenden Behörden und den Giganten der sozialen Medien", sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin. 

"Zuzulassen, dass eine Kultur des Hasses ungestraft wachsen kann, ist gefährlich, sehr gefährlich, nicht nur für den Fußball, sondern für die gesamte Gesellschaft."

Auch die ECA, die Vereinigung der europäischen Klubs, hat die Initiative des englischen Fußballs unterstützt und erklärt: "Wir stehen an der Seite des englischen Fußballs, indem wir den Boykott der sozialen Medien an diesem Wochenende und die Kampagne zur Ausrottung von Online-Hass unterstützen."

Die PFA hat Marken, Sponsoren und Spieler dazu aufgerufen, sich dem Boykott anzuschließen und sagte: "Als Spieler hat Ihre kollektive Stimme und Ihr Einfluss die Macht, multinationale Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen und sendet eine starke Botschaft an ein globales Publikum - missbräuchliches Verhalten ist inakzeptabel. Die PFA ruft auch große Marken und Sponsoren, die mit Spielern zusammenarbeiten, dazu auf, während des Boykotts ihre Finanzierung auf den Plattformen abzuschalten und zurückzuziehen.

"Wir wissen aus den Berichten unserer Mitglieder aus erster Hand, dass Online-Hass ein Trauma verursacht. Die Auswirkungen des Missbrauchs können auch auf Familienmitglieder und Fans übergreifen. Wir wollen, dass die Social-Media-Unternehmen und -Plattformen mehr Verantwortung für die Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung auf ihren Kanälen übernehmen. Der Fußball fordert den Einsatz von Filtern, Sperren und schnellen Takedowns von beleidigenden Posts, verbesserte Verifizierungsprozesse und die Verhinderung von Neuregistrierungen."

Solidarität gab es auch von EA Sports, deren FIFA-Accounts über das Wochenende nicht bespielt werden, ebenso wie die des Fußball-Management-Simulationsspiels Football Manager.

Auch in Deutschland beteiligen sich Vereine an der Aktion von der Insel. So schließt sich zum Beispiel der FC St. Pauli dem Boykott der Sozialen Medien im Kampf gegen Rassismus, Hass und Hetze im Internet an. Vom 30. April bis zum 3. Mai wird der Verein die Aktivitäten in den Sozialen Medien aussetzen. St. Pauli folgt damit wie zuletzt auch Bundesligist TSG Hoffenheim der Initiative der englischen Premier-League-Klubs.

"Hass und Hetze im Netz in den Kommentarspalten werden zum Alltag. Dieses weltweite Problem muss angegangen werden. Von den Regierungen und aber vor allem von den Social-Media-Unternehmen", hieß es in einem Statement des Vereins: "Der FCSP zeigt sich solidarisch mit allen Menschen, die Opfer von Hetze und Diskriminierung in den sozialen Medien wurden. Dem Boykott wird sich auch die Lizenzmannschaft des FCSP anschließen."

Auch Formel-1-Rekordweltmeister Lewis Hamilton hat sich dem Boykott von Sozialen Medien als Signal gegen Rassismus, Hass und Hetze im Internet angeschlossen. "Als Zeichen der Solidarität mit der Fußballgemeinde werde ich meine Social-Media-Kanäle an diesem Wochenende dunkel schalten. In unserer Gesellschaft ist kein Platz für jegliche Form von Missbrauch, ob online oder offline", schrieb der Brite an seine mehr als 33 Millionen Follower bei Instagram, Twitter und Facebook.

Ein Boykott könne "das Problem nicht über Nacht lösen", so der Brite weiter: "Wir müssen zum Wandel aufrufen, auch wenn es eine unlösbare Aufgabe zu sein scheint. Der Sport hat die Kraft zu vereinen. Lasst uns Missbrauch nicht als Teil des Sports akzeptieren. Lasst uns diejenigen sein, die einen Unterschied für zukünftige Generationen machen."

Am Donnerstag bei der Pressekonferenz vor dem dritten Saisonrennen in Portimao (am Sonntag) hatte Hamilton erklärt: "Die Social-Media-Plattformen müssen mehr tun, um das zu bekämpfen. Wenn meine Teilnahme dazu beiträgt, Druck auf diese Plattformen auszuüben, damit sie helfen, dagegen zu kämpfen, dann freue ich mich natürlich darüber." Hamiltons britische Formel-1-Kollegen Lando Norris und George Russell sind ebenfalls dabei, genauso unter anderem der Tennis-Weltverband ITF.

Social-Media-Boykott der Premier League: Was macht Goal?

Goal wird für die Dauer des Social-Media-Boykotts, also von Freitagnachmittag bis Montagabend, nichts über den englischen Fußball auf unseren Facebook-, Twitter- oder Instagram-Kanälen posten.

Stattdessen werden wir unsere Plattformen nutzen, um auf die anhaltenden Probleme von Rassismus, Diskriminierung und Missbrauch aufmerksam zu machen, denen Menschen im Internet ausgesetzt sind, und gleichzeitig eine Reihe von Antidiskriminierungsinitiativen fördern.