Neven Subotic über seinen Wechsel zu Union Berlin: "Geld ist für mich irgendwo ganz unten angesiedelt"

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Neven Subotic genügt es nicht, "nur" Fußballprofi zu sein. Der 30-Jährige befasst sich mit gesellschaftspolitischen Themen und bezieht klar Stellung.

Neven Subotic gilt als ein etwas anderer Fußballprofi und sieht sich schon seit Jahren in einer Art Vorbildfunktion - auch was das Thema Konsumverzicht angeht. Es werde immer "ein Traum vorgegaukelt", der für alle gelten solle. "Mich schockiert der Überfluss, in dem wir leben, wir sind geblendet vom Materialismus. Ich war glücklich, als ich das Haus und die Autos verkauft hatte. Es ist eine Bereicherung für mich, weniger zu haben. Das macht mich glücklich", gibt Subotic in "kicker meets DAZN - Der Fußball Podcast" ganz offen zu.

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Dass er als Fußballprofi in einer überaus privilegierten Position sei und deshalb anderen etwas abgeben möchte, ist ein grundlegender Antrieb seiner Stiftung, die er seit einigen Jahren betreibt - und die er fast als seinen Hauptberuf ansieht. Der Fußball sei immer noch faszinierend für ihn, aber eben auch vergleichsweise unwichtig: "Fußball ist schön, aber es geht nicht um Leben und Tod."

Neven Subotic: "Wenn mich jemand nach vorne bringen kann, dann Kloppo"

Für seine sozialen Projekte nutzt Subotic seinen Status und seinen Namen. Dass er es aber überhaupt so weit geschafft hat, hängt sehr eng mit der Person Jürgen Klopp zusammen. "Er hat mir gezeigt, was es braucht, um auf professionellem Niveau zu bestehen. Jürgen hat mir die Augen geöffnet. Ich hatte das Gefühl: Wenn mich jemand nach vorne bringen kann, dann Kloppo." Nach Mainz, Dortmund, Köln und St. Etienne ist Subotic nun in Berlin, im nächsten sehr aufgeladenen Standort - dabei hatte der Spieler auch andere, finanziell deutlich lukrativere Angebote.

"Geld ist für mich aber irgendwo ganz unten angesiedelt", sagt Subotic, der sich stattdessen an Hand mehrerer anderer Kriterien für den Aufsteiger entscheiden hat. "Union ist eine krasse, einzigartige Herausforderung", beschreibt es der Routinier, "ich habe mich im Vorfeld verschiedener Quellen bedient, um herauszufinden, ob der Klub ein stimmiges Bild abgibt." Und bei Union sei dies nach Gesprächen mit dem Trainer, dem Sportdirektor und Teilen der Mannschaft der Fall gewesen.

Jetzt gelte es, die Aufgaben in Berlin "anzunehmen und zu erfüllen" und "zu zeigen, was es bedeutet, 'eisern' zu sein."

Neven Subotic Leonardo Bittencourt Union Berlin Werder Bremen 2019

In der neuen Folge "kicker meets DAZN - Der Fußball Podcast" spricht Subotic außerdem darüber, wie wichtig ihm Fankultur ist, wie er die Jahre bei Borussia Dortmund erlebt hat und was er mit seiner 2012 gegründeten Stiftung in Äthiopien erreichen will.

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