Peter Bosz beginnt seine Mission bei Borussia Dortmund

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Getty/Goal
Peter Bosz nimmt heute offiziell seine Arbeit als Trainer von Borussia Dortmund auf. Zum Trainingsauftakt empfängt er auch Götze und Aubameyang.

Sein Lächeln ist zurück. Pünktlich zum Trainingsstart von Borussia Dortmund kehrt auch Mario Götze nach seiner Stoffwechselkrankheit ins Mannschaftstraining zurück. Am Freitag absolviert er mit allen anderen BVB-Profis den obligatorischen Laktattest. "Wie Ihr wisst, konnte ich aufgrund einer Stoffwechselproblematik zuletzt leider keinen Profisport ausüben. Dennoch habe ich ein sportliches und medizinisches Reha-Programm über fünf Monate absolvieren müssen. Ich bin echt auf einem sehr guten Weg", schrieb er auf Facebook.

Damit dürften dem neuen Trainer Peter Bosz bei dessen Premiere in Dortmund am heutigen Freitag 25 Spieler zur Verfügung stehen. Außer den Nationalspielern, die unter anderem beim Confed Cup und der U21-Europameisterschaft im Einsatz waren, sind somit alle wichtigen Leistungsträger beim Beginn der Vorbereitung dabei. Das bedeutet auch: Pierre-Emerick Aubameyang wird sich nach einem Sommer voller Diskussionen um seine Zukunft in Dortmund einfinden. Ein Wechsel nach China ist zwar weiterhin nicht ausgeschlossen - aber bald soll Klarheit herrschen ob seiner Zukunft. Bisher ist nach übereinstimmenden Medieninformationen jedenfalls noch kein Angebot für den Stürmerstar eingegangen.

Viele BVB-Spieler dabei

Dass ein großer Teil des Kaders bereits am Freitag einsteigt, ist extrem wichtig für den neuen Trainer Bosz, der sich in den ersten Tagen seine Spieler ganz genau anschauen will - um dann zu entscheiden, wer noch ausgeliehen beziehungsweise verkauft werden soll. Er hat sich zwar im Urlaub schon ein möglichst genaues Bild seiner neuen Spieler gemacht, doch auf dem Platz ist es oftmals noch etwas anderes. Wechselkandidaten wie Sebastian Rode, Emre Mor oder Neven Subotic wollen deshalb ein möglichst positives Bild hinterlassen.

Mario Götze 08052016
Wieder dabei: Mario Götze

Auch für Felix Passlack geht es ab heute darum, ob er unter dem neuen Trainer eine Chance erhält - oder zunächst ausgeliehen wird. Der VfB Stuttgart und Hertha BSC sind weiterhin an einer Leihe interessiert. Doch Passlack dürfte unter Bosz gute Chancen haben. Schließlich passt er als Spielertyp hervorragend in das Spielsystem des Niederländers. Der 19-Jährige ist robust in der Zweikampfführung und hat Zug nach vorn.

Fakt ist: Der bisher 33 Spieler umfassende Kader soll noch zusammengeschrumpft werden. Matthias Ginters Abgang zu Borussia Mönchengladbach ist da nur der Anfang. Nach Goal-Informationen will Bosz trotzdem mit einen Kader von 28 Spielern arbeiten. Denn er will vorbereitet sein auf alle Eventualitäten wie Verletzungspech oder kurzfristige Abgänge. Außerdem will er für die Dreifachbelastung mit Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal gewappnet sein.

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Neue Art des Trainings

Die Spieler von Borussia Dortmund müssen sich nach der Zeit unter Thomas Tuchel an einen neuen Spielstil gewöhnen, den BVB-Sportdirektor als "frischen, attackierenden" Stil mit einer "ausgeprägten Struktur im Ballbesitz" bezeichnet. Wie das aussehen kann, erklärte Neu-Nationalspieler Amin Younes erst kürzlich. "Hier lerne ich Fußball. Jeder Pass muss auf den richtigen Fuß kommen. Die Übungen werden sofort wiederholt, wenn etwas nicht klappt. Das ist wie Unterricht in der Schule. Die Trainer sind Perfektionisten, und wir Spieler profitieren davon. Sie wollen sehen, dass wir immer wieder rangehen und es neu versuchen. Harte Bälle in den Fuß, sauberes Passspiel, Zutrauen, Spaß haben", sagte der Flügelflitzer dem Sportbuzzer.

In den ersten Wochen wird es darauf ankommen, dass sich Trainer und Spieler aneinander gewöhnen. Viel Zeit bleibt allerdings nicht. Denn bereits am 13. Juli reist die Mannschaft für sechs Tage ein weiteres Mal nach Asien. Dabei werden die U21-Europameister Mahmoud Dahoud und Maximilian Philipp wohl noch fehlen. Gleiches gilt für den Spanier Mikel Merino. Allerdings: Der US-Amerikaner Christian Pulisic wird spätestens dann wieder im Team mit dabei sein.

Mit einer Asienreise begann vor zwei Jahren übrigens auch die Arbeit von Tuchel beim BVB. Aus anfänglicher Skepsis ob der anstrengenden Reise in der Vorbereitung wurde so etwas wie Begeisterung. Denn in den wenigen Tagen lernte er seine Spieler intensiv und in allen Situationen genau kennen. So dürfte auch Bosz von der Reise nach Asien profitieren und Zeit für viele Gespräche haben. Diese sind dem Niederländer wichtig, um sich ein genaues Bild seiner Spieler zu machen. Götze dürfte dann besonders im Fokus von Bosz stehen. Der deutsche Nationalspieler soll behutsam wieder für den Profifußball aufgebaut werden. Von seiner Spielweise her könnte er in einem 4-3-3-System, das Bosz bevorzugt, eine wichtige Rolle einnehmen.

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