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Pablo Chavarria: Der argentinische Reisende, der sein Zuhause in Reims gefunden hat

Er ist 30 Jahre. Es hat lange gedauert, bis Pablo Chavarria von Stade Reims auf der Bildfläche der internationalen Top-Ligen auftauchte.

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Jetzt, zwei Wochen, nachdem die Ligue 1 in die Saison 2018/19 gestartet ist, hat der Stürmer bereits seine ersten Fußstapfen in der französischen Beletage hinterlassen – er hat seinem Klub geholfen, mit sechs Punkten nach zwei Partien neben PSG ganz oben im Tableau zu stehen.

Obwohl der Verein aus der Champagne in der abgelaufenen Saison mit einer Rekordanzahl von Punkten und Siegen die Ligue 2 ordentlich aufmischte, war es nicht unbedingt zu erwarten, dass Reims so fulminant ins Oberhaus zurückkehren würde.

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Eigentlich sind nämlich ein Auswärtsspiel in Nizza und ein Heimspiel gegen Lyon Spiele, bei denen die Buchmacher nicht mit einem Sieg des Underdogs gerechnet haben. Selbst ein Punkt hätten aus diesen beiden Partien hätten wohl die meisten Fans im Voraus bereits unterschrieben.

Reims will mit Chavarria wieder in der Ligue 1 angreifen

Der zweimalige Europapokal-Finalist aus Reims gehört nämlich schon länger nicht mehr zu den Top-Adressen in Frankreich geschweige denn in Europa. Dennoch ist Chavarria hoffnungsvoll, seinen Klub wieder in der Spitzengruppe der französischen Beletage etablieren zu können.

"Das hier ist ein wirklich ehrgeiziger Verein mit einer großartigen Infrastruktur. Unser Ziel ist es, besser zu werden – sowohl individuell als auch im Kollektiv", sagt der Angreifer, der selbst keinen Hehl daraus macht, Fan der Boca Juniors zu sein. Kein Wunder als gebürtiger Argentinier.

Chavarria ist einer der Hauptverantwortlichen dafür, dass der Klub nun wieder in der Ligue 1 vertreten ist: In der abgelaufenen Spielzeit erzielte er für Reims im französischen Unterhaus 14 Tore und bereitete zudem neun Treffer vor.

Pablo Chavarria Reims Ligue 2Getty

"In diesem Jahr müssen wir auf dem aufbauen, was wir bislang erreicht haben", so Chavarria, der am Vorabend des Lyon-Spiels mehr als selbstbewusst anfügte: "Ich denke, wir können es schaffen, oben dabeizubleiben."

Pablo Chavarria schlug ein frühes Engagement in Frankreich aus

Obwohl er am anderen Ende der Welt geboren wurde, ist er in Frankreich kein Unbekannter: Nachdem er im Alter von 14 Jahren zu einem Probetraining nach Souchaux gereist war, bekam er sogar direkt einen Vertrag angeboten. Aber er wollte nicht. Er merkte nämlich schnell, wie schwierig es für ihn als Jugendlichen in einem Land geworden wäre, in dem er die Sprache nicht beherrschte. Er zog es vor, wieder in die argentinische Heimat zu gehen, um dort für Belgrano de Cordoba die Schuhe zu schnüren. Sechs Jahre später dann fühlte er sich bereit für das Abenteuer Europa. Er wechselte 2010 nach Belgien zum RSC Anderlecht.

Dort lief es eigentlich sehr gut an für Chavarria, er durfte sogar einige Minuten Champions-League-Luft schnuppern. Die Verantwortlichen des Klubs entschieden sich im Januar 2011 dazu, den damals 23-Jährigen zu verleihen – erst zur KAS Eupen, später nach Kortrijk. Zwei Jahre später, Anderlecht konnte ihn nicht halten, wagte er den Sprung über die französische Grenze nach Lens.

Seit seinem Wechsel nach Reims ist Chavarria nicht mehr aufzuhalten

Sein eher physischer Spielstil passte zu dem, was Lens gesucht hatte, eigentlich wie die Faust aufs Auge, aber die Anzahl der Einsatzminuten entwickelte sich nicht wie von ihm gewünscht. Nach drei Jahren wechselte er dann nach Reims.

Seitdem ist sein Aufstieg nicht mehr aufzuhalten und versetzt die gegnerischen Verteidiger in Angst und Schrecken.

"Wir haben keine Angst vor niemandem", sagte der 30-Jährige bereits vor Saisonbeginn. Und die Art und Weise, wie Reims bislang aufgetreten ist, untermauert diese Aussage eindrucksvoll.

David Guion Reims Ligue 2Getty

Sein Tor gegen Lyon am vergangenen Wochenende – der einzige Treffer des Spiels – verdeutlicht seine Stärken. Nach 32 Minuten brachte er eine Flanke von Ghislain Konan mit enormer Wucht im gegnerischen Tor unter.

Das schöne Spiel, Grazie auf dem Platz, ist vielleicht nicht gerade seine größte Stärke, aber er ist für den Trainer dennoch unverzichtbar. "Er ist jemand, auf den ich mich verlassen kann", sagt Coach David Guion. "Er ist schon etwas älter und kümmert sich gerade deshalb um die jüngeren Offensivspieler. Er ist ein Beispiel in Sachen Einsatz- und Opferbereitschaft. Er hat die höchsten Ansprüche an sich selbst und wirft alles in die Waagschale, um Erfolg zu haben. Er wird uns auch in diesem Jahr sehr helfen."

Reims wird es wahrscheinlich nicht schaffen, über eine gesamte Saison mit dem Ligaprimus PSG Schritt zu halten, aber wenn es eine Tabelle für Einsatz und Kampfbereitschaft der Spieler gäbe, vielleicht wäre der Klub dann vorne mit dabei – sein argentinischer Starspieler sowieso.

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