Frankreich liefert schnelle Antworten

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Was sagt das Viertelfinale in Saint-Denis über Frankreich aus? Wie lautet das abschließende Urteil zu Island? Und wie schlecht muss eigentlich England gewesen sein?

Deutschland bekommt es im Halbfinale der Europameisterschaft am Donnerstag mit Frankreich zu tun. Das steht seit dem Sonntagabend fest, wobei man nicht einmal bis zum Abpfiff warten musste, um dieses Fazit zu ziehen. Denn beim 5:2 (4:0) der Equipe Tricolore gegen Island war das Thema eigentlich schon nach einer halben Stunde, spätestens aber zur Pause durch.

Vor dem Anpfiff hatten viele Experten für den großen Außenseiter aus dem hohen Norden echte Chancen auf das Erreichen der Runde der letzten Vier vorhergesagt. Das hatte mit Islands couragierten Auftritten gegen Teams wie Portugal, Österreich oder England zu tun. Dass es nichts mit einer weiteren Sensation der Wikinger wurde, lag im Stade de France aber einzig und allein an der Leistung der Franzosen.

Die Gastgeber gingen konzentriert und ohne große Angst vor dem großen Versagen in die Partie – und deshalb zeigte sich schnell auf dem Platz der Qualitätsunterschied, den man vor dem Turnier garantiert für dieses Duell prognostiziert hätte.

Frankreich setzte die Isländer im Spielaufbau erst auf Höhe der Mittellinie unter Druck und versuchte, über das schnelle Umschalten nach Ballgewinnen gefährlich zu werden. Das lieferte den Zuschauern in den ersten 25 Minuten ein unterhaltsames Duell mit Abschlüssen auf beiden Seiten. Island probierte es sogar öfter als die Franzosen in dieser Phase – und lag doch schon fast aussichtslos zurück. Dabei sah die Abwehr sowohl beim langen Pass auf Olivier Giroud vor dem 0:1 als auch beim Verteidigen des Standards gegen Paul Pogba beim 0:2 alles andere als gut aus. "Wir waren von Anfang an in Top-Form und haben unsere Chancen genutzt", erklärte Olivier Giroud hinterher.

Technik und Wucht

Mit einem Doppelschlag kurz vor der Pause durch Dimitri Payet (43.) und erneut Giroud (45.) machte Frankreich noch vor dem Seitenwechsel den Sack endgültig zu – und es dürfte eine Erkenntnis für das deutsche Team sein, dass man den Bleus auf keinen Fall zu viel Platz und Zeit geben sollte. Denn dass die Techniker im Team von Trainer Didier Deschamps in der Lage sind, mit feinen Finten und schnellen Kombinationen zum Abschluss zu kommen, bewiesen sie gegen nervöse Isländer ein ums andere Mal.


Per Heber zum Erfolg: Antoine Griezmann macht gegen Island sein Tor

Die Stärken des EM-Gastgebers lagen auf der einen Seite im von Antoine Griezmann und Dimitri Payet angetriebenen Kurzpassspiel, zum anderen in der Wucht eines Paul Pogba und eines Olivier Giroud, die sich gegen die eigentlich sehr zweikampfharten Skandinavier wiederholt durchsetzen konnten. "Das war wahrscheinlich meine beste Leistung bei den Spielen der WM 2014 und der EM 2016", bestätigte Giroud den guten Eindruck, den er am Sonntag hinterlassen hatte.

Das Ergebnis beim Seitenwechsel dürfte auch die zuschauenden DFB-Verantwortlichen beeindruckt haben. Doch es gab sowohl in der ersten als auch in der zweiten Halbzeit Anhaltspunkte, dass gegen die Franzosen für den Weltmeister durchaus einiges möglich sein sollte. Kurz gesagt: Der zweite Durchgang ging mit 2:1 an den Außenseiter, der unermüdlich auf der Jagd nach einem besseren Ergebnis rackerte und kämpfte und für seine Bemühungen mit zwei Treffern nach Hereingaben von Außen belohnt wurde.

Möglichkeiten zugelassen

Frankreich hielt die Konzentration nicht mehr konstant hoch und zeigte sich durchaus in der umgebauten Defensive anfällig. Zwar gerieten der Sieg und damit das Weiterkommen überhaupt nicht mehr in Gefahr, doch richtig sattelfest zeigte sich der Gastgeber – wie schon während des gesamten Turniers – erneut nicht.

Island beeindruckte auch bei seinem letzten Auftritt mit seinem großen Kampfgeist, der von den Fans begeistert gefeiert wurde. Mit einem aufopferungsvollen Auftritt verabschiedete sich der Underdog aus dem Turnier und musste trotz der am Ende deutlichen Niederlage nicht traurig sein. Der Sieg gegen die Engländer bleibt den Wikingern bis in alle Ewigkeit. Am Sonntag aber gelang es dem Team nicht, Frankreich komplizierte Fragen zu stellen. Das Team von Trainer Didier Deschamps fand die Antworten einfach zu schnell.

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