HINTERGRUND
Real Madrid gegen FC Barcelona! El Clasico elektrisiert Fußballfans weltweit seit geraumer Zeit. Besonders intensiv waren die Duelle zwischen 2010 und 2012, denn während dieser Zeit standen nicht nur zwei der besten Mannschaften weltweit auf dem Platz, auch an der Seitenlinie war es ein Duell der Superlative: Jose Mourinho gegen Pep Guardiola.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass die beiden Startrainer heute nicht das beste Verhältnis pflegen. Richtige Hassduelle schienen es in der jüngeren Vergangenheit zu sein, wenn die beiden aufeinandertrafen. Dabei waren Mourinho und Guardiola einst gute Freunde - bis ins Jahr 2008.
Mourinho und Guardiola waren gleichzeitig Trainerkandidaten bei Barca
Was war passiert? Mourinho arbeitete bereits vor der Jahrtausendwende bei Barca, zu dieser Zeit war Guardiola noch Mittelfeldregisseur der Blaugrana. Lediglich acht Jahre trennen die beiden, sie verstanden sich prächtig, die Begeisterung und die Leidenschaft für das Spiel und genaueste Analysen in der Vor- und Nachbereitung hatten sie schon damals.
Über seine Stationen Benfica, Leiria, den FC Porto und den FC Chelsea schaffte es Mourinho schließlich zum Kandidaten für den Cheftrainerposten, als Barca 2008 einen Nachfolger für Frank Rijkaard suchte. Doch er war nicht der Einzige. Der damalige Vorstandsboss Ferran Soriano schrieb später in seinem Buch "Gol", dass die Wahl in jenem Jahr zwischen Mourinho und Guardiola, welcher 2007 seine aktive Spielerkarriere beendet hatte, fiel.
Social Media"Es war klar, dass Mourinho ein großartiger Coach war. Aber wir hatten das Gefühl, Guardiola wäre noch besser", so Soriano. Mourinho wollte den Posten unbedingt, sagte bereits bei seinem Abschied als Assistent acht Jahre zuvor, dass er den Klub "für immer im Herzen" tragen werde. Ausgerechnet Guardiola hatte er schon als möglichen Co-Trainer an seiner Seite ausgemacht, doch der Trainer-Neuling wurde ihm vor die Nase gesetzt und der Portugiese ging leer aus.
Mourinho fühlte sich verraten, vom Klub - und auch von Guardiola, der damals kaum Erfahrung als Trainer hatte. Seitdem flogen regelmäßig Giftpfeile hin und her, vor allem Mourinho ließ diesbezüglich keine Möglichkeit aus, obwohl die Bilanz eher für den heutigen ManCity-Trainer spricht (11 Siege Guardiola, 6 Remis, 6 Siege Mourinho).
"Jedes Mal, wenn ich gegen Pep spiele, ist meine Mannschaft am Ende zu zehnt"
2010 beispielsweise zelebrierte Mourinho den Halbfinaltriumph mit Inter über Barcelona in der Champions League auf dem Rasen des Camp Nou. Als Real-Trainer sprach er davon, dass der Erzrivale wegen des UNICEF-Schriftzugs auf dem Trikot bevorzugt werde und auch von den Unparteiischen fühlte er sich benachteiligt. "Jedes Mal, wenn ich gegen Pep spiele, ist meine Mannschaft am Ende zu zehnt. Muss irgendeine UEFA-Regel sein", wütete er beispielsweise.
Guardiola ließ regelmäßig Ergebnisse sprechen, ab und an platzte es dann doch aus ihm heraus. "Ich möchte ihn nur daran erinnern, dass wir zusammengearbeitet haben für vier Jahre", schimpfte der Katalane 2011. "Er kennt mich und ich kenne ihn. Ich versuche, von Jose auf dem Rasen zu lernen, aber so wenig wie möglich abseits davon."
Mourinho, der sich in der Öffentlichkeit gerne als Opfer hinstellte, warf Guardiola sogar vor, eine Schein-Persönlichkeit vorzuleben. "Es gibt Leute, viel intelligenter als ich, die es hinbekommen, ein Image von sich zu verkaufen, das komplett gegensätzlich zu meinem ist. Tief im Inneren sind sie aber genauso wie ich", deutete 'The Special One' während seiner Zeit bei Real (2010-2013) an. Peps Konter ließ nicht lange auf sich warten: "Wenn das stimmt, habe ich etwas falsch gemacht." Es sollte nicht das letzte Kapitel bleiben.




